Museum
Schloss Burgk

Das Schloss Burgk ist ein ehemaliger Herrensitz im Freitaler Stadtteil Burgk in Sachsen. Heute befindet sich darin das Freitaler Stadtmuseum Haus der Heimat mit den „Städtischen Sammlungen Freital“. Das Schloss liegt am Fuße des Windbergs am Rande des Döhlener Beckens in der Gemarkung Großburgk und steht unter Denkmalschutz.
Aufgrund gesicherter Baubefunde des Schlosses können Teile des Erdgeschosses und die Kellergewölbe in die Zeit der Renaissance eingeordnet werden. Das Adelsgeschlecht von Zeutsch(en) erwarb das Schloss und übte von 1507 bis 1742 die Gerichtsherrschaft in Großburgk aus. Am 26. Juni 1707 brannte das gesamte Rittergut nieder, wurde aber in den Jahren 1708 und 1709 durch Caspar Heinrich von Zeutzschen wiedererrichtet. Danach kaufte ein Dresdner Senator das Rittergut aufgrund des reichen Steinkohlevorkommens in der Region. Der Kohlebergbau in Burgk ist schon seit dem 16. Jahrhundert überliefert. Das Herrenhaus und die umliegenden Gebäude wurden um 1800 umgebaut. Die 1819 gegründeten Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke führten unter Leitung von Carl Friedrich August Freiherr Dathe von Burgk, der das Rittergut samt dazugehöriger Steinkohleschächte erworben hatte, zu einer Modernisierung und Ausweitung des Steinkohlebergbaus im Döhlener Becken. Die Steinkohlenwerke hatten bis zum Konkurs des Unternehmens 1930 ihren Sitz auf Schloss Burgk.
Nach der Stadtgründung Freitals 1921 beschloss das Stadtparlament 1923, ein Museum zu errichten. Am Aufbau des Museums war der Maler Karl Hanusch beteiligt. Nachdem der Standort des Museums mehrere Male wechselte, wurden 1946 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Räumlichkeiten des Schlosses Burgk bezogen. Zuvor war das Gut infolge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet worden.
Heutige Nutzung+
Die „Städtischen Sammlungen Freital“ enthalten neben Informationen zur Stadtgeschichte und Leben auf dem Schloss Burgk auch die Städtischen Kunstsammlungen, die die Kunstentwicklungen in der Region Dresden zwischen 1890 und 1950 dokumentieren. Teil der Sammlung sind unter anderem neun klassische Gemälde von Otto Dix sowie Werke der Künstler Willy Kriegel, Wilhelm Lachnit, Wilhelm Rudolph, Pol Cassel, Otto Lange, Curt Querner, Christoph Voll und Ewald Schönberg. Langjähriger Direktor des Stadtmuseums und der Kunstsammlungen war Hellmuth Heinz, der vor dem Tod seine private Kunstsammlung an die Stadt spendete. Seit 1993 befindet sich die Kunstsammlung von Friedrich Pappermann im Schloss, die der Dresdner Künstler dem Museum 1993 stiftete und dafür 1994 die Ehrenbürgerschaft Freitals erhielt.
Vom Schlosspark aus ist das Einfahren in das Besucherbergwerk „Tagesstrecke Oberes Revier Burgk“ möglich. In einer damit verbundenen Ausstellung über den Bergbau im Plauenschen Grund ist unter anderem „Dorothea“, die erste elektrisch betriebene Grubenbahn der Welt, ausgestellt. Sie wurde 1882 von Siemens & Halske für den Oppelschacht in Zauckerode gebaut. Zur Bergbauausstellung gehört ein Technikgarten, der das zum Bergbau der unmittelbaren Nachkriegszeit erforderliche Gerät zeigt.
Das Schloss Burgk kann als Tagungs- und Veranstaltungszentrum genutzt werden, so existieren etwa der „Steigersaal“ mit Platz für etwa 100 Personen und der kleinere „Knappensaal“ für rund 50 Personen. Für Hochzeiten auf Schloss Burgk gibt es einen Trausaal. Auf dem Schlosshof finden im August die „Burgker Schlossnacht“ und zu Ostern das „Burgker Mittelalterspektakel“ statt. In der Adventszeit gibt es einen Weihnachtsmarkt auf dem Schlossgelände.
Schlosspark+
Der Schlosspark mit einer kleinen Teichanlage, die von Lärchen, Platanen und Ginkgobäumen umgeben ist, befindet sich südlich und östlich des Herrenhauses. Das Mundloch des heutigen Besucherbergwerks befindet sich ebenfalls im Schlosspark. Neben vielen Skulpturen befindet sich im Burgker Schlosspark auch das Rotkopf-Görg-Denkmal, das 1861 eingeweiht wurde.
Es ist der Sagengestalt Rotkopf Görg gewidmet, der am Windberg ein Berggeist erschienen sein soll. Dieser forderte Rotkopf Görg, einen armen Musikanten, auf, im Schloss des Berggeistes, verborgen im nahe gelegenen Windberg, zum Tanz aufzuspielen. Er willigte ein, als Belohnung bekam er vom Berggeist seinen Hut mit Kohlen gefüllt. Rotkopf Görg wusste damit jedoch nichts anzufangen und schüttete sie vor seinem Haus aus. Am nächsten Tag bemerkte er, dass sich ein kleiner Kohleklumpen in seinem Hut verfangen hatte, der über Nacht zu Gold geworden war. Die übrigen Kohlen, die er weggeschüttet hatte, sind jedoch zu Asche verfallen.
Im Jahr 1904 wurde das Denkmal von Cornelius Gurlitt in der Beschreibenden Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen wie folgt erwähnt: Ein merkwürdiges Werk [...] ist die überlebensgroße Gruppe eines Spielmanns und des ihn mit in den Hut gestreuten Geld verführenden Gnomen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
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