Privatbesitz
Schloss Kaiserhammer

Schon im 16. Jahrhundert gehörte der Selber Forst zu den beliebtesten Jagdrevieren der Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach. Zunächst logierten die Jagdgesellschaften in dem am Rand des Forstes gelegenen Markt Selb, wo Markgraf Georg Friedrich an Stelle einer mittelalterlichen Wasserburg 1580 ein Jagdschloss hatte errichten lassen. Markgraf Christian Ernst ließ 1701 unter der Leitung des italienischen Architekten Antonio Porta inmitten des ausgedehnten Waldgebietes in der Nähe des Kaiserhammers ein neues, hölzernes Jagdhaus errichten.
Markgraf Friedrich, ebenfalls ein begeisterter Jäger, beauftragte den Architekten Johann Friedrich Graël 1737 mit der Renovierung und Erweiterung des inzwischen baufällig gewordenen Gebäudes. 1755 entschloss sich der Markgraf zum Bau eines neuen Jagdschlosses in Kaiserhammer. Unter der Leitung des jungen Architekten Carl Gontard entstand in den Jahren 1756 und 1757 ein großes, dreiflügeliges Schlossgebäude. 1757 und 1768 arbeitete ein ganzes Heer von Schreinern, Schlossern, Schmieden, Glasern, Flaschnern und Büttnern aus der Umgebung an der Einrichtung des Schlosses und nachdem der Hofstuckateur Rudolf Albini im Winter 1759/60 seine Arbeit beendet hatte, war es bezugsfertig. Anlässlich eines fürstlichen Aufenthaltes im Jahr 1761 wurde beim Schloss auch ein Commoedien-Haus aus Holz errichtet.
Der angrenzende Wald wurde durch sternförmig angelegte Schneisen in einen Parforce-Jagdgarten verwandelt. Es entstand ein großer Jagdstern, in dessen Mitte der Fürst 1761 einen Jagd-Pavillon bauen ließ. Im Zentrum des kleinen Jagdsterns auf dem Tannenberg wurde 1762 ein Salon errichtet, dessen Fertigstellung jedoch nach dem Tod des Markgrafen Friedrich 1763 unterblieb.
Dem neuen Jagdschloss Kaiserhammer war nur eine kurze Blütezeit beschert. Schon unter Markgraf Friedrichs Nachfolger Friedrich Christian, der an Parforcejagden kein Interesse hatte, setzte der Verfall der Anlagen in Kaiserhammer ein. Markgraf Alexander befahl 1770 den Verkauf der Gebäude in Privathände. Da sich jedoch für das eigentliche Schlossgebäude kein Käufer finden ließ, verfügte nach dem Übergang des Landes an Preußen der dirigierende Minister Hardenberg 1792 den Abbruch des Hauptflügels. Der Jagdpavillon auf dem Rondell war schon vorher abgebrochen und das gewonnene Baumaterial zum Bau der Badeanstalt in Alexandersbad verwendet worden.
Von den Gebäuden des einstigen Schlosses Kaiserhammer sind der ehemalige Küchen- und der Stallflügel übriggeblieben. Der große Jagdstern im Rondellwald ist ein beliebtes Naherholungsgebiet geworden; an Stelle des einstigen Jagdpavillons steht dort eine mächtige Linde. Die Reste des Salons auf dem Tannenberg sind als Ruine Schlößlein bekannt.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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