Bildungseinrichtung
Schloss Dahmshöhe (Fürstenberg)

Das Herrenhaus Schloss Dahmshöhe (auch Waldschlösschen genannt) befindet sich etwa acht Kilometer nördlich der Stadt Fürstenberg/Havel in der Nähe des Ortsteils Altthymen.
1929 erwarb der Berliner Bankier und Kunstsammler Siegfried Bieber von Geheimrat Richard Weber aus Berlin das 235 Hektar große Gut Dahmshöhe bei Altthymen. Der bei weitem größte Teil der Fläche bestand damals wie heute aus Wald, 30 Hektar wurden als Ackerland ausgewiesen, 40 Hektar als Grünland. Der Viehbesatz bestand aus 5 Pferden und 22 Rindern.
Bieber ließ sich in einigem Abstand zur alten Gutsanlage mit ihren einfachen Wirtschaftsgebäuden einen exklusiven Landsitz errichten. Hiermit betraute er Paul Schultze-Naumburg, damals einer der namhaftesten Architekten in Deutschland. Da Schultze-Naumburg vor allem repräsentative Villen und Herrenhäuser entwarf, gehörten auch Bauherren aus den Kreisen des jüdischen Großbürgertums zu seinen Kunden. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich Schultze-Naumburg jedoch immer mehr auf rassistische und antisemitische Positionen zubewegt. 1928 erschien sein Buch „Kunst und Rasse“, zwei Jahre später wurde er Mitglied der NSDAP. Siegfried Bieber können diese Auffassungen seines Architekten nicht unbekannt geblieben sein, welche offenbar in seinen Augen gegenüber der gemeinsamen Vorliebe für traditionelles, landschaftsverbundenes Bauen zurücktraten.
Als Siegfried Bieber das neue Haus 1930 bezog, war er 57 Jahre alt und auf dem Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn. Er und seine Frau Josephine waren engagierte Kunstsammler. Ihr Interesse galt besonders der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Auch die Räume im Schloss Dahmshöhe dürften einen Teil ihrer Kunstsammlung beherbergt haben. Den 56.000 m² großen Park ließ Siegfried Bieber nach eigenen Detailplanungen anlegen. Hinzu kam ein botanischer Garten mit kleinem Tropenhaus.
1939 musste der 1935 mit seiner Frau in die Schweiz geflohene Bieber Dahmshöhe an Nazisympathisanten zwangsverkaufen. Wenig später errichteten Häftlinge des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück u. a. ein Barackenlager für die Reiterabteilung der Waffen-SS auf dem Gutshof.
Nach 1945 wurden die Baracken als Notunterkünfte für die befreiten Häftlinge des ehemaligen KZ sowie für Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten genutzt.
Von 1947 bis 1990 war das Schloss ein Kinderkurheim, in dem unter anderem Erholungskuren angeboten, aber auch an Mukoviszidose erkrankte Kinder und Jugendliche behandelt worden waren.
Gegenwärtig beherbergt das Schloss die Bildungs- und Begegnungsstätte des Lebenshilfe Landesverbandes Brandenburg e.V. Als offenes Haus der Begegnung können heute Menschen mit und ohne Behinderung hier ihre Zeit verbringen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: S. John, Elsterwerda / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.2296, 13.1381