Privatbesitz
Schloss Eickhof

Schloss Eickhof (gelegentlich auch Schloss Eickhoff) ist ein Schloss bei Liebenau in Niedersachsen an einer Biegung der Großen Aue.
Nach der Teilung des „Gemeinen Waldes“ erfuhr das Gut Eickhof eine einschneidende Veränderung. Es war schon vorher durch Kauf in den Besitz des Braunschweiger Oberjägermeisters Marbod von Kalm gekommen. Zu dieser Zeit war der Eickhof ein landwirtschaftlich genutztes Gut. Die Grundstücke lagen zum größten Teil in der Wesermarsch. 1860 hatte das Gut einen Viehbestand von 8 Pferden, 40 Rindern, 390 Schweinen und 800 Schafen. Der Herr von Kalm vergrößerte seinen Besitz durch den Erwerb von zwei ehemaligen Lehnsgütern sowie durch den Kauf der beiden Höfe Vilkmann und Hesterberg in Hemmeringhausen. Der neue Herr von Kalm war kein Freund der Landwirtschaft. Er verkaufte die Gutsländereien in der Wesermarsch und erwarb dafür von der Domänenverwaltung große Heideflächen des „Liebenauer Waldes“, die er aufforsten ließ.
Aus dem auf älteren Landkarten „Eickhofer Heide“ genannten Distrikt wurde so ein großes Forstgut. Darin war für Schafherden kein Platz mehr – der neue Besitzer mochte sie nicht und sie wurden verkauft. Die Höfe in Hemmeringhausen ließ er abreißen, ebenso die von seinen Vorgängern in der Nähe des Judenfriedhofs errichtete Ziegelei. Auf den Fundamenten des alten Gutshauses entstand nach 1870 das neue Schloss Eickhof mit Schlossgarten, Gärtnerei und Vorwerk. Der Oberjägermeister war oft in Braunschweig − er war mit dem Herzog befreundet. Als er einmal im Spiel sein Gut Eickhof zum Einsatz brachte und es verlor, soll es ihm der Herzog am anderen Morgen zurückgegeben haben − mit einer Ohrfeige für seinen Leichtsinn. So ist es zu verstehen, dass die Familie von Kalm welfisch und nach den Ereignissen von 1866 (Krieg zwischen Preußen und Österreich) antipreußisch gesinnt war.
Auf dem Gutsfriedhof liegen von Kalms, die als Offiziere in der österreichischen Armee gedient haben. Der idyllisch in der Nähe des Schlosses Eickhof gelegene Friedhof wurde um 1870 durch Marbod von Kalm angelegt. Der Friedhof steht unter Denkmalschutz. Besonders sehenswert sind Jahrhunderte alte Grabsteine und Gruftplatten, die in die Außenmauer eingearbeitet sind. Nach dem Tod Marbod von Kalms im Jahre 1895 kam das Gut durch Kauf in den Besitz des Eisenbahnpräsidenten Reitzenstein, der sich später „von Eickhof-Reitzenstein“ nannte. Bis 1938 war das Schloss Sitz der Adelsfamilie – auch der Eickhofer Friedhof wurde von der Familie bis 1938 genutzt. Nach 1938 kaufte die “Montan GmbH” die Eickhofer Heide von der Adelsfamilie von Eickhof-Reitzenstein zwecks Baus einer Munitionsfabrik an. In Schloss Eickhof befand sich zu dieser Zeit eine HJ-Führerschule. Nach 1945 requirierten die Engländer das Werk, Teile der Werksunterkünfte, das Schloss Eickhof und eine Anzahl Häuser in Liebenau. Im Schloss richteten sie ein Offizierskasino ein.
1986 haben Wolfgang und Marianne Hess Schloss Eickhof gekauft, um sich dort in ruhiger Umgebung niederzulassen. Im Zuge der wachsenden Begeisterung für japanische Gärten wurden immer größere Flächen des Parks im japanischen Stil umgestaltet. Schließlich wurde 2006 aus dem bis dahin ausschließlich als Wohnhaus genutzten Schloss ein Zen-Kloster mit Seminarangebot. Außerdem hat ein Gartenbauunternehmen seinen Geschäftssitz im Schloss.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://www.wehrbauten.de/thread.php?threadid=557
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 52.5955, 9.0922