Privatbesitz
Schloss Bülow

Das Schloss Bülow befindet sich in der gleichnamigen Gemeinde Bülow im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.
Bülow wurde bereits 1262 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1573 ist es durch Kauf und Tausch im Besitz der Familie von Barner. Dessen Vertreter, der preußische Offizier Magnus Friedrich III. von Barner, ließ es von 1742 bis 1746 als ein zweigeschossiges barockes Herrenhaus auf älteren Resten errichten. Der repräsentative Schlossbau ist das Ergebnis mehrerer Bauetappen, von denen möglicherweise die älteste im 16. oder 17. Jahrhundert anzusiedeln ist. Aus dieser Zeit stammt das über dem Eingangsbereich vorhandene Allianzwappen der Familien von Barner und von Maltzahn. Es symbolisiert die Verbundenheit zwischen den beiden Adelsfamilien. Im Jahr 1842 erfolgte durch Heinrich Franz von Barner, der bis 1836 noch Provisor im Kloster Dobbertin war, ein grundlegender Umbau. Das Gebäude wurde dem Zeitgeschmack entsprechend im italienischen Neorenaissancestil um ein Halbgeschoss erhöht und mit vier prägnanten Ecktürmen ausgestattet. Teile der Innenräume erhielten mit Marmor und Stuck im italienischen Stil und im Erdgeschoss bekamen einige Räume Intarsienfußboden. Der weitere Umbau in den Jahren 1880–1890 betraf hauptsächlich die Innenbereiche. Die Eingangshalle wurde dagegen mit reich verzierten Eichenholzelementen getäfelt. Alte Inschriften befinden sich als Supraporte über den Türen, wie: Nichts Deutsches sei uns fremd! Über das Leben geht noch die Ehr! Allein bei Gott ist der Friede!
Für Kriegszwecke wurde während des Ersten Weltkrieges das Kupferdach abgenommen und mit einem Pappdach versehen. Zwischen 1936 und 1938 erfolgte durch Brüder Magnus Friedrich und Carl Ulrich von Barner die vollständige Renovierung und Instandsetzung aller Innenräume. Die 14 Wohnräume des Schlosses beherbergten zahlreiches antikes Mobiliar und wertvolle Gemälde. Vor dem Eingang standen zwei alte Böller (Kanonen) von 1668 aus dem Großen Türkenkrieg, die Kaiser Leopold I. seinem Generalfeldzeugmeister Christoph von Barner zum Geschenk machte. Die Familie von Barner nutzte das Schloss nur noch zu besonderen Anlässen, ihr Wohnsitz war das Gut in Klein Trebbow.
Bis 1945 waren neben den Gütern Klein Trebbow und Barner Stück noch das Gut Bülow im Besitz von Carl Ulrich von Barner. Nach der Besetzung durch die Truppen der Sowjetarmee diente das Schloss bis August 1945 als deren Unterkunft. Das Mobiliar und die Einrichtung wurden schwer beschädigt, vernichtet und abtransportiert. Danach wohnten Flüchtlinge im Herrenhaus. Während der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurde das Gut aufgesiedelt und der größte Teil der Hofgebäude abgerissen. Das Schloss wurde Zentrum des Dorfes und beherbergte zeitweise Wohnungen, die Konsum-Verkaufsstelle, den Kindergarten, eine Küche, das Gemeindebüro und ein Zimmer für die Arztsprechstunde. Der Festsaal im Obergeschoss war nun Kulturraum und bekam 1968 einen neuen Parkettfußboden und eine Bühne für die Kapelle. Mit der teilweisen Sanierung des Gebäudes erhielt es nach 1971 auch neue Fenster. 1990 ging das ehemalige Schloss in Besitz der Gemeinde Bülow über, stand danach viele Jahre leer und wurde im Jahr 2004 von Cornelia Waack erworben. Das Gebäude wurde teilweise restauriert und wird privat genutzt.
Sonstiges+
Der Gutspark wurde ursprünglich nach französischem Muster als Barockgarten angelegt und Ende des 18. Jahrhunderts in einen englischen Landschaftspark umgestaltet und später weiter aufgesiedelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Bäume als Brennholz verwendet und dabei auch die im Park befindliche Familiengruft zerstört. Vor dem Herrenhaus befindet sich ein kleiner Teich. Außer dem Herrenhaus sind von der Gutsanlage mehrere denkmalgeschützte Ställe erhalten geblieben.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://schloesserrundschau.de/meckpomm/schloesser/buelow.html
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 53.5884, 11.7671