SchlossFrankfurt

Schloss Holzhausen (Frankfurt)

Schloss Holzhausen (Frankfurt)

Kulturelle Veranstaltungen

Das Holzhausenschlösschen ist ein barockes Wasserschloss, errichtet von der Frankfurter Patrizierfamilie Holzhausen auf einem ihr gehörenden Gutshof, damals nördlich von Frankfurt am Main gelegen. Heute liegt es – bedingt durch das Wachstum der Stadt im 19. Jahrhundert – im Frankfurter Stadtteil Nordend, an drei Seiten umgeben vom Holzhausenpark.

Die landwirtschaftliche Nutzung des Areals durch die Familie Holzhausen reicht bis ins Mittelalter zurück. Das Gelände wurde damals als Holzhausen Oed bezeichnet. Die Bezeichnung „Oed“ oder „Oede“ bezieht sich auf eine seinerzeit noch weit außerhalb der befestigten Stadt Frankfurt gelegene Heide.

Hier stand eine Wasserburg in dem damals noch viel größeren Burgweiher, die 1540 aufgestockt und ausgebaut, aber 1552 bei der Belagerung Frankfurts durch protestantische Reichsfürsten um Moritz von Sachsen zerstört wurde. Aus dieser Zeit stammt auch die früheste bekannte bildliche Darstellung, der Holzhausen Oed, und zwar auf dem Plan von Conrad Faber von Kreuznach, der deren Brand bei der Belagerung zeigt. 1571 wurde die Anlage wieder hergestellt.

Bau+

1729 ließ Johann Hieronymus von Holzhausen auf den Fundamenten der Wasserburg nach Plänen des kurz zuvor verstorbenen Louis Remy de la Fosse ein kleines Wasserschloss als repräsentativen Sommersitz für seine Familie errichten. Er ahmte damit als Mitglied der obersten bürgerlichen Schicht der Freien Reichsstadt Frankfurt einen Lebensstil nach, wie ihn der zeitgenössische Adel pflegte.

Der Bau zeigt sich als schlichter Rechteckbau, der an der Breitseite 5 und an der Schmalseite 3 Fensterachsen aufweist. Das Gebäude deckt ein zweigeschossiges Mansarddach, dessen oberes Stockwerk ein quadratisches Oberlicht bildet. Erschlossen wird es über eine dreibogige Steinbrücke, die wohl eine Zugbrücke des Vorgängerbaus ersetzt und vor dem Zweiten Weltkrieg überdacht war. Das rundbogige Portal des Gebäudes könnte ein Rest der Renaissance-Anlage sein. Es führt in das Eingangsstockwerk, über dem sich die Beletage sowie darüber ein weiteres Vollgeschoss befinden. Unter der Eingangsebene, unmittelbar über dem Wasserspiegel, besteht ein weiteres, ein „Kellergeschoss“.

Weitere Verwendung+

Aufgrund der in der Gründerzeit erfolgten Überbauung eines großen Teils des Parkgeländes ist die einstmals weit ausholende repräsentative Geste der Anlage heute kaum noch erfahrbar. In Resten ablesbar ist ihre Weitläufigkeit noch durch die Lage des erhaltenen schmiedeeisernen Tores vom Ende des 17. Jahrhunderts im Louis-seize-Stil, Rest der einstigen Umfassung am Oeder Weg, über 200 Meter entfernt vom Schlösschen, verbunden mit einer Allee, deren Kastanienbäume aus der Zeit um 1910 stammen. Damals wurde auch der Burgweiher auf 0,2 Hektar verkleinert.

Das letzte männliche Mitglied der Familie derer von Holzhausen, Rittmeister Adolph von Holzhausen († 1923), schenkte das Schloss und den umgebenden Park der Stadt Frankfurt am Main. Diese brachte hier die Frankfurter Abteilung des Reichsarchives unter. 1944 erlitt das Gebäude während Luftangriffen Schäden, die nach 1949 beseitigt wurden.

1953 bis 1988 beherbergte das Schlösschen das Frankfurter Museum für Vor- und Frühgeschichte. Die Ausstellung zeigte Funde aus der Archäologie Frankfurts, war aber von Anfang an räumlich stark beschränkt. Als Ausstellungsräume standen zunächst nur das Erdgeschoss und Treppenhaus zur Verfügung. Eine Dauerausstellung zur Römerstadt NIDA-Heddernheim befand sich seit 1976 ausgelagert im Deutschordenshaus. Erst mit dem Umzug 1989 in das heutige Museumsgebäude im Karmeliterkloster besserte sich die räumliche Situation des Museums.

Seit 1989 ist das Holzhausenschlösschen Sitz der Frankfurter Bürgerstiftung, die es 1995 im Innern grundlegend umbaute. Hier finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 50.1261, 8.6792