Pflegeheim
Schloss Garatshausen

Kaspar Weiler ließ am Ufer des Starnberger Sees den quadratischen, schloßartigen Bau, an dessen Seiten achteckige Türme vorspringen, im 16. Jahrhundert für 11.000 Gulden errichten. Die Nachkommen Weilers überließen den Besitz 1694 dem Freiherrn Georg Josef von Schrenk. 1730 ist die Hofmarksfamilie Vieregg Eigentümer. Ab 1765 gehörte er Kaspar Graf von La Rosée. 1834 erwarb Herzog Max in Bayern neben Schloß Possenhofen das fürstliche Anwesen. Sisis Schwester, Maria Sophie, die Franz II., König beider Sizilien und von Neapel, heiratete und als "Heldin von Gaeta" berühmte wurde, erbte es 1862.
Gesellschaftliches Leben herrschte im Garatshausener Schloß zur Zeit von Albert und Margarete von Thurn und Taxis. Fürstin Helene heiratete Erbprinz Maximilian Anton von Thurn und Taxis. Das Schloß wurde durch Ankauf 1888 in die fürstliche Thurn- und Taxis-Familie. Für Fürstin Helene wurde es zum Lieblingsplatz am See. Auch Kaiserin Sisi zeigte offenbar Gefallen am Schloß in Garatshausen. Sie hatte es von ihrer Schwester Maria Sophie für ihren Aufenthalt angemietet, um der Hofetikette entsprechend unweit ihrer Familie in Possenhofen standesgemäß residieren zu können.
Das Alte Schloß gehörte seit 1952 Johannes Prinz von Thurn und Taxis. Nach seinem Tod wird das Alte Schloß nun von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und ihren Kindern als Dependance ihres Stammsitzes in Regensburg "St. Emmeram" genutzt. Das Fürstenpaar Albert und Margarete von Thurn und Taxis ließ vom Hofarchitekten Max Schulze das Neue Schloß an die Kapelle anbauen.
Die Schloßkapelle stammt aus dem Jahr 1759. In ihr befindet sich ein schöner Rokokoaltar, der über dem Tabernakel als Hauptbild die Heiligste Dreifaltigkeit zeigt, daneben links »Maria vom Rat« und rechts »St. Joseph mit dem Jesuskind«. Über dem Altar thront die Himmelsgöttin mit dem Jesuskind mit Zepter und Krone im Strahlenkranz (18. Jahrhundert). Die Schloßkapelle läutet allwöchentlich zu den heiligen Messen und zum Rosenkranzgebet für die Bewohner des Altenheimes. Jährlich findet an den Bittagen eine Bittprozession von Tutzing zur Garatshausener Schloßkapelle statt.
1952 kaufte der Landkreis Starnberg den Barocktrakt des Schlosses und richtete darin das Kreisaltenheim ein. Das Neue Schloß war von 1952 bis 1994 Altenheim. Seine Ausstattung aus der fürstlichen Zeit mit Rosenkabinett und Spiegelsaal von 1910 und seinem vollplastischen Fries am Marmorpilastern, einer Arbeit von Fürstin Margarete, ist erhalten. Seit 1995 beherbergen moderne Bauten das Altenheim und der neue Schloßteil mit Schulungszentrum und Wohnungen für Mitarbeiter ist wieder dem ursprünglichen Gedanken zu Wohn- und Empfangszwecken zurückgeführt.
Das Schloß in Garatshausen steht am untersten Ende des Altenheimparkes und ist nur durch das Eingangstor des Kreisaltenheimes Garatshausen zu erreichen. Besichtigt werden kann das Schloß nicht.
Quelle Text: www.garatshausen-info.de
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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