Privatbesitz
Schloss Hackenberg
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Im 12./13. Jahrhundert entsteht eine hochmittelalterliche befestigte Burganlage in Hackenberg. Sie wurde geschützt durch den zum Wiedengraben hin abfallenden Nort-West-Hang bzw. einen Graben im Süden und Osten. 1275 kauft Ulricus Hachenbergius vom Regensburger Bischof Leo zwei Höfe in Kößnach (zwischen Kirchroth und Straubing). 1285 wird Hackenberg erstmals urkundlich im Herzogsurbar von Bayern („Item aput Hachenperge curia XII sol.“) erwähnt. 1326 erfolgt die Nennung im Herzoglichen Urbar unter dem Viztumamt Lengenfeld („Hachenperg curia soluit XII sol. Stoero habet pro recompensa castri in Stoerenstein.“) - Besitzer der Hackenberger Burg war zu dieser Zeit wohl das Rittergeschlecht der Stör (z.B. 1347 Conrad der Stor). 1377 lässt sich bereits das Regensburger Bürgergeschlecht Igel auf der Burg Hackenberg nachweisen - 1377 Erhart der Igel zu Hochenperg und 1423/40 Hainrich und Ruprecht die Igel zu Hachenperg. 1440 verkaufen Heinrich Sauder, Rentmeister zu Straubing und seine Gemahlin Martha ihre Veste Hackenberg mit Vogteigericht am Lichtmesstag an Sebastian Bayerstorfer. 1460 kauft Albert Präckendorfer zu Präckendorf und Siegenstein am Pfinstag nach Bartlmä die Burg Hackenberg samt der Hofmark von Sebastian Bayerstorfer. Der Stammsitz des sehr verzweigten oberpfälzischen Geschlechts der Präckendorfer befindet sich in Prackendorf (bei Dieterskirchen im Amt Neunburg v. Wald). Von 1460 - 1597 erlangt Hackenberg unter der Herrschaft der Präckendorfer die Hofmarksrechte im Landrichteramt Burglengenfeld. Eine Hofmark war der Sitz einer niederen Gerichtsbarkeit.
„Der Hofmarksherr, der einen des Schreibens Kundigen als Richter und Verwalter anstellte, übte alle Funktionen des heutigen Notars, Landrats, Finanzamtmannes, Polizeibeamten, und Amtsrichters aus. Todeswürdige Verbrechen wie Diebstahl, Straßenraub, Notzucht, Totschlag u.a. waren dem Landgericht, der nächsthöheren Instanz, vorbehalten. Das neue Recht der gutsherrlichen Gerichtsbarkeit brachte dem Hofmarksherrn eine beachtliche Einnahmequelle durch die damit verbundenen Gebühren und die oft willkürlich festgesetzten Strafgelder.“ (Georg Völkl)
Nach 1560 sind die Präckendorfer auch im Besitz des Präsentationsrechts; das heißt, sie machen von dem Recht Gebrauch, den Pfarrer von Lamberts-neukirchen vorzuschlagen. Zu dieser Zeit ist das Herrschaftsgebiet von Hackenberg protestantisch (1545-1617). Weitere Besitzer sind 1513 Achaz Präckendorfer; 1532 Hans Präckendorfer, Kastner und Landschreiber zu Burglengenfeld und 1566 Georg Hans Präckendorfer.
Georg von Präckendorf war am 8. Dezember 1591 zum Hackenberger Hof verstorben und hatte keinen männlichen Erben hinterlassen. Darum war auch das Besetzungsrecht für die Pfarrei Lambertsneukirchen einige Jahre umstritten. 1601 wurde der Besitz unter folgenden Personen aufgeteilt:
- Hans Thoma von und zu Prackendorf auf Schönau
- Hans Nothaft auf Wernberg und Bernhardswald
- Joachim Poysel zu Geirzeller und Roßhäupten als Gemahl der Luzia von Präckendorf
- Hans Wallrab von Hauzendorf zu Wolfersdorf
1618 hat Hans Ludwig von Eyb zu Runding und Wolfersdorf Afra Wallrab, die Tochter des Hans Wallrab, zur Frau und erbt so Hackenberg und Wolfersdorf.
1621 werden in einer Musterungsliste des Landrichteramts Burglengenfeld 24 wehrfähige Untertanen der Hofmark Hackenberg namentlich aufgeführt. Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648).
1625 kauft Hans Griesmayr von Inkoven die Herrschaft Hackenberg um 12 000 Gulden. Am 29. September 1628 kauft Ludwig von Eyb (+ 1635) Hackenberg wieder zurück. Im Mai 1632 wird neben anderen Nachbarorten auch Hackenberg von kaiserlichen Kroaten geplündert. 1636 gesucht der Eva Fischer, verwitwete Griesmayr, ihr das Landsassengut Hackenberg zu übergeben, nachdem dessen verstorbener Besitzer Ludwig von Eyb erhebliche Schulden bei ihr hatte. 1641 besitzt der kurfürstliche Bräuverwalter Christoph Fischer zu Göttersdorf die Burg. 1649 kauft der Hauptmann Christian Weber auf dem Landtag zu Neuburg am 30. Oktober 1652 die Herrschaft Hackenberg um 5000 Gulden. Am 3. Januar 1660 erwibt der Neumarkter Bürgermeister Joh. Heinrich Griesmayer („durch Kauf auf der Gant“) das Hackenberger Gut. 1680 streiten Hannß Christoff Guralt und dessen Tochter Anna Cäcilia als Erben des verstorbenen Hans Thomas von Päckendorf (+ 16.9.1669) mit den Fischerischen Erben um Hackenberg. Am 10. Dezember 1680 erwirbt Anna Cäcilia Guralt, geb. Präckendorf (+ 1689), die Hackenberger Herrschaft. Ihre Tochter Isabella von Guralt tritt am 22. Februar 1689 ihre Nachfolge an (gemeinsam mit ihrer Schwester Anna).
Um 1720 wird das Hackenberger Schloss bei einem Brand stark beschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte bis 1723. 1721 erbt Hans von Lueger, bayer. Regierungsrat zu Straubing, die Hackenberger Herrschaft von seiner Mutter Anna Susanna Luegerin, geborene Guraltin von Hackenberg. 1731 kauft Franz Wilhelm Freiherr von Sickenhausen von seinem Vetter Hans von Lueger das Hackenberger Schloss. Ihm folgt Georg Ignaz Freiherr von Sickenhausen. Nachfolger des Freiherrn von Sickenhausen wird 1772 Johann Wilhelm Freiherr von der Horst. Die Nichten von Baron Horst, die beiden Fräulein von Höfen, treten 1780 als Besitzerinnen von Hackenberg auf. Als Hofmarksadministrator fungiert Baron Franz von Asch zu Hauzendorf. 1783 erhält Friedrich Carl Freiherr von Dallwig, pfalzbayerischer Kämmerer und Oberst das Hackenberger Schlossgut durch Heirat mit der Freiherrin von Höfen. Nach dem Tod ihres Ehemannes verwaltet die verwitwete Baronin von Dallwig den Besitz.
1788 hat Hackenberg ein Schloss, Ökonomiegebäude, ein Bräuhaus, 25 Untertanen im Dorf, 3 zu Samberg, 2 in Lambertsneukirchen, 2 in Lehen, 1 in Schafhof, 1 in Stanglhof, 1 in Pfaffenöd, 1 in Ziegmühl, 1 in Kropfsberg, den Weiler Lehen, die Einöde Zugmühl (Züchmühl), auch die Jurisdiktion über das Schulhaus zu Lambertsneukirchen und den Kirchenschutz. Bis 1811 gehört Hackenberg zum Landgericht Burglengenfeld. Mit der Entschließung vom 20. Februar 1811 wird die Ruralgemeinde Hackenberg gebildet und dem neu entstandenen Landgericht Regenstauf unterstellt. 1830 kauft Baron von Schwerin zu Hauzendorf den Hackenberger Besitz hinzu. 1840 geht das Hackenberger Schloss mit seinem Besitz ins Eigentum des Kollegiatstifts zur Alten Kapelle über.
Nach 1840 wird der Besitz (vorbehaltlich des Präsentationsrechts des Pfarrers von Lambertsneukirchen) an den Posthalter Wittmann von Neunburg v. Wald veräußert, der dann das Schlossgut samt Bräuhaus zertrümmert. Das Schloss selbst nebst einigen Gründen kauft der Söldner Jakob Oberberger von Appendorf. Mit der Umwandlung in ein bürgerliches Wohnhaus endet die über 500-jährige Geschichte des Hackenberger Adelssitzes. 1852 wird die ehemalige Schlosskapelle zum Hl. Kreuz profaniert und zum Wohnhaus umgebaut.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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