SchlossErnstbrunn-Dörfles

Schloss Ernstbrunn

Schloss Ernstbrunn

Privatbesitz

Das Schloss Ernstbrunn ist ein Schloss in Dörfles in der Marktgemeinde Ernstbrunn in Niederösterreich. Es liegt in einem Wald nordwestlich des Ortszentrums Ernstbrunn. Das Schloss befindet sich seit dem 19. Jahrhundert im Besitz der Fürsten Reuss, die es auch heute noch bewohnen.

Um 1180 wird ein Heinrich de Ernstbrunne in einer Klosterneuburger Urkunde als Zeuge erwähnt. Ebran von Ernstbrunn wurde 1254 enthauptet, da er sich in einem Streit mit Bertold von Ernstbrunn auch gegen König Ottokar stellte. 1313 erbte Ulrich von Maissau die Herrschaft von Konrad I. von Schaunberg. Lehensnehmer ist um diese Zeit die Familie der Gneusen. 1430 kam Ernstbrunn an den Landesfürsten, der es bis 1480 an die Familie Doss verpfändete. Durch Tausch kamen die Herren von Ebersdorf von 1499 (bis zu ihrem Aussterben 1556) in den Besitz der Herrschaft. Leonhard von Harrach verkaufte diese 1592 an Joachim von Sinzendorf. Er war Sonderbotschafter am Hofe des Sultans in Istanbul und hatte 13 Kinder. Sein Sohn Lorenz begründete die Ernstbrunner Linie seiner Familie. Nach 1654 ließ Rudolf Graf von Sinzendorf umfangreiche Um- und Neubauten im Barockstil vornehmen. Reichsfürst Prosper von Sinzendorf ließ die Burg vom vierten Viertel des 18. Jh. bis zum Beginn des 19. Jh. großzügig zum Schloss ausbauen. Als Architekt und Bildhauer beschäftigte er Benedict Henrici. Im Inneren war Jacobus Wanderl tätig. Mit Prosper starben die Sinzendorfer 1822 aus.

Es folgte ein langwieriger Erbschaftsstreit, der damit endete, dass 1828 Fürst Heinrich LXIV. von Reuß-Köstritz die Herrschaft übernahm.

Während der Besatzungszeit war das Schloss in USIA-Verwaltung und wurde während dieser Zeit stark devastiert und eines Großteils seines Inventars beraubt. Nach dem Staatsvertrag wurde das Schloss an die ursprünglichen Eigentümer zurückerstattet. Von diesen wurde es laufend wieder restauriert. Bei Erdarbeiten wurden im Jahr 1984/1985 ca. 100 lebensgroße barocke Steinfiguren gefunden. Im nahegelegenen Küchengarten des Schlosses war für kurze Zeit bis zur definitiven Fertigstellung das Wolf Science Center untergebracht.

Bau+

Das Schloss ist ein langgestreckter Bau mit vier aufsteigenden Höfen am Nordhang des Semmelberges oberhalb von Dörfles. An die mittelalterliche Kernburg auf dem nördlichen Felssporn wurden durch Erweiterungen in der Spätrenaissance, im Barock und im Klassizismus immer neue Gebäudegruppen angebaut. Die Kernburg aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die den innersten Hof umgibt, liegt auf einem an drei Seiten frei stehenden Kalkfelsen, der zum Ort Dörfles steil abfällt. Sie bildet ein gestrecktes Achteck. Die Mauerstärke des Berings beträgt bis zu drei Meter. Er ist im Südosten zusätzlich durch den quadratischen Bergfried verstärkt. Dieser hatte ursprünglich nur drei Geschosse, wurde aber im 16./17. Jh. um ein weiteres Geschoß aufgestockt

Schauseite des Schlosses ist die 16-achsige Südfront, die das Vorschloss nach außen abschließt. Im zweiten Hof befindet sich ein Uhrturm und eine protestantische Kapelle (um 1863 errichtet), im dritten Hof ein Hochschloss, im vierten Hof eine katholische Kapelle, ein Rittersaal und ein Bergfried. Wie das von Löwen gehaltene Wappen des Grafen Rudolf von Sinzendorf über dem Rundbogenportal zeigt, wurde das Vorschloss bereits zwischen 1672 und 1677 ausgebaut. Die Fassade wurde jedoch Ende des 18. Jahrhunderts klassizistisch neu gestaltet. Vor dem Tor befindet sich ein barocker Brunnen. In unmittelbarer Umgebung ist eine Parkanlage, etwas weiter um das Schloss befinden sich Nebengebäude.

Schlossbibliothek+

Erst in der Zeit 1910 bis 1945 wurde eine Bibliothek aufgebaut, die zu Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als 40.000 Bände aufwies, die vor allem aus dem eigenen Familienbesitz stammten. Außer, dass das Schloss bei Kriegsende mehrere Wochen mitten im Kampfgeschehen lag, musste nach dem Krieg die Familie auf Grund der sowjetischen Besatzung das Schloss verlassen. Teile der Bibliothek wurden bereits vorher nach Westösterreich ausgelagert, aber später großteils verkauft. So weist der historische Buchbestand nur mehr etwa 2.500 Bände auf.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schloss_ernstbrunn_07.JPG?uselang=de

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.5403, 16.3476