Bezirksverwaltung
Schloss Büren

Das Schloss beherbergt die Bezirksverwaltung des Amtes Büren: das Regierungsstatthalteramt, die Gerichtsbehörden des Gerichtskreises III Aarberg-Büren-Erlach, ein Gefängnis sowie eine Dienststelle des Kreisgrundbuchamtes III und des Betreibungs- und Konkursamtes.
In Büren trat Bern 1393 die Nachfolge der Grafen von Neuenburg an. Der alte Sitz der Vögte, Schultheissen genannt, lag in der Seitengasse. 1620 kaufte Bern vier Bürgerhäuser zwischen Hauptgasse und Aare am westlichen Stadteingang und liess an ihrer Stelle bis 1625 ein grosses neues Schloss bauen. Ziel der Unternehmung war es, an der damaligen Staatsgrenze, am Aareübergang, an der als Transportweg wichtigen Aare und der uralten wichtigsten Ost-Westroute der Schweiz als Staatswesen repräsentativ in Erscheinung zu treten. Der 1624 bezogene Bau dient seither der Bezirksverwaltung.
Entsprechend der Aufgabe fiel der Neubau repräsentativ aus. An der platzartig geweiteten Einmündung der Kreuzgasse wurde er in Giebelstellung, statt wie üblich in Traufstellung errichtet. Dadurch erscheint der Bau grösser und mächtiger. Die dreieinhalbgeschossige, stark befensterte Fassade überragt ein grosses Ründedach, das seitlich repräsentative Hausteinerker durchstossen. Ein selbstständiger Torbau in Renaissanceformen mit Pechnase und Türmchen führt in den Hof; traufseitig erschliesst ein mächtiger Treppenturm das gesamte Haus mittels Quergang.
Das Bild des Schlosses wird beherrscht vom 1623 ausgeführten, eben restaurierten und zeitgenössisch ergänzten Malereizyklus an der Haupt- und Seitenfassade des Schlosses, ausgeführt vom Universalkünstler Joseph Plepp. Er zeigt eingefügt in die gemalter Scheinarchitektur einer Palastfassade ein umfangreiches ikonographisches Programm der Guten Regierung Berns, die mit jener Roms in seiner republikanischen Zeit verglichen wird. Im Zentrum steht ein „fruchtbares“ Berner Wappen, darüber die Allegorie von Mars/Victoria und Pax, beschützt von Pallas Athene, darunter vier Jahreszeiten und die vier Elemente.
An der westlichen Traufseite prangt im Triumphbogen das riesige Wandbild mit dem Opfertod des Marcus Curtius zur Errettung der Stadt Rom, das grösste Fassadengemälde im Kanton Bern. Inmitten des dreissigjährigen Krieges, der wenige Reitstunden von der Staatsgrenze entfernt ganze Landstriche verwüstete, stellte Bern dar, dass sein Staatswesen in einem Frieden in Stärke gedeiht, dass ihm Götter, Elemente und Jahreszeiten gewogen sind, dass es aber des Opfersinns der Bürger für das Gemeinwohl bedarf.
Nimm Mobile Geschichte mit auf die Reise
Diesen Text liest du gerade kostenlos. Mit Premium kommt dazu, was unterwegs zählt: Beschreibungen vorlesen lassen, Objekte durch die Kamera finden, Regionen offline mitnehmen.
- Alle Beschreibungstexte, auch die der ~17.700 Premium-Objekte
- Audio-Guide: Beschreibungen unterwegs vorlesen lassen
- AR-Sucher: Objekte durch die Kamera sehen, mit Entfernung und Richtung
- Unbegrenzte Merkliste
14 Tage kostenlos testen, danach ab 2,99 € im Monat. Jederzeit kündbar.
Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 47.1401, 7.3714