Privatbesitz
Schloss Kiechlinsbergen

Anstelle älterer Gebäude baute Abt Maurus Berier vom Zisterzienserstift Tennenbach von 1776-78 ein neues Amtshaus in Kiechlinsbergen. Tennenbach war Orts-, Grund- und Zehntherr über das Dorf. Im neuen Gebäude, auch Propstei genannt, residierte der Stellvertreter des Abtes, der "Pater Statthalter", der die anfallenden Zehnten und Zinsen im Ort und der weiteren Umgebung einzuziehen und zu verwalten hatte. Ein weiterer Mönch hatte die Aufgabe, die Pfarrei Kiechlinsbergen seelsorglich zu betreuen. Öfters nutzten auch der Abt und Gäste das Haus als Residenz und auch kranke Mönche sollten hier Genesung finden. Im Zusammenhang mit der Säkularisation des Stiftes Tennendach nahm der badische Staat im Mai 1806 die Propstei mit allem Zubehör in Besitz. Im Protokoll heißt es: "Das Statthaltergebäude oder der sogenannte Amtshof, zweistöckig, anno 1778 massiv gebaut, es enthält 18 bewohnbare Zimmer und einen schönen Saal mit schöner Gypserarbeit ... Im Keller haben 2000 Saum Wein Platz. Die Erbauung kostete das Kloster in jenen wohlfeilen Zeiten die Summe von 7000 Gulden.“
Nach der Säkularisation wurde das Gebäude aufgeteilt in Pfarrhaus und Domänenamt. Letzteres wurde 1840 aufgelöst und kam in Privathand, u.a. von Dichter Karl Wolfskehl . Seit 1962 ist auch der ehemalige Pfarrhausteil privat. Die auffallende Ähnlichkeit des Kiechlinsberger Gebäudes mit den Neubauten des Mutterklosters Tennenbach lässt vermuten, dass der dortige Baumeister Peter Thumb aus Vorarlberg auch die Pläne für Kiechlinsbergen gefertigt hat, die aber erst 1776 vom damaligen Abt in die Tat umgesetzt wurden. Die Kiechlinsberger Propstei wurde jedenfalls mit ihrer Länge von 50m das größte Herrenhaus im Breisgau. Es ist ein Dreiflügelbau mit wenig vorgezogenem dreiachsigem Mittelrisalit, bekrönt von einem rundbogig geschlossenen Giebel mit einer Figur des hl. Bernhard von Clairvaux. Über der zweiläufigen Freitreppe erhebt sich ein aus rotem Sandstein gearbeitetes Portal, flankiert von 2 toskanischen Säulen mit steinernen Ziervasen. Über der Tür befindet sich ein verziertes Doppelwappen des Zisterzienserklosters. Ganz im Gegensatz zu dem Anachronismus im Äußeren zeigen im Innern vor allem die Stuckdecken das klassizistische Element, so die Decke im ehem. Kapitalsaal mit Symbolen der 4. Jahreszeiten und den Insignien und Wappen der Äbte. Klassizistisch ist auch der Kachelofen mit Vasenaufsatz. In den Gängen befinden sich 5 hochovale Stuckmedaillons mit Reliefdarstellungen ländlicher Tätigkeiten sowie mit Girlanden umrahmte Medaillons mit Aposteldarstellungen, signiert mit dem Namen des Freiburger Künstlers Xaver Hauser, der ja auch in der Pfarrkirche von Kiechlinsbergen verschiedene Statuen geschaffen hat. Erwähnt seien noch die massiven Tonnengewölbe des Klosterkellers, die heute zum großen Teil der Winzergenossenschaft zur Lagerung und Ausbau ihrer Spitzenweine dienen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kaiserstuhl_-_Kiechlinsbergen_-_Schloss_Kiechlinsbergen.jpg?uselang=de
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.1251, 7.6579