SchlossHardisleben

Schloss Hardisleben

Schloss Hardisleben

Privatbesitz

Im dritten Jahrhundert siedelte sich ein westgermanischer Stammesverband, die Warnen aus Nordschleswig, in der Gegend von Hardisleben an. Eine Hundertschaft in Hardisleben fand im Lossabogen, am Auberg ein ideales Gelände für einen gesicherten Schutz. Befestigungen wurden in Form eines Wallgrabens angelegt. Die erste von den Warnen gegründete Siedlung befand sich in der Schenke bis zur Niedermühle „Schenkenhohle“. Warnensiedlungen waren Haufendörfer, bewohnt von einer großen Sippe. Die Familien betrieben gemeinsam Weide- und Feldwirtschaft. Fachleute halten das 50 Meter lange Riesengrab, Gräben und Wälle in Harassholz, die Schanzen und den Höhenzug am Loh für Spuren aus der Zeit der Völkerwanderung. Von den Warnen wurde eine zweite Siedlung um 300 im Bereich des heutigen Oberdorfes gegründet. Die Schutzwasserburg wurde um 500 n. Chr. altthüringischer Herrensitz. 531 wurde durch die Niederlage der Thüringer in der Schlacht bei Burgscheidungen an der Unstrut das Königreich zerschlagen. Das Gebiet gelangte unter fränkischen Einfluss.

Durch Ansiedlung fränkischer Soldaten bildete sich in der Folge ein Straßen- und Reihendorf heraus. Die Burganlage von Hardisleben wurde zu einem fränkischen Fronhof umgewandelt. Diese Epoche ist gekennzeichnet durch den Übergang von der Zweifelder- zur Dreifelderwirtschaft und den beginnenden Weinbau. Die Flurbezeichnung „Auf dem Weingarten“ hat ihren Ursprung hieraus.

1230 wurde Hardisleben urkundlich erstmals erwähnt. Den ersten Hinweis auf eine Befestigungsanlage im Ort gab es 1239, als der Zeuge Heinrich von Hardisleben als Dienstmann des Thüringer Landgrafen erwähnt wurde. Der Besitz ging dann an das Herzogtum Sachsen-Weimar über. Erst 1342 gelangte die Burg wieder unter einen Thüringer Herrn. 1508 ging der Besitz an die Herren von Mühlich über. 1585 kaufte Herzog Friedrich Wilhelm von Altenburg dem Kurt von Münlich das Rittergut Hardisleben samt dem Dorfe und den Ortschaften, Teutleben und Eßleben ab und fügte 1590 noch Mannstedt hinzu. Herzog Friedrich Wilhelm wohnte bis 1627 zeitweilig zur Jagd hier im Schloss. Vor dem Eingang des Schlosses lag die Fronfeste, die 1772 erbaut worden war. Sie enthielt nicht nur eine Wohnung für den Amtsdiener, sondern auch vier Gefängnisräume. Die dort befestigten Ketten befanden sich bis vor kurzem noch an der Wand des Grundstücks.

1679 fielen nach einem Brand das Schloss und Vorwerk sowie große Teile des Dorfes zum Opfer. Das herzogliche Schatullgut baute man nach 1700 unter Herzog Johann Ernst III. von Sachsen-Weimar zum Lustschloss für dessen Gattin aus. Bis 1715 wurde die Pfarrkirche neu aufgebaut und ausgestattet. Nach dem Tod der Herzogin ca. 1738 wurde das Schloss zum Jagdschloss umgebaut. 1739/40 wurde die Anlage erweitert.

1945 wurden Gebäudeteile abgerissen und 1995 große Teile wieder aufgebaut.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.1536, 11.4257