SchlossStühlingen

Schloss Hohenlupfen

Schloss Hohenlupfen

Privatbesitz

Das Schloss Hohenlupfen ist ein Schloss in Stühlingen im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg, Deutschland. Das Schloss existiert in der heutigen Form seit 1624.

Das Plateau, auf welchem das Schloß erbaut wurde, diente vermutlich bereits den Römern als Sockel für einen Signalturm.

Die ursprüngliche Burganlage Hohenlupfen wurde durch die Grafen von Lupfen erbaut und 1093 erstmals erwähnt. Im Jahr 1499 wurde die Burg im Schweizerkrieg von den Eidgenossen zerstört. Der nach 1499 erfolgte Wiederaufbau der Anlage wurde notdürftig durchgeführt, weshalb die Burg in der Folgezeit als "baufällig" bezeichnet wurde. Es ist dies dadurch zu erklären, dass der Landgraf zu dieser Zeit in Engen im Hegau residierte, und seine Burg zu Stühlingen nicht brauchte.

Nachdem die allseits bekannten Pappenheimer die Landgrafschaft Stühlingen als Lehen übernommen hatten, bauten sie in den Jahren 1620–1624 unter Maximillian I. die abgewrackte Burg zum Schloss in der heutigen Form um.

Ehemalige Besitzer des Schlosses

  • die Herren von Staufen
  • die Herren von Küssaberg
  • die Herren von Pappenheim
  • die Fürsten zu Fürstenberg (Fürstenhaus Fürstenberg)
Heutige Nutzung+

Der Besitz, der auch Ländereien im Umfeld des Schlosses beinhaltet, ging im Dezember 2011 vom Fürstenhaus Fürstenberg zu Donaueschingen an einen Privatmann aus der schweizerischen Nachbargemeinede Schleitheim über. Über die weitere Verwendung der Anlage lässt sich momentan keine Aussage machen.

Das Schloß ist auf einem freistehenden Felsplateau am östlichen Rande des badischen Albgaus hoch über dem mittleren Wutachtal angelegt. Die korrekte und früher ausschließlich verwendete Bezeichnung lautet Schloß Stühlingen, woraus der sich der zu Füßen des Schlosses gelegene Ort Stühlingen ableiten lässt. Da sich auf Höhe Stühlingens zwei Seitentäler von links und rechts mit dem Wutachtal vereinigen, ergibt sich daraus ein Talkreuz. Dieses Kreuz diente den talseitig verlaufenden Verkehrswegen als Wegekreuz und erlangte so eine gewisse Bedeutung für die Region. In diesem Kontext erscheint die Plazierung des Schlosses schräg gegenüber der Schleitheimer Talmündung als sinnvoll. Weiterhin ist die rechte Talflanke ca. 60 Meter höher, so daß die gegenüber liegende linke Talflanke und der angrenzende Hallauer Berg sich gut überblicken lassen.

Anlage+

Da die Landgrafen zu Lupfen sehr oft in finanziellen Schwierigkeiten steckten, machte as wehrhafte Gemäuer vermutlich einen zwar wehrhaften, aber auch ärmlichen Eindruck. Der Wehrturm war im typischen Kastell-Stil quadratisch-praktisch mit dicken Mauern erbaut. Die Schießscharten im Burgturm sind noch heute ebenso wie der ursprüngliche Wehrturm gut zu erkennen. Vom Innenhof der Anlage ist der Turm zugänglich, und im Innern mit einer hölzernen Wendeltreppe versehen. Beim Umbau zum Schloß wurde der Turm um einen achteckigen Aufbau und eine welsche Turmspitze ergänzt.

Das Hauptgebäude ist als großzügig dimensioniertes Herrenhaus angelegt. Am nördlichen Ende des Haupttrakts schließen sich im rechten Winkel ein Wehrturm und ein Gesindetrakt an. An diesem Ende des Haupttrakts befindet sich im Obergeschoß der Rittersaal. Zwischen dem Rittersaal und dem Gesindetrakt existiert eine durchgehende Verbindung, der sich an die Außenseite des Turms anschmiegt. Im Kellergeschoß unterhalb des Rittersaals befindet sich zudem die Schloßkapelle.

Talseitig wird die Anlage durch eine Wehrmauer geschützt, die südlich bzw. westlich durch einen Burggraben abgelöst wird.

Im nördlichen Vorhof befindet sich ein Ökonomiegebäude, das halbseitig durch einen Brand zerstört wurde. Erhalten geblieben ist der Torbogen als heute einzige Zufahrt zum Schloss.

Stark verfallen ist die alte Straße zum Schloss, die in Richtung Bonndorf links neben der Haarnadelkurve beim Wasserreservoir an der Kreisstraße beginnt, um direkt an der Talwange steil anzusteigen bis zur talseitigen Wehrmauer und dem Vorhof des Schlosses.

Mythen und Legenden+

Wie viele andere Schlösser und Burgen auch, so ranken sich auch um das Stühlinger Wahrzeichen diverse Mythen, die im folgenden näher ausgeführt werden.

Der Schneckenstreit

Clementia von Montfort, die Gattin des Grafen Sigismund II. zu Lupfen, soll einst einen Frondienst von den Leibeigenen eingefordert haben. Sie befahl ihren Untertan, im Walde Schneckenhäuschen zu sammeln, um diese als Garnrollen benutzen zu können. Diese Willkür der Gräfin erregte den Unmut der Stühlinger Bauern derart, dass sie gegen den Landgrafen aufbegehrten und sich zum 1524 zum Bauernaufstand erhoben.

Die Sage beschreibt sehr bildhaft die Willkür und den autoritären Umgang der Grafen und Fürsten mit ihren Untertan. Die Tücken liegen aber wie immer in Details. Der Graf zu Lupfen residierte bereits seit längerer Zeit in seinem Herrschaftssitz in Engen. Bereits 1499 erlebte er die Zerstörung seiner Burg in Stühlingen durch die Eidgenossen nicht mehr selbst, sondern uberließ dies seinem Stellvertreter, dem Obervogt. Die Burg wurde hernach so notdürftig wieder aufgebaut, so dass sie in den Aufzeichnungen als „baufällig“ bezeichnet wurde. Allerdings führten die Lupfener in Engen einen aufwendigen Lebensstil, der über den Zehnten, Frondienste usw. vom Volk finanziert wurde.

Der See unter dem Schloss

Unter dem Schloss soll ein See von unergründlicher Tiefe liegen, der einst ausbrechen wollte. Ein Kapuziner stopfte das Loch mit seiner Kapuze, und wenn diese eines Tages verfault ist, so wird der See alle Orte des (mittleren und unteren) Wutachtals hinweg schwemmen.

An dieser Sage fällt auf, dass aus der Schlosshalde mehrere kleine Quellbäche entspringen, die u.a. früher auch dazu genutzt wurden, den Wehrgraben um das Städtle herum mit Wasser zu füllen. Das Plateau südlich des Wassergrabens heißt „Seegärten“, weil es dort früher oft zu Überschwemmungen kam. Überall quillt also Wasser unter dem Schloss hervor...

Der kühne Sprung

Landgraf Max zu Stühlingen, ein starker und gewandter Hüne, wettete bei einem Trinkgelage im Obergeschoss des Stühlinger Schlosses, dass er schneller als sein Konkurrent auf den Rücken seines Pferdes komme. beide Rösser standen vor dem Schloss. Seinem Gegner, einem Freiherrn, gewährte er ein Stockwerk Vorsprung. Während der Freiherr zum Pferde eilte, sprang der Landgraf aus dem Obergeschoss direkt auf den Rücken seines Schimmels, und gewann die Wette.

Bis heute unklar ist, welche Hilfsmittel der Landgraf benutzte. Ein Sprung aus zumindest sechs Metern Höhe direkt in einen Sattel hinein, ohne den Schwung mit den Beinen abfangen zu können, das erscheint sehr gewagt.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 47.7417, 8.4353