Privatbesitz
Schloss Haiming

Das Schloss Haiming liegt in der Gemeinde Haiming im Landkreis Altötting von Bayern (Flurstraße 14).
Geschichte+
Haiming wird bereits sehr früh in den Quellen genannt: ein Grundherr namens Hrodpald verschenkt hier im 8. Jahrhundert umfangreiche Güter. Haiming ist zudem der einzige Ort des Mattiggaus, der nicht zum Erzbistum Salzburg, sondern zum Bistum Passau gehörte. Der Bischof Waldrich von Passau richtete die Pfarrei Haiming ein. Die früheste Nennung eines Edelfreien bezieht sich auf den nobilis Eberhard von Haiming, der sein Gut in Fillmansbach an das Kloster Mattsee verschenkt. 1139 erscheinen ein Merbot und ein Bertolf von Haiming als Zeugen. 1159 bezeugt Haimo von Haiming die Übergabe eines Gutes an das Kloster Baumburg. Ein Wilhalmus de Haimmingen erscheint bei der Beurkundung der Übergabe von Gütern an das Kloster Raitenhaslach. In einer Traditionsurkunde des Klosters St. Peter wird ein Gebhard von Haiming als miles des Edlen Heinrich von Stammham bezeichnet, er scheint also seine Edelfreiheit verloren zu haben und in die Ministerialität abgesunken zu sein. 1180 wird in einer Traditionsnachricht des Klosters Ranshofen noch ein Renward von Haiming sowie 1201 und 1204 ein Heinric von Heimingen in Urkunden des Klosters Attel erwähnt. Nach dem Tod des Passauer Domherrn Konrad von Stammham 1204 fiel sein Erbe mit Haiming an das Passauer Hochstift. 1258 ist die Rede von einer hofmarchie Haiminge, die beträchtliche Abgaben an das Passauer Domkapitel zahlt. Im Lehensgang war diese Hofmark an den Herzog Friedrich II. von Österreich gelangt, der sie wieder an Graf Rapoto III. von Ortenburg verlieh. Da beide ohne Erben waren, fiel danach die Hofmark wieder an das Bistum Passau zurück. 1262 wurde Haiming von dem Bischof Otto von Lonsdorf an die Ritter von Chalb verkauft. Aus einem Ablassbrief des Papstes für die Haiminger Kirch von 1345 wird Eberhard von Chalb als Herr von Haiming bezeugt. Als er 1354 starb, wurde er in der Grablege zu Raitenhaslach begraben. 1376 wird ein Niklas von Chalb von Haming, Richter zu Oettingen, als letzter der Chalb in dieser Gegend genannt. Auf ihn dürfte der Bau des Schlosses im Weiher des Dorfes (um 1400) zurückgehen. Als nächste sind die Ritter Ausmholz die Herren von Haiming. 1401 bestätigte Bischof Georg dem Ritter Johannes das Präsentationsrecht für die Pfarrei Haimling. In einer späteren Urkunde nennt dieser als seine Vorfahren Thomas Ausmholz und Leopold Ausmholz, von denen dieses Recht auf ihn übergegangen sei. 1404 fiel Johannes Ausmholz beim bayerischen Herzog in Ungnade und wurde auch gefangen genommen. Danach verkauft dieser Haimling und siedelt sich in der Folge in Burghausen an, wo seine Familie das ertragreiche Geschäft eines Mautners übernahm. 1404 erwarb Hans Tobelhamer, Kastner von Burghausen, die Herrschaft Haimling. Nach seinem Tod folgt 1414 sein Sohn Andreas, 1441–1445 Pfleger zu Neuötting. Sein Sohn Friedrich starb ohne männliche Nachkommen, und der unter den Töchtern ausgebrochene Streit um das Erbe wurde von Herzog Ludwig der Reichen 1463 zugunsten der Katharina Tobelhamer entschieden. Durch die Vermählung mit Jörg Pfaffenpeck (Erbauer der St. Stephans Pfarrkirche in Haiming) wurde dieser neuer Hofmarksinhaber. 1486 verstarb Jörg Pfaffenpeck und Katharina heiratete Sebastian Pelkhover, Hauptmann der Landfahne von Burghausen. Der Sohn aus erster Ehe, Christoph Pfaffenpeck, hatte eine Hälfte der Hofmark geerbt. Erst 1522 konnten die daraufhin ausbrechenden Erbstreitigkeiten geregelt werden. Christoph Pfaffenpeck verstarb ohne Kinder 1523 und Sebastian Pelkhover 1531. Dessen Sohn verstarb ebenfalls bald, nämlich 1535. Durch die Vermählung der Barbara Tobelhamer, einer Schwester der Katharina, mit dem Ritter Hanns Pürchiger kamen die Rechte an der Hofmark an diesen. Ein Achatz von Pürching nennt sich 1546 Achatz von Pürching zu Eckershaim und Haiming. Sein Bruder Benedikt erwirbt Teile der Hofmark und 1562 wird ihnen vom Passauer Bischof das Kirchenlehen verliehen, zu dem auch das Schloss gehörte. Nachfolger beider wurde Jörg von Pürching (Sohn des Achatz). Dieser erwarb 1606 zusätzlich von den Erben des Wolf Jahenstorf zu Winkelhaimb Schloss und Sitz Winkelhaim. Die Erben des Jörg veräußerten nach dessen Tod († 1610) am 6. Juli 1612 die Hofmark Haiming an Christoph Ulrich von Elsenhaim, ein Jahr später erwirbt dieser auch Schloss Winkelham.
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Lage: 48.2146, 12.8911