SchlossMünzbach

Schloss Innernstein

Schloss Innernstein

Privatbesitz

Schloss Innernstein (auch Veste Stain, Schlösschen Kaiserstein) steht in der der Ortschaft und Katastralgemeinde Innernstein, zwei bis drei Kilometer östlich des Ortszentrums der Marktgemeinde Münzbach im Bezirk Perg in Oberösterreich.

Die ehemalige Burg steht auf einem Felskopf hoch über dem Klambachtal. Senkrecht abfallende Felsen machten das Schloss von der Nordseite her uneinnehmbar.

Im Südwesten des Schlosses steht ein massiver Rundturm, dessen ursprüngliche Höhe, wie auch die des Torturms, bei einem Umbau reduziert worden ist. Der Torturm hat ein leicht geschwungenes Zeltdach, darunter eine Uhr.

Daran schließen zwei Wohntrakte mit unregelmäßiger Fassade, da sie auf der Ringmauer der alten Feste gebaut worden sind. Über den heute zugeschütteten Burggraben führte eine Zugbrücke.

Durch die breite, kreuzgratgewölbte Torhalle gelangt man in einen viereckigen Innenhof mit Laubengängen an drei Seiten.

Die Arkaden im Obergeschoss wurden 1589 vermauert. An den dabei entstandenen Mauerflächen befinden sich die Wappen der einstigen Burg- und Schlossherren.

1906 ließ Freiherr Hermann von Tinti den Hof an der Nordseite mit einem neugotischen Wohnbau aus Bruchstein schließen. Im Westtrakt ist eine Einpfeilerhalle mit Kreuzgratgewölbe erhalten. Das Obergeschoss ist im Inneren weitgehend barockisiert. Mehrere Türen stammen aus der Zeit um 1700.

1996–1998 wurden im Rahmen der Donaufestwochen Konzerte im Schloss Innernstein veranstaltet. Damals gastierten dort u.a. die Salzburger Residenzsolisten. Das in Privatbesitz befindliche Schloss wurde in den 2010er Jahren umfassend renoviert.

1209 wurde erstmals in einer Urkunde des Stiftes Baumgartenberg ein Chunradus de Staine genannt. Dessen Schloss, das sich bis ins 15. Jahrhundert im Besitz der Familie befand, steht auf einem Felskopf oberhalb des Klambaches und wird nach wie vor bewohnt. Die Renaissance-Anlage erhielt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die heutige Form. Die Jahreszahl 1589 ist auf einem Sgraffito an der Westseite dokumentiert.

Die Stainer hatten das Schloss als Dienstmannen der Herren von Machland und später der Herren von Clam-Velburg als freieigenen Besitz inne. 1292 verpfändeten sie Teile und später die gesamte Liegenschaft und wurden zu Lehensnehmern der Kapeller und später der Liechtensteiner.

Innernstein war bis zum Ende der Grundherrschaften im 19. Jahrhundert ein liechtensteinisches Ritterlehen. 1710 wurde ein Urbar über die Baron Kaisersteinische Herrschaft Innernstein mit einem Umfang von 58 Seiten errichtet.

Schlossherren

  • 1209 bis 1292 Chrunradus de Staine
  • 1292 bis 1407 Kapeller (u.a. Ulrich II. von Kapellen, Hans I. von Kapellen)
  • 1407 bis 1850 Liechtensteiner (u.a. Hartmann von Liechtenstein)
  • 1850 bis 1876 Grafen von Clam-Martinic
  • 1876 bis 1897 Fürst und Altgraf Salm-Reifferscheid
  • 1897 bis 1969 Freiherr von Tinti
  • 1969 bis 1994 Elisabeth Brandner
  • 1994 bis 2002 Walter Nossek
  • 2003 bis dato Franz Greisinger

Lehensnehmer

  • 1292 bis 1424 Stainer (Herborg, Hanns, Friedrich Stainer, Jörg der Stainer
  • 1424 bis 1499 Steinböck, Schweinböck
  • 1499 bis 1517 Ulrich II von Liechtenstein
  • 1517 bis 1611 Veit I. bis Veit III. Flusshart (protestantisch)
  • 1611 bis 1625 Sebisch (protestantisch, u.a. Hans Georg Sebisch, Elisabeth Sebisch)
  • 1625 bis 1633 Hofkammerrat von Mühlheim
  • 1633 bis 1731 Freiherrn von Kaiserstein (u.a. Tobias Hellfried von Kaiserstein, Johann Georg von Kaiserstein und seine Frau Sophia, Ernst von Kaiserstein und seine Frau Katharina, Ernst Johann von Kaiserstein auf Innerststein, Pottendorf, Ulm und böhmisch Hörschlag)
  • 1731 bis 1804 Freiherrn von Stiebar (u.a. Johann Friedrich von Stiebar)
  • 1804 bis 1820 Freiherr von Rosenberg
  • 1820 bis 1850 Grafen von Clam-Martinic
Schlosskapelle Innernstein+

Die Allerheiligen-Kapelle im Schloss Innernstein besaß unter Baron Hermann Tinti eine Messlizenz. Die Kapelle wurde 1991 renoviert. Es ist unklar, welche der ursprünglich vorhandenen Kunstgegenstände noch vorhanden sind.

Gruftkapelle der Freiherrn von Tinti+

Die ehemalige Gruftkapelle der Freiherrn von Tinti an der Westseite des Münzbacher Friedhofs wurde 1906 vom Linzer Dombaumeister Matthäus Schlager als neugotischer Natursteinbau mit zweijochigem Langhaus, Kreuzrippengewölbe und einjochigem Chor mit Dreieckschluss errichtet. Die Filialkirche ist dem Hl. Kreuz geweiht. An der Südwand befinden sich die Grabstätte und Grabplatte von Elisabeth von Schöller-Szüts, geborene Tinti (* 1900; † 1969) und Leopold Tinti (* 1904; † 1977). Über dem Kirchenportal ist ein Relief des Tinti’schen Familienwappens.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Georg Matthäus Vischer / Public domain via Wikimedia Commons

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.2699, 14.7540