SchlossAllerheiligen bei Wildon

Schloss Herbersdorf

Schloss Herbersdorf

Privatbesitz

Die Herbersdorfer sind als Wildoner Dienstmannen "de Herwigesdorf" erstmals 1147 urkundlich erwähnt, und etwa seit dieser Zeit existiert auch das Schloß Herbersdorf, in dessen Nähe Markwart von Herbersdorf 1218 eine Kirche für sich und seine Untertanen errichten ließ; um Schloss und Kirche sollte sich nach und nach das Dorf Allerheiligen bei Herbersdorf entwickeln. Die Herbersdorfer, die auch in einer zweiten Linie ein Schloss bei Stainz besaßen, erwarben in unserer Gegend zahlreiche Höfe und Ländereien und hatten die Herrschaft Herbersdorf bis 1609 inne, als diese mit dem Tod des letzten Herbersdorfers an die Glojacher überging. Die Glojacher waren als Bauernschinder übel beleumdet und mussten aufgrund hoher Steuerschulden Herbersdorf bald an die Jesuiten verkaufen.

Diese übernahmen die Herrschaft 1640 und begannen unmittelbar danach mit umfangreichen Umbauten, welche - mit Unterbrechungen - bis ins späte 18. Jahrhundert fortdauerten und dem Schloss weitgehend sein heutiges Gepräge verliehen. Die Jesuiten nutzten Herbersdorf vor allem als Sommerfrische für das Grazer Collegium, doch wurde 1680 wegen der in Graz wütenden Pest der Unterricht der Scholastiker der Grazer Universität - damals auch unter jesuitischer Führung - hierher verlegt. Mit jesuitischer Unterstützung wurde auch die Kirche des kleinen Ortes ungewöhnlich prächtig ausgebaut. 1773 ging die jesuitische Zeit zu Ende, der Orden wurde aufgelöst, die Herrschaft Herbersdorf fiel an den staatlichen Religionsfonds. Für die Untertanen brachte diese Periode radikale Veränderungen und große Unsicherheit, jedoch auch große Entlastungen mit sich, denn der Staat versuchte in dieser Zeit, das völlig veraltete und ungerechte System der Lehensherrschaft zu vereinheitlichen, später gar abzuschaffen und den Bauern eine sichere Existenz frei von herrschaftlicher Willkür zu schaffen.

1812 kaufte der im Kampf gegen die napoleonische Besatzung ausgezeichnete Südtiroler, aus Schlanders stammende, Freiheitsheld Martin Teimer Schloss und Herrschaft von Allerheiligen und lebte hier mit seiner Familie bis zu seinem Tod 1838. Von da an wechselte die Herrschaft achtmal den Besitzer, bis sie 1932 von Herta und Friedrich Nitsche, Edle von Hohenplan übernommen wurde, die sie in den schwierigen Zeiten der Rezession und des 2. Weltkrieges innehatten. Während der Kriegsjahre waren volksdeutsche Flüchtlinge und die "Volksdeutsche Mittlungsstelle" einquartiert. Die Familie Nitsche bewohnte lediglich den ersten Stock; kurzzeitig bezog auch eine ukrainische SS Division hier Quartier; schließlich blieb auch nach Kriegsende Herbersdorf von Plünderungen und Diebstählen durch Besatzer und selbst Teile der Dorfbevölkerung nicht verschont.

Die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen und der Arbeitskräftemangel machten den Gutsbetrieb zunehmend unrentabel. 1958 gab Dr. Nitsche den landwirtschaftlichen Betrieb weitgehend auf und konzentrierte sich auf den Obstbau, doch auch dieser wurde mehr oder weniger im Nebenerwerb betrieben, das Schloss konnte dadurch nicht erhalten werden. 1988 wurde Herbersdorf an den Bauunternehmer Leitner verkauft und zu Mietwohnungen umgebaut.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Allerheiligen_Schloss_Herbersdorf_IMG_4441.jpg?uselang=de

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 46.9148, 15.5491