Bildungshaus
Schloss Hersberg

Hersberg wird 1276 erstmals in Verbindung mit „Berctoldus et Henricus de Herisberch“ erwähnt. Am 16. April 1286 wird in einer Urkunde ein Heinricus von Hersperg als Zeuge in einer Schenkungsurkunde das Kloster Baindt genannt. Die Herrn von Hersperg, die in diesem Gebiet die niedrige Gerichtsbarkeit haben, wohnen in einem „hölzernen Gebäude, das auf einer steinernen Stütze ruhte“. 1466 nennt sich Jos. Rudolf aus Überlingen als Besitzer des Anwesens „Jos Rudolf von Hersberg“. Die Junker von Hersperg stehen in der Folgezeit abwechselnd in den Diensten des Hauses Österreich, der Grafen von Heiligenberg, der Reichsstadt Überlingen und der Stadt Konstanz. 1550 wird der Frontalbau mit seinen noch heute weithin sichtbaren gotischen Treppengiebeln durch Hans Rudolf von Hersperg errichtet. Von 1595 bis 1614 fand der Prozess des Ferdinand von Hersperg mit dem Bischof von Konstanz, dem Grafen von Heiligenberg und dem Stift St. Johann in Konstanz wegen schweren Jagdfrevels und Veruntreuung von Lehensgut statt. 1621 kauft Abt Bartholomäus Ehinger von Ochsenhausen das Schloss und Rebgut Hersberg für 31.000 Gulden von der Witwe des Ferdinand von Hersperg. Von 1658 - 1780 erfolgte eine Modernisierung des Schlosses im Stil der Zeit. Auf dem Frontalbau wird ein Belvederetürmchen errichtet, der Ostflügel verlängert, die Schlosskirche barockisiert, in verschiedenen Räumendes Hauses werden Stuckdecken eingezogen und im Innenhof ein fließender Brunnen angelegt. 1779/80 erwirbt die Reichsabtei Ochsenhausen vom Fürsten von Fürstenberg über Hersberg die Grafschaftsrechte und damit die hohe Gerichtsbarkeit. 1803 kommt Hersberg infolge der Säkularisation des Reichsstiftes Ochsenhausen in Besitz des österreichischen Staatsministers Wenzel von Metternich. 1831 verkauft Metternich Hersberg an den würtembergischen Freiherrn Gremp von Freudenstein. 1838 kauft Fürst Konstantin von Salm-Reifferscheidt-Krautheim, Adjutant des badischen Großherzogs das „Rittergut in ausnehmend schöner Lage mit herrlicher Aussicht“. 1846 wird im Tausch mit Waggerhausen bei Friedrichshafen die württembergische Exklave Herrschberg badisch. Am 7. Februar 1929 kauft die „Gesellschaft vom Katholischen Apostolat“ (SAC) von Fürst Franz Josef von Salm Reifferscheidt-Dyck das Schloss Hersberg. Am 19. Mai 1930 eröffneten die Pallottiner (SAC) das Spätberufenenseminar „St. Josef-Hersberg“. 1940 wurde die Schule geschlossen. Es erfolgte die Belegung des Hauses mit Besserabiendeutschen.
1945 wurden 22 Gefangenen und deren Bewacher aus der Wehrmachtsfestungshaft-Küstrin aufgenommen, die vor dem Feind in sicherheit gebracht werden sollten. Es handelte sich um Offiziere in "Sippenhaft" im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitler. Von 1945 - 1947 diente das Schloss als Kaserne für die französischen Besatzungstruppen. Von 1947 - 1992 erfolgte die Wiederaufnahme des Schulbetriebes zunächst als Aufbaugymnasium, dann als Gymnasium. Der Hersberg wurde massiv erweitert durch den Anbau des Ostflügels (1956), den Bau der Ökonomie (1960) und den großen Schulneubau (1968). Wegen abnehmender Schülerzahl wurde die Schule 1992 geschlossen. Ab 1992 erfolgte die Umgestaltung der Anlage in ein Bildungshaus. Im Oktober 1994 erfolgte die Einweihung als Geistliches Haus der Pallottiner. Schätzungsweise 800 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür und bewunderten den in neuem Glanz erstrahlten Hersberg mit seinen Räumlichkeiten.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Immenstaad-5033.jpg
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