SchlossKobersdorf

Schloss Kobersdorf

Schloss Kobersdorf

Privatbesitz

Schloss Kobersdorf ist ein historisches Anwesen im Mittelburgenland, das aus einer mittelalterlichen Burganlage hervorging und heute als bedeutendes Kulturgut gilt. Es liegt in der Marktgemeinde Kobersdorf und ist ein markantes Beispiel für die Architekturgeschichte der Region.

Geschichte+

Die Ursprünge von Schloss Kobersdorf reichen bis in die Zeit um 1222 zurück, als König Andreas II. das Gebiet an Graf Pousa übergab, der daraufhin mit dem Bau einer Burg begann. Im Jahr 1229 wurde Kobersdorf erstmals urkundlich als Siedlung mit Burg erwähnt. Nach der Einnahme im Rahmen der Güssinger Fehde 1289 wechselte die Burg mehrfach den Besitzer und gelangte schließlich an die Mattersdorf-Forchtensteiner. Nach deren Aussterben um 1450 erwarb Herzog Albrecht VI. die Herrschaften Kobersdorf und Forchtenstein, musste sie aber bereits 1451 an Kaiser Friedrich III. weiterverkaufen. Eine Schenkung an die Familie Weisspriach durch den ungarischen König Matthias Corvinus im Jahr 1466 führte zu Erweiterungen der Burg, darunter eine spätgotische Vorburg und eine protestantische Kapelle. Im Jahr 1529 wurde die Vorburg von Hans von Weisspriach zu einem Renaissanceschloss ausgebaut. Nach dem Aussterben der Weisspriacher 1553 verfiel das Schloss und wurde Schauplatz von Verbrechen. Erst Johann I. Kery de Ipoliker stellte 1648 klare Besitzverhältnisse her und vollendete 1656 den Ausbau im Stil des Manierismus. Im Jahr 1683 wurde das Schloss von den Türken eingenommen und die ursprüngliche Burg zerstört. Die Familie Kery verkaufte das Anwesen 1704 an Fürst Paul I. Esterházy, woraufhin es vernachlässigt wurde. Im Jahr 1963 erwarb Professor Martha Bolldorf-Reitstätter das verfallene Schloss und begann mit umfangreichen Sanierungsarbeiten. Ein Höhepunkt war die Fertigstellung des manieristischen Rittersaales im Jahr 2001. Mit ihrem Tod im selben Jahr ging das Schloss an ihre Tochter über.

Lage+

Das Schloss Kobersdorf befindet sich in der Marktgemeinde Kobersdorf im Bezirk Oberpullendorf, gelegen im österreichischen Bundesland Burgenland. Es liegt auf einer Höhe von etwa 315 m über dem Meeresspiegel.

Vor Ort+

Schloss Kobersdorf ist heute in Privatbesitz. Es wird weiterhin gepflegt und ist ein Zeugnis der bewegten Geschichte der Region. Die Schlosskapelle, ein kulturhistorisch wertvolles Objekt, besteht aus zwei Kapellen, wovon die kleinere später zur Sakristei der größeren gotischen Kapelle umfunktioniert wurde. Die Kapelle ist mit spätgotischen Fresken und dem Wappen der Forchtensteiner verziert. Die gotische Kapelle, 1482 von den Weisspriachern erbaut, war ursprünglich protestantisch geweiht, wurde aber später rekatholisiert und im manieristischen Stil umgestaltet, inklusive 48 schwebender Engel an der Decke. Der Altar stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Kapelle wird heute für Messen, Hochzeiten und Taufen genutzt.

In der Nähe+
  • Burgruine Landsee (Burg), ca. 5.0 km entfernt
  • Schloss Lackenbach (Schloss), ca. 5.8 km entfernt
  • Burgruine Schwarzenbach (Burg), ca. 6.1 km entfernt
  • Schloss Hochwolkersdorf (Schloss), ca. 11.0 km entfernt

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://www.wehrbauten.at/bgld/burgenland.html

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 47.5974, 16.3919