Privatbesitz
Schloss Hagenberg

Ulrich von Liechtenstein berichtete von einem Heinrich von Hakenberc, der Herzog Leopold VI 1224 zum Friesacher Turnier begleitet hatte. Er war ein Ministeriale des Landesfürsten und stammte vermutlich aus der Familie der Kuenringer.
Wahrscheinlich ist er mit dem Marschall Heinrich von Hackingen ident, der als Kampfgenosse Herzog Leopolds ins Heilige Land zog. Nach seiner Rückkehr übergab er den mit hölzernen Befestigungen versehenen Hausberg der Kirche und erbaute sich im versumpften Augebiet ein „Festes Haus“. In seinem 1264 verfassten Testament wird die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Mit Heinrich V starben die Hakenberger 1382 aus. Erbe war Alber Stuchs von Trautmannsdorf, dem bereits vorher die Feste Hagenberg verpfändet war.
1414 kam die Burg an die Nikolsburger Linie der Familie Liechtenstein. Rudolf von Tiernstein hatte die Herrschaft zwar 1455 erworben, doch machten die Liechtensteiner bereits 1460 von ihrem Rückkaufrecht Gebrauch. Reinprecht von Wallsee besaß Hakenberg ebenfalls nicht lange. Er veräußerte es 1479 an Görig und Michael Behaimb aus Nürnberg. 1496 erhielten diese von Kaiser Maximilian I das Recht, den von den ungarischen Truppen verwüsteten Wehrbau wieder instand zu setzen. 1543 kaufte Christoph von Kienritz die Burg. Er wandelte den immer noch mittelalterliche Züge tragenden Bau in ein wohnliches Renaissanceschloss um. Im Dreißigjährigen Krieg stand das verwüstete Schloss zeitweise unter der Verwaltung des Grafen Siegfried Breuner. 1650 Verkauften die Kienritz die Herrschaft an Sigismund Friedrich Graf Sinzendorf, doch dürfte das Gut bereits seit 1621 von diesem verwaltet worden sein.
Zur Zeit der Türkeneinfälle dürfte Hagenberg noch gut gerüstet gewesen sein, da es 1663 der Bevölkerung als Zufluchtsort zugewiesen wurde. Damals wurde anstelle der alten Umfassungsmauer ein 30 m breiter Wassergraben mit vier Bastionen angelegt. Ab 1679 ließ der Neffe des Reichsgrafen Sigismund Friedrich, Theodor Graf Sinzendorf das Renaissanceschloss der Kienritz erneuern. Der 1803 gefürstete Reichsgraf Prosper von Sinzendorf vereinigte alle Fideikommisse der Familie in einer Hand. 1822 starb Fürst Prosper, der letzte Sinzendorfer. Sein Erbe fiel nach einem sich über sechs Jahre hinziehenden Prozess an den aus Thüringen stammenden Reichsfürsten Heinrich IV von Reuß-Köstritz. Hagenberg sank nun zu einem reinen Gutsbetrieb herab. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der barocke Garten aufgelassen und landwirtschaftlich genutzt. Das Schloss verlor seine Inneneinrichtung und diente als Schüttkasten.
1945 wurde das Gut als Deutsches Eigentum beschlagnahmt und unter russische Verwaltung gestellt. Nach dem Staatsvertrag von 1955 erhielt die Familie Reuß Hagenberg wieder zurück. Nachdem die landwirtschaftlichen Flächen 1959 verkauft worden waren, stand das Gebäude leer und drohte abgerissen zu werden. 1974 wurde schließlich das Schloss samt Graben an Hauptmann Josef Steiger verkauft, der einiges zur Verbesserung der Lage unternahm. 1986 übernahm Horst von Wächter die Anlage, die er wieder zum Teil bewohnbar machte. 1992 wurde der Verein „Initiative Hagenberg“ gegründet, der sich um eine Revitalisierung der noch lange nicht endgültig sanierten Anlage bemüht.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:NOE_Hagenberg_Schloss.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
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