Museum
Schloss Greillenstein

Schloss Greillenstein ist ein Renaissance-Schloss im Ort Greillenstein in der niederösterreichischen Gemeinde Röhrenbach. Die Geschichte des Schlosses ist eng mit dem Adelsgeschlecht Kuefstein verbunden.
1313 wird erstmals von einer kleinen Wehrburg berichtet, die sich im Besitz des Geschlechtes der Greillen (auch Grello) befand. Dies ist übrigens der letzte Zeitpunkt, bis zu welchem das Geschlecht der Greillen nachweisbar ist. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg datiert jedoch erst aus 1371, als sie in den Besitz der Herren von Dachbeckh gelangte.
Bis 1499 war die Herrschaft im Besitz der Herren von Dachbeckh, später gehörte sie den Herren von Volkra. Seit 1534 befindet sich Greillenstein im Besitz der Freiherren (später Grafen) von Kuefstein, deren bekanntestes Familienmitglied der Botschafter und spätere Vicedom (vergleichbar dem heutigen Landeshauptmann) von Oberösterreich Johann Ludwig von Kuefstein war.
Die Herrschaft Greillenstein wurde 1534 von Freiherr Johann Lorenz von Kuefstein gekauft und dessen Sohn Freiherr Hans Georg III. von Kuefstein ließ von 1570 bis 1590 die alte Wehrburg abtragen und beauftragte der Überlieferung nach einen italienischen Baumeister, an ihrer Stelle das heutige Schloss Greillenstein zu errichten, das 1604 einschließlich Innenausstattung und Einrichtung fertiggestellt wurde.
Greillenstein wurde als Verwaltungssitz für drei große Grundherrschaften (Feinfeld, Schauenstein und Greillenstein) im Waldviertel und als Repräsentations- und Sommersitz für die Familie gebaut. Dies war notwendig, weil die Kuefsteins damals protestantisch waren und Hans Georg III als Vicedom von Niederösterreich einen Ort brauchte von wo aus er seine Amtsgeschäfte führen konnte.
Trotz der protestantischen Gesinnung der Familie Kuefstein blieb sie dem Kaiser stets ergeben, aber es kam immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem benachbarten Stift Altenburg.
Im Dreißigjährigen Krieg blieb Greillenstein von Verwüstungen verschont, doch musste Hans Jacob Freiherr von Kuefstein 1620 das Schloss verlassen, als es vom Führer der Katholischen Liga, Kurfürst Maximilian von Bayern, besetzt wurde. Greillenstein war kurzzeitig katholisches Hauptquartier. Hier trafen sich Kurfürst Maximilian, Graf Tilly und Feldmarschall Graf Bucquoy vor der Schlacht am Weißen Berg um hier mehrere Tage eine Taktik für den bevorstehenden Krieg auszuarbeiten. Kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges kamen kleine Truppenverbände der Schweden hier vorbei und besetzten das Schloss kampflos, ohne allerdings Schaden anzurichten. 1623 konvertierte Hans Jacob von Kuefstein zum katholischen Glauben und konnte damit die Herrschaft für seine Familie retten.
1634 wurde der Herrschaft von Kaiser Ferdinand II. die hohe Gerichtsbarkeit verliehen. Aus dieser Zeit stammt das auch heute noch vorhandene Landgericht mit einer beachtlichen Sammlung mittelalterlicher Gerichtsakten.
Während des Fünften Koalitionskrieges wurden 1809 über 1000 französische Soldaten und 1400 Pferde einquartiert. Als diese abgezogen waren, war die Einrichtung so devastiert und die finanzielle Basis der Herrschaft so zerrüttet, dass Johann Ferdinand III. Graf Kuefstein Greillenstein dem Kaiser zum Kauf anbot, was dieser aber ablehnte. Bis 1815 konnten die Schulden abgebaut und die Schäden behoben werden.
Nach der Auflösung der Grundherrschaft verlor das Schloss 1848 seine Aufgabe als Amtsgebäude. Im 19. Jahrhundert hielten sich Künstler wie Franz Grillparzer, dessen Cousine mit dem dortigem Verwalter verheiratet war, und der hier zu seinem Stück "Die Ahnfrau" inspiriert wurde sowie Anton Romako, der von Gräfin Maria Magda von Kuefstein entdeckt und gefördert wurde, in Greillenstein auf.
Sowohl den Ersten Weltkrieg als auch die russische Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg überstand das Schloss schadlos. Nach 1945 ließ ein gebildeter russischer Offizier das Schloss bewachen, sodass es zu keinen Plünderungen kam.
1945 nach Kriegsende übersiedelte Graf Johann Ferdinand V von Kuefstein mit seiner Familie nach Greillenstein. Bis 1960 wohnte die Familie im Schloss. Sein Sohn Graf Karl II von Kuefstein übersiedelte zu der Zeit mit seiner Familie in Nebengebäude des Schlosses.
Seither wird das Schloss vorwiegend als Museum genutzt.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Greillenstein_Schloss.jpg
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.6585, 15.5146