SchlossHaldenstein

Schloss Haldenstein

Schloss Haldenstein

Gemeindeverwaltung
Archäologische Dienst Graubündens
Cafe


Das Schloss Haldenstein, ein Bauwerk mit ausgeprägt burgartigem Charakter, befindet sich in der gleichnamigen Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden. Es stellt ein bemerkenswertes Beispiel für den Übergang vom wehrhaften Adelssitz zum repräsentativen Schloss dar.

Geschichte+

Die Ursprünge des Schlosses Haldenstein liegen in der oberhalb des Dorfes gelegenen Burg Haldenstein. Im Jahr 1509 war Conradin von Marmels, der damalige Besitzer der Burg und Herr von Rhäzüns, einer der einflussreichsten Feudalherren der Region. Durch die Heirat der Witwe seines Sohnes Jakob gelangte Haldenstein an den Mailänder Edelmann Jean Jacques de Castion, der als französischer Gesandter bei den Drei Bünden in Chur tätig war. De Castion ließ zwischen 1544 und 1548 anstelle eines älteren Steinhauses ein neues Schloss im Dorf errichten. Der Rohbau war 1545 fertiggestellt, die prunkvolle Innenausstattung benötigte weitere drei Jahre. Nach dem Tod des Erbauers im Jahr 1553 diente das Schloss noch bis 1622, mit einigen Unterbrechungen, als Sitz der französischen Gesandtschaft. 1608 kam das Schloss durch Erbschaft an Thomas von Ehrenfels-Schauenstein, der 1613 auch die Herrschaft erwarb und seine Familie zu einer der reichsten Graubündens machte. 1656 teilten die Brüder Thomas und Julius Otto von Schauenstein den Besitz, wobei die Trennlinie durch die Längsachse des Schlosses verlief. Nach dem Konkurs von Julius' Linie um 1700 vereinte Gubert von Salis 1729 die beiden Hälften wieder, nachdem er 1703 die Hälfte der Erbin der Thomas-Linie erworben hatte. Er ließ 1731 ein Geschoss aufsetzen und das Innere aufwendig gestalten. Nach einem Brand 1732 wurde das Schloss bereits ein Jahr später wiederhergestellt. Nach Guberts Tod 1737 kam die südliche Hälfte an seinen Bruder Thomas. Guberts Tochter Barbara Cleophea verkaufte 1763 ihre nördliche Hälfte an die Professoren Martin Planta und Johann Peter Nesemann, die dort ein bündnerisches Seminar betrieben, bis es 1771 nach Marschlins verlegt wurde. 1780 erwarb Major Rudolf von Salis beide Hälften, später ging das Schloss durch verschiedene Hände der Familien Salis-Haldenstein und Salis-Soglio, die es um 1900 umbauen ließen. 1922 erwarb es Leonhard Batänjer, dessen Erben es 1966 an eine Stiftung verkauften. Von 1986 bis 1999 erfolgte eine umfassende Restaurierung.

Lage+

Das Schloss Haldenstein liegt auf einer Höhe von etwa 570 Metern über dem Meeresspiegel in der Gemeinde Haldenstein, die zum Bezirk Landquart im Kanton Graubünden in der Schweiz gehört.

Vor Ort+

Heute beherbergt das Schloss Haldenstein die Gemeindeverwaltung, den Archäologischen Dienst Graubündens und ein Café. Es ist ein Ort, an dem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

In der Nähe+
  • Ruine Haldenstein (Burg), ca. 0.3 km entfernt
  • Ruine Lichtenstein (Haldenstein) (Burg), ca. 0.7 km entfernt
  • Ruine Grottenstein (Haldenstein) (Burg), ca. 0.7 km entfernt
  • Bischöfliches Schloss (Chur) (Schloss), ca. 3.4 km entfernt

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 46.8784, 9.5269