SchlossGommern-Leitzkau

Schloss Leitzkau

Schloss Leitzkau

Schlösserverwaltung

Leitzkau bildete sich aus einer slawischen Siedlung. Der Ort wurde von den Morzianern, ein slawischer, genauer liutizer Stamm, bewohnt. Die erste urkundliche Erwähnung, „Liezka“, erfolgte am 18. August 995 durch den deutschen Kaiser Otto III.. Ende des 10. Jahrhunderts wurde Leitzkau zum Sammelplatz der deutsch-kaiserlichen Heere für deren Kriegszüge gegen die ostelbischen Slawen und die Polen. So startete Otto III. von hier aus 995 seinen Kampf gegen die slawischen Liutizen und Obotriten, Heinrich II. begann in Leitzkau 1005 seinen Feldzug gegen den Polenherzog Boleslaw Chrobry und 1029 brach an gleicher Stelle Konrad II. zum Kampf gegen Mieszko II. Lambert von Polen auf.

Anfänge des Leitzkauer Klosters

Nachdem die Slawen endgültig besiegt waren, wandelte sich Leitzkau zu einem Stützpunkt der christlichen Mission. Zunächst ließ der Bischof des Bistums Brandenburg, Hartbert, 1114 eine seit 1107 vorhandene hölzerne Kapelle durch die steinerne Kirche St. Petri ersetzen - nur die Nebenschiffe waren aus Holz - und ernannte Leitzkau, an Stelle des 983 von den Slawen zerstörten und besetzten Domstifts in Brandenburg, zum provisorischen Sitz des Bistums und damit vorübergehend zur Kathedrale. Die bauliche Ausführung ist im Abschnitt „Sehenswürdigkeiten“ näher erklärt. Die heutige Dorfkirche St. Petri ist damit wahrscheinlich die älteste, wenn auch in stark veränderter Form, noch existierende Steinkirche östlich der Elbe.

1133 richtete das Magdeburger Liebfrauenkloster in der dem Apostel Petrus geweihten Kirche ein Prämonstratenser-Chorherrenstift ein, das die Aufgabe erhielt, die ostelbischen Gebiete zu missionieren. Drei Jahre später nahm der neu gewählte brandenburgische Bischof Wigger seinen Sitz in Leitzkau, dem dadurch vorübergehend der Status eines Domstifts verliehen wurde. Nachdem die Petruskirche trotz einer Erweiterung im Jahre 1140 den Ansprüchen nicht mehr gerecht wurde, veranlasste Bischof Wigger 1147 den Neubau einer Stiftskirche. Auch diese eine dreischiffige Basilika, die „Sancta Maria in Monte“. Sie wurde am 9. September 1155, im Beisein von Erzbischof Wichmann von Magdeburg und Albrecht dem Bären, eingeweiht. Heute ist sie nur noch als restaurierte Ruine erhalten. Doch bereits zehn Jahre später verlor Leitzkau seine hervorragende Stellung, nachdem das zerstörte Domstift in Brandenburg wiederhergestellt worden war. Das Kloster behielt aber ein Mitspracherecht bei der Bischofswahl in Brandenburg bis Ende des 13. Jhd., was zu späteren Streitigkeiten führte (siehe Siegfried II.). Die Besitzungen des Klosters befanden sich in der Umgebung und wurden kaum erweitert. Der Mönchskonvent geriet dann schnell in Armut und musste den Stiftsbesitz verkaufen. Neun Handschriften des Leitzkauer Prämonstratenserstifts aus dem 12. und 13 Jhd. werden heute in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel und in der Stadtbibliothek Dessau aufbewahrt.

Umbau des Klosters zum Schloss

Leitzkau blieb jedoch weiterhin Sitz eines Propstes. Der Propst Georg von Maskow wurde einer der stärksten Verfechter der Reformation im Jerichower Land. 1535 verfügte der brandenburgische Kurfürst Joachim II., als Folge der Reformation, die Auflösung des Stiftes und beauftragte den Amtmann von Plaue mit der Verwaltung. Es lebten zu diesem Zeitpunkt nur noch 4 bis 5 Geistliche dort. Das Stift musste in der Folgezeit mehrfach verpfändet werden. 1554 ging es in den Besitz seines Bruders Markgraf Johann von Küstrin über, der es mitsamt den verbliebenen Ländereien am 2. April 1564 gegen einen Betrag von 70.000 Taler zu freiem Eigentum an den königlich spanischen Obristen und Söldnerführer Hilmar von Münchhausen aus dem niedersächsischen Adelsgeschlecht Münchhausen verkaufte.

Dieser begann sofort, die vorhandenen, teilweise schon verfallenen romanischen Gebäude für seine Zwecke umzubauen. Dabei wurde aus dem ehemaligen Konventsgebäude eine rechteckige Schlossanlage gebildet. Die Klosterkirche wurde zur Schlosskirche umgebaut, wobei deren Seitenschiffe und der Chor abgerissen und das Querhaus in einen Speicher verwandelt wurde, der Nordturm wurde um die Hälfte verkürzt. Hilmars Söhne übernahmen nach seinem Tod 1573 den Besitz in Gesamthand, übertrugen ihn jedoch später auf den Sohn Statius allein. Dieser stockte den östlichen Konventsflügel zum sogenannten „Althaus“ auf und liess den Kreuzgang vermauern, während er auf den Grundmauern des westlichen Konventsflügels das „Neuhaus“ ab 1593 neu errichtete. Der nördliche Flügel der Klausur wurde abgerissen und durch einen grossen Wirtschaftsbau ersetzt. Zuletzt wurde auch die getrennt neben der Klausur stehende spätgotische Propstei, also das ehemalige Wohnhaus des Leitzkauer Propstes, ebenfalls im Renaissancestil umgebaut und später in „Hobeck-Schloss“ umbenannt, weil von hier aus die 1686 erworbenen Besitzungen im Nachbarort Hobeck verwaltet wurden. Propstei und Althaus wurden miteinander verbunden durch eine vierstöckige Loggienfassade - nach vatikanischem Vorbild - samt Treppenturm.

Da Vater Hilmar und Sohn Statius schon im Weser-Ems-Raum mehrere Renaissancebauten errichtet hatten, insbesondere Schwöbber, wurden auch Neu- und Althaus in diesem Stil und unter Heranziehung dortiger Steinmetzen und Baumeister errichtet; Leitzkau gilt als eine nach Osten verschobene "Insel" der Weserrenaissance inmitten des Gebiets der Sächsischen Renaissance; neuere Forschungen ergeben insbesondere Detail-Parallelen zum Rathaus in Alfeld (Leine). Bis 1600 wurde dadurch aus dem ehemaligen Chorherrenstift ein Renaissanceschloss. Statius hat sich jedoch mit dem nachfolgend 1603-1607 errichteten Schloss Bevern finanziell übernommen und musste am 29. Oktober 1618, fast zeitgleich mit dem Ausbruch des Dreissigjährigen Krieges, Leitzkau an die Söhne seines Bruders Hilmar des Jüngeren verkaufen. 1679 teilten die Familien zweier Brüder durch Los die Gebäude und Ländereien untereinander auf; es wurden zwei selbständige Güter Althaus und Neuhaus gebildet, der Schlosshof wurde durch eine Mauer geteilt. Die beiden Güter blieben bis 1945 im Besitz zweier Linien der Familie von Münchhausen. Die Familie wurde 1945 von der Sowjetischen Besatzungsmacht nach fast 400 Jahren von ihren Gütern, zu denen großer Wald - und Landbesitz zählte, vertrieben und gelangte auch nach der Wiedervereinigung 1990 nicht wieder in den Besitz ihres ursprünglichen Eigentums.

Seit 1773 gehörte der Flecken Leitzkau zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und lag im damaligen Ziesarschen Kreis, dessen Gebiet gegen den bis dahin magdeburgischen Kreis Luckenwalde innerhalb Preußens getauscht wurde. Der Ort brannte in der Schlacht von Möckern am 5. April 1813 fast ganz ab. Als 1818, im Zuge der preußischen Verwaltungsreform, Leitzkau in den Kreis Jerichow I eingegliedert wurde, war der Ort auch kurzzeitig Sitz der Kreisverwaltung. 1910 lebten 1.261 Menschen im Ort.

Entwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg

Durch die Bodenreform von 1945 wurden die beiden Linien der Familie von Münchhausen enteignet. 1945 wurde Schloss Althaus durch Bomben beschädigt und daher 1950 abgetragen. Die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Schlosskirche wurde, soweit noch vorhanden, in ihrer ursprünglichen romanischen Form wieder restauriert. Das Schloss Neuhaus wurde zunächst von Heimatvertriebenen bewohnt und danach bis in die 1990er Jahre als Schule genutzt. Seit 1994 ist die Schlossanlage im Besitz des Landes Sachsen-Anhalt und ist Sitz der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt.

Schloss Leitzkau

Nach Wiederaufbauarbeiten in den 1950er und 1990er Jahren besteht die Schlossanlage heute aus der Schlosskirche, dem Neuhaus und dem Hobeckschloss. 1994 übernahm das Land Sachsen-Anhalt die Schlossanlage. Diese wurde unter Federführung der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt aufwendig saniert, die heute ihren Sitz im Schloss hat. Trotz der imposanten Schlossanlage spielt der Tourismus bisher nur eine untergeordnete Rolle.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

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