Rathaus
Schloss Inzlingen

Das Inzlinger Wasserschloss, seltener Schloss Reichenstein, liegt am Ostrand der Gemeinde Inzlingen im baden-württembergischen Landkreis Lörrach. Die Gemeinde ist nahezu zur Hälfte von den beiden Landgemeinden des Kantons Basel-Stadt, Riehen und Bettingen umschlossen und die unmittelbare Nähe zur Schweiz war auch prägend für die Geschichte des Wasserschlosses. Das Wasserschloss gilt als Wahrzeichen der Gemeinde und des Landkreises Lörrach.
Urkundlich zum ersten Mal erwähnt wurde das Wasserschloss im Jahr 1511 als Besitz des Dr. med. Peter Wölfflin. Neuerdings wird eine Erstnennung auf das Jahr 1470 datiert, da bei einer Stiftung des Heinrich Reich von Reichenstein ein „Schloss oder Wasserhaus“ erwähnt wird. Während bisher ein Baujahr um 1500 angenommen wurde, wird nun ein erster Bau bereits um 1400 angenommen. In den frühen Zeiten wird nur ein festes winkelförmiges Haus mit zugehörigen Wirtschaftsgebäuden vermutet. Auch der Wassergraben dürfte erst im 16.Jahrhundert angelegt worden sein und hat wohl nie militärischen Zwecken gedient, da er gegen die damals bereits verfügbaren Kanonen keinen Schutz bot. Es handelte sich wohl um eine Modeerscheinung, die aus den Niederlanden übernommen wurde. Im Raum Basel finden sich mehrere solche Wasserschlösser: Schloss Bottmingen, Schloss Entenstein, Burg Friedlingen (abgegangen).
Die älteste bekannte Darstellung ist ein Kupferstich der von Daniel Meisner 1625 publiziert wurde. Der Kupferstich stammt vermutlich von Eberhard Kieser.
Wahrscheinlich entstand das Schloss in drei Bauabschnitten, deren erster von 1563 bis 1566 gewesen sein dürfte. Die barocke Gestalt erhielt es zwischen 1674 und 1745, die barocke Innenausstattung wurde vermutlich im 18. Jahrhundert ausgeführt. Um 1750 erfolgte eine aufwändige Umgestaltung mit Rokokostuck, Kniegetäfel, Füllungstüren, Supraporten, Kachelofen und eingelegten Fußböden, die bis heute erhalten geblieben sind. Im Rittersaal finden sich in den Ecken der Stuckdecke Abbildungen der vier Schlösser der Reich von Reichenstein (Inzlingen, Reichenstein, Landskron, Brombach). Vor dem Schloss befindet sich im Park eine Statue des heiligen Nepomuk von Johann Ladner im Jahr 1731.
Das Schloss gehörte jahrhundertelang der Familie Reich von Reichenstein. Der Basler Bürgermeister Heinrich Reich von Reichenstein († 1403) erhielt 1394 die Hohe Gerichtsbarkeit über Inzlingen als Lehen von Markgraf Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg übertragen.
1819/1820 verkauften die Reich von Reichenstein das Schloss für 19 000 Gulden. Es diente zunächst als Fabrikgebäude (Seidenbandweberei) und danach etwa 100 Jahre als landwirtschaftliches Anwesen im Besitz einer Familie aus dem Schwarzbubenland im Kanton Solothurn.
1936 wurde die barocke Außenbemalung restauriert und 1940/1941 der Dachstuhl und die Stuckdecken. Die Gemeinde Inzlingen erwarb das Schloss 1969 und ließ es bis 1978 so umbauen, dass es als Rathaus dienen kann. Außerdem befindet sich ein Restaurant gehobener Klasse im Gebäude, das für Tagungen, Konferenzen und Festveranstaltungen genutzt werden kann.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Peter van der Wielen
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 47.5868, 7.6972