SchlossHindelbank

Schloss Hindelbank

Schloss Hindelbank

Gefängnis

Ab 1866 diente der ehemalige von Erlacher Familienbesitz (Schloss/1725) als Armenanstalt, ab 1896 als "Zwangsarbeitsanstalt" für Frauen. Ab 1912 wurde der Betrieb als Arbeits- und Strafanstalt für Frauen geführt.

1958 erfolgte die Eröffnung des den Anstalten angegliederten Übergangsheimes Steinhof in Burgdorf (Halbfreiheit für Frauen und Männer). Es wurde 1998 geschlossen und 1999 als Aussenwohnungruppe (Offener Vollzug, Halbreheit) wieder eröffnet.

1959 wurde die Konkordatsanstalt mit Erstmaligen- und Rückfälligenabteilung erbaut. Die Anstalt erhielt ihren heutigen Namen: "Anstalten in Hindelbank". Ab 1983 wurde der Gesamtbetrieb zwecks Einführung einer Neukonzeption einer Total-Reorganisation unterzogen (Einführung des betreuungsorientierten Gruppenvollzuges). In den Jahren 1986-1989 erfolgte die Planung und Projektierung der Gesamtsanierung. Die Bewilligung für eine Teilsanierung wurde vom Grossen Rat des Kantons Bern im Jahre 1993 erteilt. Im Zeitraum 1995-1997 wurde die Strafanstalt, in der deutschsprachigen Schweiz die einzige für Frauen, mit einem Kostenaufwand von gut 16 Millionen Franken teilweise saniert.

Vollzug von Gefängnis- und Zuchthausstrafen zwischen 30 Tagen und lebenslänglich, Vollzug strafrechtlicher Massnahmen, Durchführung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung sowie des vorzeitigen Straf- und Massnahmenvollzugs.

In Hindelbank stehen insgesamt 94 Plätze zur Verfügung, davon 88 in den fünf Wohngruppen für den Normalvollzug und sechs in der Wohngruppe für Mutter+Kind. Zudem betreiben die Anstalten in Burgdorf die Aussenwohngruppe Steinhof mit 14 Plätzen, wo Insassinnen gezielt auf die gesellschaftliche Wiedereingliederung vorbereitet werden; dort können auch Frauen aufgenommen werden, die den letzten Teil ihrer Strafe in Halbfreiheit (mit einem externen Arbeitsplatz) verbüssen.

Die eingewiesenen Frauen arbeiten in der Wäscherei, der Kartonage, der Gärtnerei, der Schneiderei, der Töpferei und der Beschäftigungswerkstatt sowie in der Küche, dem Hausdienst, dem Technischen Dienst und dem internen Reinigungsdienst der Wohngruppen.

In Hindelbank sind Frauen ab 18 Jahren und aus rund 25 Nationen untergebracht; ungefähr zwei Drittel der Insassinnen sind ausländischer Herkunft. In der gleichen Grössenordnung liegt der Anteil Frauen, die wegen Drogendelikten verurteilt worden sind.

Praktiziert wird der betreuungsorientierte, auf die Resozialisierung ausgerichtete Gruppenvollzug. Tagsüber können sich die Insassinnen in den Wohngruppen bzw. an den Arbeitsplätzen frei bewegen, von 21.30 Uhr bis 06.30 Uhr sind sie in Einzelzellen eingeschlossen. Die Sozialarbeit ist in den Betreuungsdienst integriert.

Die Insassinnen können eine Lehre oder Anlehre absolvieren, Kurse besuchen, die Bibliothek benützen und an Freizeitaktivitäten teilnehmen. Die seelsorgerliche Betreuung ist gewährleistet.

Die Direktorin und die LeiterInnen der Abteilungen (Betreuung, Gesundheitsdienst, Gewerbe, Sicherheits- und Besucherdienst, Verwaltung) bilden zusammen das Leitungsteam. Zirka 110 Mitarbeitende (davon ungefähr 85 Frauen) teilen sich 73,5 Vollzeitstellen. Die jährlichen Betriebsaufwendungen betragen mehr als zehn Millionen Franken.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 47.0331, 7.5411