Kulturelle Veranstaltungen
Schloss Kannawurf

Erstmals wurde das gleichnamige Ministerialengeschlecht von Kannewurf 1221 genannt, das in Kannawurf seinen Stammsitz bis 1350 hatte. An der Stelle des bis heute erhaltenen Schlosses stand ursprünglich eine Wasserburg. Mit der Burg haben damals die Herren die von Erfurt über Weißensee und Sangerhausen nach Magdeburg führende Straße beschützt und kontrolliert.
1564 baute Georg II. Vitzthum von Eckstedt das jetzt noch erhaltene Renaissanceschloss Kannawurf auf dem seit 1539 im Familienbesitz befindlichen Gut; daneben gab es noch drei weitere Rittergüter im Ort. Inschriften an Türen und Fenstern datieren in die Zeit zwischen 1563 und 1565. Die heute noch erhaltene Turmglocke aus dem Jahr 1586 wird durch das Familienwappen geziert. Der Nordflügel beherbergte die Repräsentationsräume, darunter einen großen Saal, der Südflügel war Wirtschafts- und Wohnfunktionen vorbehalten, u. a. befand sich hier die Schlossküche. Verließ, Glockenturm, eine hölzerne Galerie aus dem 16. Jh. und imposante Kellergewölbe runden das Ensemble ab. Nach Georgs Tod 1570 erhielten seine fünf Söhne das Schloss. Johann Friedrich I. von Eckstedt verpachtete das Gut 1661, da er durch den Dreißigjährigen Krieg verschuldet war.
1685 ersteigerte die Familie von Bose den Besitz. In einer Umbauphase im 18. Jh. unter der Ägide der Bose wurden Veränderungen in der Raumaufteilung und der Dachlandschaft vorgenommen. 1726 ging der Besitz an die von Helmholt, später an weitere Besitzer, 1839 an die Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. Das Schloss wird heute noch von einem großen Wirtschaftshof umfasst, dessen großzügige Gebäude nach 1860 entstanden sind. 1914 wurde das Gut Staatsdomäne, zur Zeit der SBZ und DDR war es ein Volkseigenes Gut. Der Schlossgarten musste Ställen und neuen Wirtschaftsgebäuden weichen. Das Schloss verfiel zusehends, in den 1980er Jahren stürzte der Nordflügel ein. Der endgültige Verfall schien besiegelt. Nach der Wende Anfang der 1990er Jahre erfolgte die Notsicherung der eingestürzten Bauteile und Dächer aus Bundes- und Landesmitteln, gefolgt von Sanierungsmaßnahmen. Seit 2007 im Besitz des thüringischen Denkmalpflegezentrums und des Künstlerhauses Thüringen e.V., dient das teilweise sanierte Schloss inzwischen kulturellen Veranstaltungen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://www.wehrbauten.de/thread.php?threadid=2039
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.2702, 11.1369