SchlossLüssow

Schloss Lüssow

Schloss Lüssow

Privatbesitz


Das Schloss Lüssow wurde 1867/68 durch den Kammerherrn von Voß-Wolfradt errichtet, nachdem das bis dahin genutzte alte Gutshaus im Ort den Anforderungen nicht mehr entsprach. Die Familie Wolfradt ist seit dem 30-jährigen Krieg in Lüssow ansässig. 1647, zur Zeit als Vorpommern zu Schweden gehörte, wurde Berend Wullfrath durch die schwedische Königin Christina in den Adelsstand erhoben und nannte sich seitdem von Wolfradt. Zum Familienbesitz gehörten außerdem die Güter Polzin und Owstin, später auch Pentin und Consages sowie Besitztümer auf Rügen, Hiddensee und in Schweden. 1841 starb der letzte von Wolfradt kinderlos und vererbte den Besitz an seinen Vetter Achim von Voß. Dieser begründete die Linie der von Voß-Wolfradt und erbaute das neue Herrenhaus. Zuvor wurde eigens dafür eine Ziegelei im Ort errichtet. Das Rittergut Lüssow gehörte bis zur Zwangsenteignung durch die Kommunisten 1945 dessen Sohn, dem Kammerherrn Vicco von Voß-Wolfradt und seiner Gattin Elisabeth Gräfin von Pfeil.

Nach 1945 war die Gutsanlage im Besitz der Gemeinde Lüssow, die wiederum seit 2010 der Stadt Gützkow angegliedert wurde. Im Schloss wurde 1946 ein Heim für Typhuskranke eingerichtet. Ab 1952 diente es als Schule und zu Wohnzwecken. 1972 endete der Schulbetrieb in Lüssow, bis 1984 verblieb noch ein Kindergarten. Seitdem steht das Schloss leer.

Die Gemeinde Lüssow kümmerte sich in den Folgejahren insbesondere um die Parksanierung und den Gutsgarten und richtete im ehemaligen Stallspeicher ein Begegnungszentrum ein. Hier finden jetzt Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Tanzveranstaltungen statt. 1996 gründete sich der Verein Schloss und Gut Lüssow e.V. der sich den Erhalt der Gebäude und Anlagen des ehemaligen Gutes und insbesondere des Schlosses zum Ziel gesetzt hat. Außerdem hat sich seit 2004 auf dem Gutsgelände das „Traditionelle Vorpommersche Landgut“ angesiedelt, ein „lebendiges Museum“ mit umfangreichen Ausstellungen über die traditionelle ländliche Wirtschaft in der Region und der größten Sammlung historischer Traktoren in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Schloss

Das Schloss wurde nicht wie viele andere Häuser auf den Grundmauern des Vorgängerbaus errichtet, sondern war ein kompletter Neubau am Rande des Dorfes mit Sichtachse zur Kirche. Die ungewöhnliche Größe und der aufwendige Baustil dieses Herrenhauses zeugen von der gut gehenden Wirtschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Neubau stand auch nicht mehr im Zentrum der Gutsanlage, wie es bis dahin üblich war, sondern wurde mit einem gewissen Abstand zu den Wirtschaftsgebäuden errichtet. Das hat den Vorteil, dass das Haus ringsum von einem weitläufigen Park umgeben ist. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen zweigeschossigen, elfachsigen Putzbau im Stil der Neorenaissance. Die jeweils äußeren drei Achsen sind als querliegende Flügel dreigeschossig, mit Volutengiebel ausgeführt. Die Eingangsseite wurde durch einen mittigen Treppenturm mit welscher Haube dominiert. Parkseitig hat das Haus einen ebenfalls dreigeschossigen, übergiebelten Mittelrisalit, flankiert von zwei halbrunden Türmen mit spitzen Hauben. Das Haus schmückten also 7 aufwendig gestaltete Giebel und 3 Türme. Die Türme sind bei Umbauten 1968 zurückgebaut und die Giebel stark vereinfacht worden, so dass das derzeitige Erscheinungsbild als eher schlicht zu bezeichnen ist. Man kann aber den ursprünglichen Zustand anhand von historischen Aufnahmen gut nachvollziehen. Es existieren teilweise auch Aufmaßzeichnungen, die vor den Umbaumaßnahmen angefertigt wurden.

Der Park

Der Park wurde nach dem Schlossneubau um 1870 unter Einbeziehung des alten Parks neu angelegt. Er weist die Grundzüge des englischen Landschaftsparks auf - geschwungen Wege, weite Rasenflächen, Baumgruppen, einzelne exotische Bäume, Wasserflächen und Sichtachsen zur umgebenden, natürlichen Landschaft. Der Park umfasst mit eine Fläche von ca. 9 ha zwei Bereiche: Auf der einen Seite Freiflächen mit Baumgruppen und auf der anderen Seite bewegtes Gelände mit einer Teichanlage. Mehrere Edelbäume wurden insbesondere in der Nähe des Schlosses gepflanzt, z.B. Tulpenbäume, Magnolien, Gingko, Douglasie, Hickorynuss. Die Teichanlage besteht aus zwei Teichen mit einem Verbindungskanal. Im größeren Teich befindet sich eine Insel. Die Teiche wurden 1996 und 2005 saniert. Am Rande des rückwärtigen Rasenparterres befindet sich eine Hainbuchenhecke, wohl ein ehemaliger Sitzplatz. Der mit einer Feldsteinmauer umgebene ehemalige Obstgarten des Gutes ist ebenfalls noch erhalten.

Das Schloss heute

Seit 2013 befindet sich das Schloss in Privatbesitz und wird restauriert.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:L%C3%BCssow-Schloss-0409.JPG

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 53.9150, 13.4933