SchlossKarsbach-Höllrich

Schloss Höllrich

Schloss Höllrich

Privatbesitz

Im Jahre 1331 errichteten Andreas, Dietz, Lutz und Albrecht von THÜNGEN, die Stammväter der Thüngen'schen Hauptlinie, mit "Wissen und Willen" des Bischofs Wolfram von Würzburg, die REUSSENBURG, gelegen auf dem EICHELBERG beim Dorf "HILDERICH". Die Thüngen versprachen, "daß wir und unsere Nachkommen auf der Reußenburg unserem Herrn Bischof und seinem Stifte zu ewigen Zeiten treu und gewahr seien und ihm diese Burg bei aller vorkommenden Notdurft öffnen wollen wider alle seine Feinde."

Unterhalb der Burg entstand der Hof Reußenberg. Widerholt kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Bischof von Würzburg und den Thüngen. 1438 belagert Bischof Johann II. mit 3000 Mann Fußvolk und 1000 Reitern vergeblich die Burg. Im Bauernkrieg wurde die Reußenburg 1525 von den aufständischen Bauer erstürmt und in Brand gesetzt. Die seitherige Burgruine und das Hofgut Reußenberg (1945 verschwunden) liegen heute im Gebiet des Truppenübungsplatzes Hammelburg.

An Stelle der Burg bauten sich die Thüngen mitten im Dorf Höllrich ein Wasserschloss, dass um 1561 fertiggestellt wurde. Die dreiflügliche Schloßanlage mit vier Ecktürmen (nur die beiden Südtürme erhalten) ist von einem 10 m breiten und 6 m tiefen Wassergraben (heute trocken) umgeben. Der Westflügel wurde 1720 im Barockstil umgestaltet. 1883 verkaufte das thüngen'sche Rentamt Zeitlofs das gesamt Inventar an das Berliner Nationalmuseum. Bis 1961 war das Schloß bewohnt, verfiel dann zusehnds. Seit einigen Jahren versucht ein Privatmann es wieder herzurichten. Die landwirtschaftlichen Flächen bewirtschaften die Freiherren von ihrem Hauptsitz in Thüngen aus.

Die Besitzer des Schlosses und die Dorfherren von Höllrich wechselten oft. 1601 kamen Höllrich, Heßdorf und der Hof Reußenberg an Martin von der Tann. Weitere Besitzer waren die Berlichingen, Stein, Johann Georg Schenk zu Schweinsberg, Fulda und der Ritterkanton Rhön-Werra. Erst 1744 gelangte ganz Höllrich wieder an Philipp Christoph Dietrich von Thüngen. Nach 1765 wurde Höllrich zum Fiedeikommißgut der Lutzischen Linie der Thüngen erklärt. Wegen der Handlohnzahlung (Abgabe bei einem Verkauf) kam zwischen den Thüngen und dem Juliusspital in Würzburg zu einem langwierigen Streit von 1731 - 1792.

Über 200 Jahre stritten die Höllricher Bauern mit den Thüngen wegen ihrer Waldrechte, konnte aber eine Anerkennung ihrer Eigentumsrechte nicht durchsetzen. Von 1782 - 1810 prozessierten auch die Höllricher Geschirrfröner wegen zu hoher Frondienste mit den Thüngen. Zunächst ohne Erfolg, schließlich erreichten sie doch eine Ablösung der Frondienste um 6700 Gulden.

Anfangs gehörte Höllrich zu der Urpfarrei Eußenheim-Aschfeld. Wahrscheinlich war es dann eine Filiale von Karsbach, bis es im 14. Jahrhundert selbstständige Pfarrei wurde. Meist wird Otto Wilhelm von Thüngen als der "Reformator" Höllrichs bezeichnet. Wohl um 1556 wurde hier die REFORMATION eingeführt. Zeitweise wurden Höllrich und Heßdorf vom Pfarrer in Bonnland betreut. Seit 1642 ist der jeweilige Geistliche Pfarrer von Höllrich und Heßdorf. Die Patronatsrechte hatte für Höllrich die Lutzsche Linie und für Heßdorf die Lutzsche und Andreassche Linie der Thüngen gemeinsam.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Mobile Geschichte

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Lage: 50.0675, 9.7945