Privatbesitz
Schloss Langenzell

An der Stelle des Hofguts befand sich ursprünglich das Dorf Langenzell, das zwischen 1272 und 1367 erstmals erwähnt wurde. Im dreißigjährigen Krieg wurde es weitgehend zerstört. Eine dauerhafte Neubesiedelung gelang erst wieder gegen Anfang des 18.Jahrhunderts.
1733 pachtete der Dilsberger Amtsverweser und Landschreiber Franz Joseph von Wrede das Gut und baute es in den folgenden Jahrzehnten zu einem landwirtschaftlichen Musterbetrieb aus, der eine stattliche Viehzucht und ausgedehnten Ackerbau umfasste. Seinem Sohn gelang es schließlich bis 1762 die ganze Gemarkung in seinen Besitz zu bekommen. Langenzell entwickelte sich in der Folge zu einem landwirtschaftlichen Mustergut, zu dem beim Übergang von der Kurpfalz zu Baden ein Herrenhaus, eine Schmiede, eine Brennerei, eine Ziegelhütte, eine Wagnerei und weitere Gebäude und Stallungen gehörten.
1840 erwarb Graf Wilhelm von Reichenbach-Lessonitz das Hofgut. 1880 ging der Besitz an den Ehemann der ältesten Tochter Pauline über, Prinz Alfred zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg (1855-1925). Auf ihn gehen einige Baumaßnahmen zurück, so ließ er in den Jahren 1880-1883 nach Plänen der Architekten Karl Jonas Mylius und Alfred Friedrich Bluntschli das „neue Schloß“ errichten. Im Hofgut zieren seine Initialien das schmiedeeisern gefasste Glasdach, unter dem die Pferde angespannt wurden. Auch der Ausbau der Gärtnerei ist seinem Engagement zuzuschreiben.
1913 verpachtete er das Hofgut mit Ausnahme von „neuem Schloß“ und Gärtnerei an die Süddeutsche-Zucker-AG, eine Geschäftsbeziehung, die bis 1990 andauerte. Langenzell wurde 2010 von der Familie Löwenstein-Wertheim-Freudenberg an eine Heidelberger Immobiliengesellschaft verkauft.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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