Restaurant
Schloss Halberg

Auf der Kuppe des Halbergs wurde 1709–1711 von Graf Ludwig Kraft von Nassau-Saarbrücken das barocke Lustschlösschen „Monplaisir“ erbaut (mit dem Wahlspruch: „Je veux que mon plaisir soit le plaisir de tous“). Der damals unbewaldete Halberg erlaubte eine schöne Aussicht auf die Saarstädte. 1755 wurde die Anlage durch Friedrich Joachim Stengel vergrößert und neu gestaltet, es entstanden ein fürstlicher Tiergarten und ein Weinberg. Bei einer Erweiterung 1772 wurde auch das Mithras-Heiligtum in die Gartenlandschaft integriert. Die Fürstin Wilhelmine, deren Ehe mit Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken zerrüttet war, wählte das Schloss als ihren Zufluchtsort und erzog hier ihren Sohn, Erbprinz Heinrich von Nassau-Saarbrücken. Die Anlage wurde am 17. November 1793 in den Wirren der Koalitionskriege vollständig zerstört. Der geflohene und im Exil verstorbene Prinz Heinrich bestimmte in seinem Testament, dass er an der Stätte seiner glücklichen Kindheit bestattet werden wollte, was ihm 1976 erfüllt werden sollte.
Ab 1875 erwarb der vermögende Montanunternehmer Carl Ferdinand Stumm (1888 nobilitiert als Freiherr von Stumm-Halberg) das Gelände und ließ 1877–1880 dort im Wettbewerb mit seinen Brüdern, die gleichfalls prächtige Schlösser erbauten, ein neugotisches Schloss nach Entwürfen des hannoverschen Architekten Edwin Oppler erbauen. Den umgebenden Landschaftspark gestaltete der Frankfurter Gartenarchitekt Heinrich Siesmayer neu. Als Gast des Freiherrn von Stumm-Halberg weilte 1892 Kaiser Wilhelm II. auf Schloss Halberg.
20. Jahrhundert
1936 bestanden Pläne das Schloss für ein Wohngebiet abzureißen, die aber nicht zur Ausführung kamen. 1939 bezog der neue Reichssender Saarbrücken den Komplex. 1948–1952 residierte der französische Generalgouverneur Gilbert Grandval im Schloss, bevor er den Neubau der Französischen Botschaft am Saarufer in Saarbrücken bezog (das heutige Kultusministerium). In dieser Zeit wurden leider massive Eingriffe in das historistische Prachtgebäude getätigt, das durch einen Brand 1958 weiter geschädigt wurde.
Seit 1959 ist der Halberg Sitz des Saarländischen Rundfunks, wobei das Schloss Halberg (neben einem Restaurant) die Intendanz des SR beherbergt. Das dazugehörige Funkhaus Halberg, das Fernsehgebäude und die übrigen Bauten des SR wurden 1958/1959 in unmittelbarer Nachbarschaft neben das Schloss gebaut, wobei z.T. weitere Nebengebäude des alten Schlosses abgerissen wurden. Der Park ist heute ein Parkplatz. Zu der Studioanlage gehört auch ein 84 Meter hoher abgespannter Stahlrohrmast. Des Weiteren befindet sich seit 2006 das Institut für Europäisches Medienrecht e.V. (EMR) auf dem Halberg.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20110406Halberg04.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 49.2228, 7.0308