SchlossButtenheim

Schloss Buttenheim

Schloss Buttenheim

Privatbesitz

Im Buttenheim befanden sich ursprünglich zwei Schlösser, das Obere Schloss (auch Deichselburg) und das Untere Schloss. Beide waren im Besitz der Reichsfreiherren von Stiebar, die neben den beiden Buttenheimer Schlössern weitere drei in Aisch, Pretzfeld und Ermreuth besaßen. Das Geschlecht derer von Stiebar wird auf das Jahr 1253 zurückgeführt und gehörte zur ehemaligen reichsunmittelbaren Ritterschaft des Kantons Gebürg, der sich zwischen Kronach, Nürnberg, Buttenheim und Kulmbach erstreckte. Dieses Geschlecht stellte im Mittelalter mehrere Äbtissinnen, Deutschordensritter und Domherren in den Hochstiften Bamberg und Würzburg. In der Zeit von 1377 bis 1560 waren mindestens vierzehn Mitglieder dieses Geschlechts Domherren in den Hochstiften von Bamberg und Würzburg.

Das Obere Schloss (viereckig mit Wall und vier Ecktürmen) wurde im Jahre 1525 im Bauernkrieg ein Raub der Flammen und nicht mehr aufgebaut.

Bei dem heutigen Schloss Buttenheim handelt es sich um das sogenannte Untere Schloss, dass ursprünglich denen von Lichtenstein als Kemenate diente und im Jahre 1438 von den Stiebars neben anderen Liegenschaften in Buttenheim übernommen wurde.

Die Stiebars hatten zu jener Zeit in Buttenheim die Gerichtsbarkeit über Leben und Tod inne, die von den Schlüsselbergern auf sie übergegangen war. Das Untere Schloss wurde mehrmals niedergebrannt, so im Jahre 1492 in „blutiger Fehde zwischen Albrecht Stiebar d. J. und Fürstbischof Heinrich III. von Bamberg“, 1525 von „ortsfremden aufrührerischem Volk“ und 1561 durch die Unvorsichtigkeit eines Schlossbediensteten, der vor dem Einschlafen vergaß, das Licht in seinem Zimmer zu löschen. Hans Joachim von Stiebar, der im Jahre 1574 zum Ersten Ritterrat des Kantons Gebürg für das Gebiet von Bamberg und Forchheim gewählt wurde und damit großes Ansehen genoss, reparierte den Schaden.

Die Stiebars bekannten sich schon sehr früh zur lutherischen Konfession. Dies ist unter anderem dadurch bezeugt, dass bereits im Jahr 1591 die Anstellung eines evangelischen Predigers auf Schloss Buttenheim urkundlich erwähnt wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden 1630 die Besitzungen der Stiebar wegen ihrer Teilnahme an den Kämpfen der Unierten auf kaiserlichen Befehl konfisziert, so gelangte Buttenheim und damit auch das Untere Schloss für einige Jahre in den Besitz des Fürsten Georg Ludwig von Schwarzenberg. Durch den Westfälischen Frieden erhielten die Stiebars im Jahr 1648 ihre Anwesen zurück.

Im Jahr 1741 wurde die noch bestehende Kapelle neben den Trümmern des vom den Kriegswirren zerstörten Schlosses erbaut, die Schlossherrschaft wohnte in einem Nebengebäude.

Mit dem Tod des Reichsfreiherrn Johann Georg Christoph Wilhelm von Stiebar, erlosch 1762 die fränkische Hauptlinie dieses Geschlechts. Die Lehen gingen an die Hochstifte Bamberg und Würzburg und zum Teil an das Herzogtum Sachsen-Coburg zurück. Das Eigentum an den übrigen Gütern verblieb bei den Erben, der Witwe und den Töchtern.

Im Jahre 1761 ging der brandenburgische Kammerjunker Wilhelm Christian Friedrich von Seefried die Ehe mit Elisabeth Sofie von Stiebar ein, die er als Student der Jurisprudenz in Erlangen kennengelernt hatte. Wenige Jahre nach der Eheschließung siedelten sie nach Buttenheim über. Da das Untere Schloss bis auf „den mittelalterlichen, massigen, viereckigen, mit einem Mansarddach gedeckten Turm zerstört, bzw. durch Brand vernichtet worden war“, baute Wilhelm Christian Friedrich von Seefried im Jahre 1774 das jetzige barocke Schloss an den Turm, in dem sich die evangelische Schlosskapelle befindet.

Wilhelm Christian sorgte dafür, dass die evangelische Schlosspfarrei durch einen Rezess vom 22. Oktober 1763 neu bestätigt wurde. Im Jahr 1790 wurde Wilhelm Christian, der sich zeitlebens sehr für die Stärkung des evangelischen Glaubens einsetzte, in den Reichsfreiherrenstand erhoben. 1814 wurde aus der Schlosskaplanei eine protestantische Schlosspfarrei und am 27. August 1826 die Schlosskapelle als Gemeindegotteshaus geweiht.

Die Schlosskapelle dient als Gotteshaus für die Buttenheimer evangelische Gemeinde, die inzwischen von der Pfarrei Hirschaid betreut wird.

Schloss Buttenheim nahezu ununterbrochen von den Nachfahren Wilhelm Christians bewohnt.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Mobile Geschichte

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