SchlossBad Freienwalde

Schloss Freienwalde

Schloss Freienwalde

Kulturelle Veranstaltungen

Schloss Freienwalde wurde als Sommersitz der preußischen Königin Friederike Luise, Gemahlin Friedrich Wilhelms II., in Freienwalde in Brandenburg gebaut. Die neuere Geschichte des im Stil des Klassizismus errichteten Gebäudes ist eng mit Walther Rathenau verknüpft, der das Schloss 1909 aus dem Kronbesitz erwarb.

Nach dem Tode König Friedrich Wilhelms II. ließ Königin Friederike Luise durch den örtlichen Maurermeister Anton Hilke Pläne für den Bau eines Sommerpalais im Süden der Stadt auf dem sog. Apothekerberg ausarbeiten, den sie in den Vorjahren bereits gärtnerisch gestalten und mit einem Teehäuschen (1790) hatte ausstatten lassen. Der Entwurf wurde 1798 im Auftrag Friedrich Wilhelms III. durch den Geheimen Oberbaurat David Gilly überarbeitet, der bereits im Folgejahr den erfolgreichen Abschluss der Bauarbeiten nahezu im vorgegebenen Kostenrahmen von 20.500 Taler vermelden konnte.

Bei dem Gebäude handelt es sich um eine breitrechteckige, zweigeschossige Villa zu fünf bzw. vier Achsen, deren einziger Dekor ursprünglich in einem umlaufenden Gurtgesims am unteren Rand des Obergeschosses bestand. Das flache Dach war ehedem nur mit Blech gedeckt.

Als die Königin im Jahre 1805 verstorben war, stand das Schloss zunächst eine Zeit lang leer. 1822 wurde der Park durch den Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné neugestaltet. Ende der 1820er Jahre verlebte der polnische Großfürst Anton Heinrich Radziwill (1775-1833) dort mehrere Sommer. Während dieser Zeit scheint das Schloss renoviert worden zu sein, wobei die Fassade eine vertikale Gliederung durch geschnittene Pilaster erhielt. Im Jahr 1834 verstarb hier die an Tuberkulose erkrankte Tochter des Großfürsten Elisa Radziwill während einer Kur, zu der sie König Friedrich Wilhelm III. eingeladen hatte.

1909 erwarb der Industrielle, Schriftsteller und Politiker Walther Rathenau das Schloss und riss es förmlich aus dem Dornröschenschlaf. Er ließ nach Plänen des Architekten Johannes Kraaz u. a. das Gurtgesims entfernen, die Pilaster glätten und mit Kapitellen versehen. Auf der nördlichen Schmalseite des Hauses wurde ein halbrunder Balkon angebaut und die dahinter befindlichen rechteckigen Fensteröffnungen zu einem Bogenfenster erweitert. Rathenau übernahm von der Königlichen Hofkammer größere Teile der weitgehend erhalten gebliebenen Innenausstattung des 18. Jahrhunderts und ließ zerfallene Tapeten erneuern. Bis auf die Zusammenlegung zweier Räume im Untergeschoss unterließ er größere Umbaumaßnahmen im Inneren.

Nach dem Mord an Walther Rathenau 1922 vermachten seine Erben 1926 das Schloss an den Landkreis Oberbarnim, mit der Auflage, an diesem Ort für alle Zeit das geistige Erbe und Andenken Rathenaus zu bewahren. Nach 1945 wurde das Schloss jedoch ausgeplündert und nahezu alle Erinnerungsspuren beseitigt. In der DDR fungierte es als „Puschkin-Haus“.

Nach der Wende wurde das Schloss 1991 wieder vom Landkreis Bad Freienwalde übernommen, der dort nach umfangreicher Renovierung eine Rathenau-Gedenkstätte einrichtete. In der Beletage befindet sich heute eine Dauerausstellung über die Geschichte des Gebäudes.

Im Park des Schlosses Freienwalde befindet sich der ehemalige königliche Theatersaal, ein Teehäuschen, in dem seit der Wiedervereinigung wieder Konzerte und Theateraufführungen stattfinden, aber auch Filmvorführungen und andere künstlerische Darbietungen. 1995 führte hier beispielsweise der Circus Krone eine Veranstaltung durch.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Jörg Heldt

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.7840, 14.0315