Kulturelle Veranstaltungen
Museum
Schloss Hessen

Schloss Hessen war die Sommerresidenz der Braunschweiger Herzöge. Vor 1560 ließ Herzog Julius, noch als Prinz, das Schloss ausbauen. 1564 erblickte hier der spätere Herzog Heinrich Julius das Licht der Welt, der als gelehrtester Fürst seiner Zeit galt. Schon früh begann dieser, intensiv Bücher zu sammeln. Und vielseitig war er auch: er führte nicht nur den Protestantismus ein, sondern brachte von einer Reise aus England auch die erste Kartoffel mit. Das kulturelle Leben am Rande des Fallstein erlebte eine ungeheure Blüte. Tatsächlich blickte die zivilisierte Welt schon früh auf das kleine Hessen - und zwar mit überraschten Augen. Die Pflanzensammlung in den ausgedehnten Renaissance-Gärten Hessens stellte mit 1700 Arten selbst königliche Anlagen wie Kopenhagen und Oxford in den Schatten. Der bronzene Figurenschmuck war zeitlos schön und ist heute noch zu bewundern: Teile stehen im Herzog Anton Ulrich-Museum (Braunschweig), im Rijksmuseum (Amsterdam) und im Louvre (Paris). Die Orgel schließlich, die Esaias Compenius eigens für die Schlosskapelle baute, wird auf Schloss Frederiksborg in Dänemark noch heute bespielt. Später diente das Schloss als Witwensitz, es wurde nach einem Brand 1641 immer mehr vernachlässigt.
1951 begannen die Behörden der DDR mit dem Abbruch des Schlosses. Der Grund, so Hessener Einwohner: es fehlte angeblich an Packmaterial für Wege und Straßen.
Die Unterburg wurde wechselnd genutzt, mal als Pagenhaus, dann als Pferdestall und wieder als Pächterwohnung. Nach der Grenzöffnung wurde der Hausmannsturm saniert, in dem heute ein Kindergarten untergebracht ist. Die Oberburg verfiel zusehends. Der Westflügel war schon 1946 abgerissen worden, der Nordflügel brach in den 1970er Jahren weg. Übrig blieben der Ostflügel, der eine Kapelle enthielt, und der Südflügel. Durch die eingefallenen Dächer prasselte Regen in die Schlossreste. Seit 1995 setzt sich der Förderverein Schloss Hessen für seinen Erhalt ein.
Das Dach des Ostflügels ist Gegenstand der "Sicherungsmaßnahme, Teil I". Der Eckpavillon ist dann Gegenstand des zweiten Bauabschnitts. Die Aussichtsplattform ist in luftiger Höhe bereits neu gegossen worden und ermöglicht den Blick auf den Renaissance-Garten, wie er auf einem alten Merian-Stich abgebildet ist. Die Wendeltreppe soll wieder auf die Aussichtsplattform führen, von der aus die Sicht zu drei Seiten offen ist - lediglich der Südflügel schränkt den Rundblick ein. Der Bahndamm wurde freigeschlagen, so dass die gesamte Anlage sichtbar wird. Zum Tag des offenen Denkmals wurde der Rasen in unterschiedlichen Höhen gemäht, so dass die Konturen von Wegen und Fächern erschienen. Der Keller des Eckpavillons soll Platz für einen Jugendraum bieten; im Erdgeschoss ist eine Heimatstube geplant und mittlerweile teilweise eingerichtet. In einem Museum können sich die Besucher in den Stockwerken darüber über die Schlossgeschichte und den Lustgarten informieren.
Auch der Südflügel ist mittlerweile mit einem Dach versehen und innenräumlich saniert worden. Hier finden Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Auch der Schlosshof wird wieder genutzt. Beginnend mit dem Castle Rock Open Air im Jahre 1997, einer Freiluftveranstaltung mit moderner Musik zugunsten des Fördervereins, wurden weitere Veranstaltungen etabliert, wie Schlossweihnacht, Astronomietage und Tag des offenen Denkmals.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
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