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Schloss Heddernheim

1740 ließ Philipp Wilhelm von Riedt das Neue Schloss im Ortskern von Heddernheim als Wohnsitz für seine Familie erbauen; im 18. Jahrhundert hieß die Straße Holzgasse, später bis zur Eingemeindung des Dorfes nach Frankfurt Langgasse und seitdem Alt Heddernheim. Der vor dem Dreißigjährigen Krieg genutzte Kirchhof, unmittelbar vor dem Neuen Schloss gelegen, wurde in einen Park einbezogen; als Grünanlage und Kinderspielsplatz blieb das ehemalige Friedhofsgelände bis heute unbebaut. Der Schlosspark erstreckte sich vom Niddaufer bis zur heutigen Oranienstraße (damals: Taunusstraße) und reichte südlich bis zur heutigen Diezerstraße (damals: Schulgasse), nördlich bis etwa zur heutigen Einmündung der Gerningstraße in die Oranienstraße. In der im Schloss eingerichteten Hauskirche Zum Heiligen Kreuz feierte zunächst der katholische Pfarrer von Weißkirchen für die herrschaftliche Familie, deren zahlreiche katholische Bedienstete und die wenigen ortsansässigen Katholiken die Heilige Messe. Bald darauf berief Herr von Riedt auf eigene Kosten (100 Gulden pro Jahr bei freier Kost und Unterbringung) einen eigenen Geistlichen, der ab 1746 auch der neu gegründeten katholischen Pfarrei Heddernheim vorstand. „Bei dem Bau des Schlosses war meine fürnembste Absicht dahin gerichtet, den bei schwedischen Kriegstroublen anno 1631 verstörten Katholischen Gottesdienst wiederherzustellen,“ notierte Herr von Riedt.
1764 gelangte das Gebiet, das noch immer mainzisches Lehen war, durch erneute weibliche Erbfolge an die Herren von Breidbach-Bürresheim, hohe Beamte am Hofe am Hof von Nassau. Dadurch wurde das Heddernheimer Schloss häufig Schauplatz festlicher Veranstaltungen, bei denen auch der Herzog anwesend war und im Vierspänner vorzufahren pflegte. 1803 gelangten die Mainzer Hoheitsrechte mit dem Reichsdeputationshauptschluss an das Fürstentum Nassau (ab 1806: Herzogtum Nassau; daran erinnern zahlreiche Straßennamen. Im gleichen Jahr wurde Heddernheim ein Flecken und Sitz einer Fürstlichen Amtsverweserey; mit der Rangerhöhung waren allerdings keine zusätzliche Rechte für den Ort verbunden.
Der Haupttrakt des Neuen Schlosses besteht noch (Alt Heddernheim 30), allerdings wurde das gesamte Schlossgelände 1908 von Freiherr Hubert Anton von Breidbach an die Stadt Frankfurt verkauft, nachdem die Besitzerfamilie rund 30 Jahre zuvor in der Oberpfalz das Schloss Fronberg erworben hatte und dorthin verzogen war; die ehemaligen Herren von Heddernheim sind dort in den Schlossräumen auf Ölgemälden zu sehen. Das Heddernheimer Schlossgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben erheblich beschädigt; das Dachgeschoss wurde danach nicht mehr im alten Stil wiederaufgebaut.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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