Gemeinnützige St. Fidelis Jugendhilfe GmbH
Schloss Heudorf

Den Ursprung des Schlosses Heudorf bildete vermutlich ein sogenannter Maierhof, dessen Erbauungsjahr unbekannt ist. Der Besitzer, ein Angehöriger des Kriegerstandes, ließ an das östliche Ende dieses Maierhofes einen Streitturm anfügen, so daß eine kleine Burg entstand. Um diese zog man einen Wall mit Wassergraben und Zugbrücke.
Die einzelnen Besitzer der folgenden Jahrhunderte bauten nun - in mehreren Bauabschnitten - aus dieser Burg die gesamte Schlossanlage.
- 1293 - 1471 Die Herren von Hornstein - Aus dieser Zeit soll der Nordflügel und die linke Hälfte des Mittelbaues des heutigen Schlosses stammen.
- 1471 - 1790 Die Reichsfreiherren von Stotzingen - Der südliche Flügel und die rechte Hälfte des Mittelbaues, ebenso die Pfarrkirche St. Oswald sollen unter dieser Herrschaft erbaut worden sein.
- 1790 - 1856 Die Fürsten von Thurn und Taxis - Unter diesen Besitzern ist das Schloß Heudorf zu verschiedenen Zwecken verwendet worden.
- 1854 - 1920 Thurn- und Taxisches Forstamt - Dieses für die Thurn- und Taxischen Wälder in Oberschwaben zuständige Forstamt wird von Buchau nach Schloß Heudorf verlegt.
- 1920 - 1932 Die Ehrwürdigen Töchter des hl. Vinzenz v. P. - Die zur Kongregation von Untermarchtal gehörenden Schwestern richteten hier die "St. Oswaldpflege", eine Lehr- und Erziehungsanstalt für schwachsinnige, noch bildungsfähige Kinder ein.
- 1932 - 1937 Claretiner Patres - Aus Spanien vertrieben, suchen sie im Schloß Heudorf eine neue Heimat. Sie betreiben die zum Schloß gehörende Landwirtschaft.
- 1938 - 1943 Thurn- und Taxisches Forstamt
- 1943 - 1945 Begabtenaufbauschule für technischen Nachwuchs und Malerschule.
- 1945 - 1952 Polenlager - Nach dem Zusammenbruch beziehen polnische Fremdarbeiter, aus der Zeit des 3. Reiches, Schloß Heudorf. In dieser Zeit beherbergt das Schloß oft bis zu 300 Personen.
- 1953 - 1956 "Ferien vom Ich" unter der Leitung von Walter Kiesewetter. Es ist eine Art Hotelgewerbe mit Reitschule und Tierschau. Dieses Unternehmen erweist sich aber als unrentabel, so daß schon nach 3 Jahren auch diese Bewohner wieder ausziehen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gebäude, baulich gesehen, völlig ruiniert.
- Seit 1956: Die "Immakulata-Schwestern" - Mutter m. Theresia vom Kloster Brandenburg a.d. Iller kaufte im Januar dieses Jahres das Schloss Heudorf von den Fürsten von Turn- und Taxis für 70000 DM. Sie wollte ihre Sonderschule für Lernbehinderte von Gutenzell Krs. Biberach ins Schloss Heudorf verlegen, da die dortige Unterkunft -altes Bräuhaus- unbrauchbar und für den geplanten Zweck nicht geeignet war. Noch im selben Jahr richteten sie hier eine Hilfsschule für lernbehinderte Kinder ein. Da das Gebäude in recht verwahrlostem Zustand war, mussten dem neuen Zweck und trotzdem dem Denkmalschutz entsprechend umfassende bauliche Veränderungen vorgenommen werden, die bis zum Jahre 1996 unter der Leitung der langjährigen Oberin des Hauses, Sr. Gabriele, mit nicht weniger als 42 Bauvorhaben zu einer vorbildlichen Einrichtung der Kinder- und Jugendpflege gewachsen ist. Heute bietet das Heim St. Josef Heimat für Kinder und Jugendliche, die der Hilfe zur Erziehung nach § 27 KJHG bedürfen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Heudorf_Schloss_01.jpg?uselang=de
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.1318, 9.5160