Privat
Schloss Dretzel

Der Ort ist slawischen Ursprungs und lag im Wendengau Moricane, der den südlichen Teil des heutigen Landkreises Jerichower Land abdeckte. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts errichtete der fränkische König Heinrich I. hier eine Burgwardei namens Dritzele zur Sicherung der Ostgrenze seines Reiches. Sein Nachfolger, Kaiser Otto I., übergab Dretzel dem Erzstift Magdeburg. Als sein Sohn Kaiser Otto II. diesen Vorgang am 5. Juni 973 schriftlich bestätigte, wurde Dretzel zum ersten Mal urkundlich erwähnt.
Im Zusammenhang mit der Wiederherstellung des Bistums Merseburg bestätigte Kaiser Heinrich II. im Jahre 1011 dem Erzbistum erneut seine Besitzrechte an Dretzel. Im 14. Jahrhundert werden die Knappen Henning und Werner von Kracht mit Dretzel belehnt. Sie sind die Erbauer des ersten Dretzeler Schlosses. Ihnen folgte um 1350 die in Altenplathow ansässige Familie von Meyendorf, die den Ort bis in das 16. Jahrhundert besaßen. 1553 wurde Dretzel gegen Besitzungen bei Burg vom erzbischöflichen Geheimrat Lippold von Arnim im Tausch von Georg von Meyendorf erworben. Lippolds Nachfahre, der Domherr Hans Georg von Arnim, verkaufte Dretzel 1617 an Georg von Angern auf Stassfurt. Anlässlich einer Inspektion der von ihm angeordneten Trockenlegung des Fiener Bruchs hielt sich der preußische König Friedrich II. 1779 im Schloss Dretzel auf. Als der letzte männliche Nachkomme der Familie von Angern, Rittmeister Gustav Friedrich von Angern, 1790 starb, heiratete dessen Tochter Ferdinandine den Kriegs- und Domänenrat Herrmann Ludwig von Stilcke. Dieser musste das Schloss Dretzel neu aufbauen, nachdem es in der Napoleonzeit 1807 abgebrannt war. Der einzige Sohn von Stilcke starb mit 31 Jahren, sodass Dretzel über die Tochter Adelgunde 1835 in den Besitz der Familie ihres Ehemanns gelangte, dem preußischen Generalmajor Carl Heinrich von Ostau.
1945 wurden die Besitzer durch die Kommunisten enteignet und vertrieben. Der Landbesitz wurde an Neubauern aufgeteilt. Das Schloss ging 1948 in den Besitz der Kommune über, die es in der Folgezeit als Kindergarten, Schule, Jugendklub und Wohnheim nutzte. Ab 1952 gingen die ehemaligen Gutsflächen in genossenschaftliche Nutzung über. Infolge der politischen Wende von 1989 gelang es 1999 Hans-Fabian von Ostau, das Schloss durch Kauf wieder in den Besitz seiner Familie zu bringen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://www.wehrbauten.de/thread.php?threadid=953
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 52.3162, 12.1137