SchlossGroßpösna - Güldengossa

Schloss Güldengossa

Schloss Güldengossa

Kulturelle Veranstaltungen

Über Jahrhunderte wurde Güldengossa durch sein Rittergut geprägt, dessen Besitzer im 18. Jahrhundert ein repräsentatives Schloss im Barockstil errichten ließen. Das Schloss dominiert den Ort bis heute.

Ein erster Hinweis auf einen Herrensitz stammt aus dem Jahre 1285, in dem von einem "Theodoricus de Ghzouuve" die Rede ist . Dann wird 1350 ein Ritter Heinrich von Cossowe erwähnt. Verbürgt ist erst die Belehnung der Gebrüder Erdmannsdorf im Jahre 1473. 1594 war Friedrich von Burkersroda Lehnsherr auf Güldengossa, danach seine Erben. 1719 soll August der Starke seinem Oberrittmeister und Kammerherrn Friedrich I. Vitzthum von Eckstädt Güldengossa angetragen haben, wobei auch erstmals die Bezeichnung "Gülden Gossa" auftauchte (bisher nur Gossa, aber häufig auch später noch so). Dieser lehnte aber offenbar ab, denn schon 1720 war nach einem Kauf für 28.000 Gulden Johann Ernst Kregel von Sternbach Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf dem Rittergut. Er war ein reicher Leipziger Handels- und Ratsherr, was ihm ermöglichte, das Herrenhaus des Gutes als barockes Gebäude neu aufführen zu lassen, so dass von da an von einem Schloss gesprochen werden kann. Ebenfalls ließ er nach Osten hin einen repräsentativen Park anlegen. 1731 erbte sein gleichnamiger Sohn das Gut.

Der nächste Besitzer war ab 1761 der Leipziger Dr. jur. Carl Friedrich Brehme. 1785 erwarb es der Leipziger Kaufmann Johann Heinrich Küstner. Küstner war Mitglied des Gewandhausdirektoriums. 1807 verfasste er die „Allgemeine Feuerordnung für Dörfer und Rittergüter“ und führte sie auf seinem Gut und in der Gemeinde Güldengossa ein. 1814 hieß der neue Besitzer von Güldengossa Amtsinspektor Victor August Schoch. Die Besitzerfamilie Welter (1880–1943) unternahm zum Ende des 19. Jahrhunderts wesentliche Veränderungen. Sie vergrößerte den Grundbesitz durch Aufkauf von Bauerngütern und verlegte den landwirtschaftlichen Betrieb des Gutes komplett auf die andere Seite der südlichen Begrenzungsstraße des Parks. Dadurch und durch einen neoklassizistischen Anbau mit Balkon über dem Eingang im Jahre 1900 erhielt das Schloss einen noch repräsentativeren Charakter.

Der zunächst letzte private Besitzer Theodor Volkmar-Frenzel, ein Neffe der Welterfamilie, wurde 1945 im Rahmen der Bodenreform durch die Kommunisten enteignet und vertrieben, und die KPD-Unterbezirksleitung Leipzig erhielt das gesamte Gut zur Nutzung. Dann wurden der landwirtschaftliche Betrieb und das Schloss getrennt. Der Grundbesitz wurde an 27 Neubauern und 28 Kleinsiedler aufgeteilt und die Betriebsgebäude z.T. anderweitig genutzt. Das Schloss wurde 1950 FDGB-Erholungsheim und ab 1951 Gewerkschaftsschule der IG Druck und Papier. 1968 übernahm der VEB Kombinat Espenhain das Schloss und nutzte es bis 1990 als Lehrlingswohnheim. Der Park diente z.T. als Sportplatz des Heimes.

1993 erwarb die Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Weiterbildung mbH. Leipzig (ABW) das Schloss. Nachdem die ABW mit ihrem Betreiberkonzept gescheitert war, stand es ab 1997 nahezu leer und wurde nur sporadisch zu kulturellen Veranstaltungen genutzt.

2006 kaufte ein privater Investor aus Baden-Württemberg Schloss und Park, sanierte beides innerhalb von zwei Jahren vorbildlich und verlegte den Stammsitz seines Handelsbetriebes hierher. Im Park, der öffentlich zugänglich ist, wurde das historische Wegenetz wieder hergestellt. Das Schloss dient auch kulturellen Veranstaltungen und kann bei Führungen besichtigt werden.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.2560, 12.4473