Privatbesitz
Schloss Eckstedt
1191 wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt. 1279 ist ein Berthold II. Vitzthum von Eckstedt in Urkunden nachweisbar. Im 13. Jahrhundert hat es auch schon eine Burg gegeben, die wieder zerstört wurde. 1342 kaufte der Erzbischof das Vitztumsamt zurück. 1440 wurde eine neue Burg errichtet. 1492 erfolgte der Bau eines Verbindungsgrabens zwischen Eckstedt und dem Schwansee zu dessen Bewässerung. 1525 gab es Auswirkungen des Bauernkrieges auf Erfurts Umgebung. 1556 ließ die Adelsfamilie Vitzthum von Eckstedt das Eckstedter Schloss neu errichten.
Im Dreißigjährigen Krieg hatte Eckstedt schwer zu leiden. 1635 starben 121 Menschen an der Pest. 1640 erfolgten Raub und Verwüstung durch Soldaten des kaiserlichen Heeres. 1641 wütete ein Großbrand im Dorf, nur 6 Häuser blieben stehen. Nach dem Wiederaufbau kam es 1697 zu einem Brand von Pfarre und Schulgebäude, 1719 zu einem Brand der Mühle. 1740 bis 1744 wurde die derzeitige Kirche "St. Stephanus" gebaut. Vor 1780 brannte das Schloss aus, 1860 wurde es abgebrochen. 1882/83 erfolgte der Neubau einer großen, schlossähnlichen Villa mit klassizistischen Elementen. Schloss und Gut hatten häufig wechselnde Besitzer, 1927 wurden sie durch Rudolf Harnisch erworben.
Der adlige Ort gehörte ab Mitte des 17. Jahrhunderts zum Amt Großrudestedt, welches ab 1672 Teil des Herzogtums Sachsen-Eisenach war und 1741 zu Sachsen-Weimar-Eisenach kam. 1850 kam es zur Beseitigung der adligen Gerichtsbarkeit und der Ort gehörte seitdem zum Verwaltungsbezirk Weimar des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. 1862 begann der Bau des neuen Schulgebäudes. 1884 folgte die Errichtung der Eisenbahnlinie Weimar-Großrudestedt. 1905 begann der Bau der ersten Wasserversorgungsleitung, z. T. heute noch in Betrieb, und im Jahre darauf der elektrischen Stromversorgung.
Während des Zweiten Weltkrieges mussten 68 Frauen und Männer aus Polen, Frankreich, Jugoslawien und Italien in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.
Eckstedt wurde im April 1945 von US-Truppen, Anfang Juli von Roter Armee besetzt. 1945 wurde der Gutsbesitzer Rudolf Harnisch entsprechend der Gesetze der Bodenreform in Ostdeutschland enteignet. Das Schloss sollte gesprengt werden, das wurde im letzten Moment von der Gemeinde verhindert. In den Bereich der Wirtschaftsgebäude zog MAS/MTS ein, dann bis 1990 der Erfurter Landmaschinen-Reparatur-Betrieb, in das Schloss die Verwaltung und Lehrlinge. 1952 kam im Zuge einer Verwaltungsreform Eckstedt zum Landkreis Erfurt im neugebildeten Bezirk Erfurt.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Mobile Geschichte
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