SchlossBrandis

Schloss Brandis

Schloss Brandis

Eigentumswohnungen

Das Brandiser Stadtschloss ist ein Barockschloss mit Schlossgarten in unmittelbarer Nähe zum historischen Marktplatz der Stadt Brandis in Sachsen. Das Schloss und der Garten wurden zwischen 1700 und 1727 nach Entwürfen von David Schatz im Auftrag von Kraft Burchhard von Bodenhausen erbaut.

Das Stadtschloss Brandis liegt ca. 12 km östlich vor den Toren von Leipzig, nahe der A 14 und B 6. Es befindet sich in zentraler Lage der Stadt Brandis, direkt am Marktplatz. Die Größe des Schlosses beträgt 54.730 m², wovon allein ca. 39.000 m² auf den Schlosspark entfallen.

Die Geschichte des Stadtschlosses Brandis erstreckt sich über die knapp 300 vergangenen Jahre, wobei sich das dort zuvor befindliche Rittergut bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.

18. und 19. Jahrhundert

Ursprünglich fungierte das Gebiet des heutigen Stadtschlosses als Rittergut, dessen Geschichte sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Um 1700 wurde das Rittergut von Kraft Burchhard von Bodenhausen gekauft. Sein Sohn Otto Wilhelm von Bodenhausen ließ zwischen 1724 und 1727 das heutige Stadtschloss nach Plänen von David Schatz errichten. Mit dem stattlichen Schloss und dem großzügigen Wirtschaftshof hatte Otto Wilhelm von Bodenhausen hier eine der imposantesten Gutsanlagen im Leipziger Umland geschaffen. Dabei blieb der ursprüngliche Plan jedoch unvollendet. Vom Barockbau kam der Westflügel nicht zu Ausführung. 1849 erwarb Freiherr Friedrich von Pentz die Anlage und ließ 1875 das Schloss renovieren und den westlichen Anbau und die Veranda an der Gartenfront anfügen.

20. Jahrhundert

Von 1930 bis zu seiner Enteigung und Vertreibung durch die Kommunisten 1945 war Major Otto Busse Eigentümer der Schlossanlage. Unter ihm wurden das Schloss und die Parkanlage 1941 als Kunst- und Kulturdenkmale in die sächsische Landesdenkmalliste A aufgenommen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog zunächst ein Bataillon der US-Streitkräfte und wenig später die Militärkommandantur der Roten Armee in das Schloss ein. Ab Mai 1946 wurde es, im Besitz der UdSSR, als Hotel für Messebesucher genutzt. Ab Januar 1950 wurde die Anlage als Finanzschule verpachtet und teilweise für Stallungen genutzt. Ab 1968 ging das Anwesen in den Besitz der Stadt Leipzig über. Es zog ein Alten- und Pflegeheim ein, das bis 2003 Bestand hatte.

21. Jahrhundert

Erste Bauphase (2006–2012)

Nach der Auflösung des Alten- und Pflegeheims im Jahr 2003 blieb das Schloss für mehrere Jahre ungenutzt. Im Jahr 2006 wurde das Schloss durch einen Investor erworben, der daraufhin die zwei Seitenflügel sanieren ließ. In Orangerie und Ailette Rustique entstanden rund 50 Wohnungen und Maisonetten. Auch der gesamte Innenhof wurde nach Vorgaben des Denkmalschutzes gestaltet.

Zweite Bauphase (ab 2012)

Die mit direkter Anbindung an den Markt und inmitten der wachsenden Stadt Brandis gelegene Schlossanlage setzt sich im Entwicklungskonzept aus nachstehenden Sanierungsabschnitten zusammen: Schlossgebäude (Hauptgebäude) und Parkanlage (Fläche ca. 4 ha).

Schlossgebäude

Das Hauptschloss umfasst nach derzeitigem Planungsstand 14 Wohn- und Gewerbeeinheiten von 50 bis 200 m² Fläche. Die Bausubstanz im Hauptschloss ist gut erhalten und erlaubt so die Nutzung zahlreicher historischer Details wie Kamine, Stuck, Fenster, dicke Mauern, Gewölbedecken und verschiedener Raumlösungen. Bei den umfassenden Renovierungsarbeiten wird versucht, die historische Struktur soweit wie möglich zu erhalten, und dennoch zu gewährleisten, dass sie heutigen Wohnansprüchen gerecht wird.

Parkanlage

Die Parkanlage, welche in ihrer Grundstruktur noch sehr gut erhalten ist (Wege und Gliederung), muss lediglich überarbeitet, die Baumbestände teilweise zugeschnitten und der kleine See ausgebaggert und rekultiviert werden. Zum unteren Parkteil (Wiesenfläche und Anschlussstück zum Stadtpark) laufen Gespräche mit der Stadt Brandis.

Der Brandiser Schlosspark+

Der Schlosspark zu Brandis hat eine über 250-jährige Geschichte. Möglicherweise kann die Anlage des Schlossparks auf den Baumeister der Schlosses David Schatz zurückgeführt werden. Von der ursprünglichen Anlage sind kaum noch sichtbare Elemente erhalten, denn sie hat im Laufe der Zeit mehrere Umgestaltungen erfahren. Sein jetziger Zustand stammt aus den 1920er Jahren. Im Garten befinden sich ein Mausoleum, welches 1854 für den damaligen Besitzer Freiherr von Pentz erbaut wurde, ein Wasserturm aus dem Jahre 1884, ein Pavillon, ein Brunnen und mehrere Löwenplastiken. Nach 1875 wurde der Schlosspark wesentlich erweitert. Erwähnenswert ist hierbei die Pflanzung eindrucksvoller Baumgruppen aus fremdländischen Gehölzen wie dem Trompetenbaum, der Blutbuche, der Roteiche und der Platone, die ab dieser Zeit nach Europa eingeführt wurden. Dabei wurden diese großen Bäume im Randbereich um den Park gepflanzt, um ihn nach außen abzuschirmen.

Wichtig für das heutige Erscheinungsbild des Parks war die Gestaltungsphase ab 1912. Der Schlosspark wurde in zwei Teile geteilt. Der obere zum Schloss näher liegende Teil wurde im Sinne eines Barockgartens umgestaltet. Blumenbeete wurden entlang der Wege und um den Brunnen angepflanzt. Daher trug dieser Teil des Schlossparks den Namen „Rosen-Anlage“. Der untere Teil des Schlossparks wurde in einem landschaftlichen Stil angelegt, der sich besonders durch Pflanzung von Hainbuchen in den Außenbereichen des Parks kennzeichnete.

Zu Beginn der 1960er Jahre wurden der Schlosspark geteilt und die Rosenbeete entlang der Wege entfernt. Während der obere, nördliche Teil zum Schloss gehörig blieb, wurde der Südteil als öffentliche Grünanlage der Stadt Brandis genutzt. Diese Teilung besteht bis zum heutigen Zeitpunkt fort.

Obwohl spätestens nach der Auflösung des Alten- und Pflegeheims 2003 keine Schnitt- und Pflegearbeiten durchgeführt wurden, sind die Strukturen des Schlossparks, wie sie durch Freiherr von Pentz angelegt wurden, im Wesentlichen erhalten geblieben. Jedoch sind zahlreiche Baulichkeiten wie das Mausoleum, der Pavillon, der Wasserturm oder das Naturtheater stark reparaturbedürftig. Weiterhin sind die ehemals zahlreich vorhandenen Plastiken und Skulpturen wie die Löwenplastiken, das Sandsteindenkmal oder der Springbrunnen nur noch teilweise oder in schlechtem Zustand vorhanden. Aufgrund dessen befindet sich der Schlosspark seit 2012 in einer umfassenden Rekultivierungs- und Reparaturphase.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Thomas Eichler

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.3328, 12.6080