Privatbesitz
Schloss Fuchsmühl

Das Schloss Fuchsmühl liegt in der Gemeinde Markt Fuchsmühl im Landkreis Tirschenreuth am Ostrand des Steinwalds in der Oberpfalz in Bayern.
Das Schlossareal besteht aus dem eigentlichen Schlossgebäude, dem Herrenhaus und der Schlosskapelle. Nach Westen erstreckt sich ein Wirtschaftshof mit Wirtschaftsgebäuden und Brauhaus. Nach Osten und Süden erstreckt sich ein Landschaftspark mit Weihern und Gärtnerhaus.
Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. In Urkunden des 14. Jahrhunderts ist das heutige Schloss Fuchsmühl als Ritter- und Lehensgut Fossenmühl erwähnt. Der Name leitet sich ab von den damaligen Besitzern, den Herren von Fossenhofen.
Im Jahr 1363 wird Hans Heckel, ein Leuchtenbergischer Dienstmann, in einer Urkunde als Besitzer des Gutes erwähnt. Er verkaufte es 1394 an den Landgrafen Johann I. von Leuchtenberg. Später ging es als Lehensbesitz an den Ritter Konz von Wirsberg über.
Die Trautenberger Ära
Auf die Wirsberger folgten die Herren von Trautenberg. Die schwedenfreundlichen Trautenberger ließen im Dreißigjährigen Krieg ihr Rittergut Fuchsmühl im Stich und flüchteten. Im Jahr 1587 vereinigten die Herren von Trautenberg das Gut Fuchsmühl mit dem böhmischen Landtafelgut Nacketsdörfel.
Zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges war Schloßgut Fuchsmühl in Besitz von Johann Philipp Cratz von Scharffenstein, Kommandant der Oberpfalz in bayerischen Diensten, der jedoch zu den Schweden überlief. Nach seiner Gefangennahme in der Schlacht bei Nördlingen 1635 wurde er in Wien enthauptet. Als neuer Besitzer des Schlosses wird in der Folge ein Oberst Kaspar Snetter benannt. Bis 1657 waren nochmals die Trautenberger Besitzer des Schlosses.
Die Froschheimer Ära (1657 bis 1820)
Im Jahr 1657 übernahm Daniel von Froschheim den Besitz des Schlosses, ihm folgte 1685 sein Sohn Franz Heinrich Daniel. Auf Wunsch seines Vaters erbaute er 1688 auf dem Hahnenberg bei Fuchsmühl ein Wallfahrtskirchlein zu Ehren der Mutter Gottes, die zum Ursprung der heutigen Wallfahrtskirche Maria Hilf wurde.
Im Jahr 1672 wurde in Fuchsmühl eine kurfürstliche Nebenmautstelle der Hauptmaut Kemnath errichtet, da der Handelsverkehr von Leipzig und aus dem Vogtland nach Regensburg und umgekehrt erfolgen sollte. Fuchsmühl gewann damit den Anschluss an eine bedeutsame Fernhandelsstraße.
Das Geschlecht der Froschheimer erlosch mit dem Königlich Bayerischen Kämmerer, Regierungsrat und Hofgerichtsrat zu Amberg, Josef Daniel von Froschheim. Am 1. Mai 1786 in den Freiherrnstand erhoben, starb er am 16. Oktober 1820 kinderlos in Fuchsmühl.
Von 1820 bis 1945
Wenig später verlieh König Max I. von Bayern Schloss Fuchsmühl als Ritterlehen an seinen Justizminister Staatsminister Friedrich Freiherr von Zentner. 1843 erhielt es Generalleutnant Karl Freiherr von Zoller, danach sein Sohn Maximilian Freiherr von Zoller. Mit ihm erlosch die Linie des erstbeliehenen Karl Freiherr von Zoller. 1889 kam das Gut an Ludwig von Zoller aus einer Nebenlinie. Unter seiner Ägide kam es am 29. und 30. Oktober 1894 zur berühmt-berüchtigten Fuchsmühler Holzschlacht.
Sein Sohn Alexander von Zoller, verkaufte im Jahr 1937 Schloss Fuchsmühl samt Ländereien für 600.000 Reichsmark an die Stadt Augsburg.
Von 1945 bis heute
Ab 1946 fanden in Schloss Fuchsmühl die Schwestern vom heiligen Kreuz aus Eger im Sudetenland eine neuer Bleibe, die hier ein Waisenhaus einrichteten. Im Jahr 1949 erwarb die Gemeinde Fuchsmühl das Schlossgut und ließ die Wirtschaftsgebäude zu Wohnungen umbauen. Ab den fünfziger Jahren wurde das Hauptgebäude als Pension genutzt. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme aufgegeben nutzte es die Porzellanfabrik Seltmann Weiden als Unterkunft für Mitarbeiter. 1968 wurde das Schloss verkauft und neuerlich als Hotel betrieben. Die Besitzer vermachten es im Jahr 1987 der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Berlin; diese nutzte es von 1987 bis 2010 als Bildungs- und Erholungseinrichtung.
Seit Dezember 2011 ist das Schloss wieder in Privatbesitz.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Lage: 49.9159, 12.1530