Privatbesitz
Schloss Castell

Das heutige Schloss Castell ist ein Adelssitz im unterfränkischen Castell. Die Gebäude der Anlage entstanden im 17. Jahrhundert auf dem Gelände eines ehemaligen Freihofs. Das Schloss befindet sich inmitten des Ortes und liegt an der Straße „Schlossplatz“ und wird von der Familie der Grafen zu Castell bewohnt.
In Castell existierten seit dem Mittelalter zwei verschiedene Burgen. Zum einen das Obere Schloss, das der Stammsitz der Familie von Castell war, zum anderen die sogenannte Untere Burg. Diese Anlage verlor die Familie allerdings im Jahr 1328 an die Burggrafen von Nürnberg, den späteren Markgrafen von Brandenburg. Die Burg wurde im Bauernkrieg des Jahres 1525 zerstört und verkam zur Ruine. Mit dem Rücktausch der Gebiete der Markgrafen durch Wolf-Dietrich von Castell-Remlingen kam die Ruine 1684 wieder in castellischen Besitz.
Wolf Dietrich zu Castell, benötigte nach dem Erhalt des Ortes ein Schloss, da die beiden anderen zerstört waren. Sein Standort wurde allerdings weiter nach Westen in das Dorf verschoben, um den barocken Repräsentationsgedanken besser vollziehen zu können. Man erkor einen ehemaligen Freihof zum neuen Schlossgelände aus und begann im Jahr 1687 mit dem Bau. Als Baumeister hatte man Peter Sommer aus Künzelsau gewinnen können. Unter der Aufsicht des Hans Weireitter wurde das neue, untere Schloss im Jahr 1691 vollendet.
Die barocke Dreiflügelanlage des Schlosses war die erste ihrer Art in Franken. Ebenso wurde um das Schloss ein Lustgarten angelegt, der in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts zu einem englischen Landschaftsgarten umgewandelt wurde. Weitere Veränderungen am Garten erfolgten um 1870, als Carl von Effner den Park um die Reithalle, den Stall und den sogenannten Grafensee erweiterte. Zuvor, in den Jahren 1863–1869, wurde die Schlossanlage im Stile des Neobarock erweitert.
In den folgenden Jahrhunderten veränderte man das Schloss nicht mehr grundlegend. Lediglich notwendige Renovierungen wurden vorgenommen. Heute wird das untere Schloss von der Familie der Grafen Castell bewohnt.
Beschreibung+
Das Schloss wurde als Dreiflügelanlage im Stile des Frühbarock errichtet. Auf der südlichen Dorfseite schließt es mit einem Torbau ab. Er besteht aus drei zweigeschossigen Pavillons, die von Mansarddächern bekrönt werden. Verbunden werden sie durch weit niedrigere, flachgedeckte Verbindungsbauten. Der mittlere Pavillon beinhaltet die rundbogige Tordurchfahrt. Es weist Rustika-Gewände auf und wird von einer dreieckigen Giebelüberdachung mit Wappen bekrönt. Dargestellt ist die Verbindung des Hauses Castell mit dem von Hohenlohe-Langenburg.
Der Hauptbau des Schlosses selbst ist zweigeschossig und mit einem Mansarddach gedeckt. Ebenso weisen die die zwei Seitenflügel, die südlich des Hauptgebäudes angebaut wurden, zwei Stockwerke auf. Vierzehn Fensterachsen und eine zentrale Freitreppe gliedern den Bau auf der südlichen Gartenseite. Der Garten erscheint als englischer Landschaftspark, an seinem südlichen Ausläufer wurde der sogenannte Grafensee angelegt.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Mobile Geschichte
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Lage: 49.7413, 10.3520