SchlossLaxenburg

Schloss Blauer Hof

Schloss Blauer Hof

Das Schloss kann besichtigt werden

Die Schlösser von Laxenburg befinden sich in der Gemeinde Laxenburg in Niederösterreich an der Grenze zu Wien. Im großen Schlosspark befinden sich das Alte Schloss, der Blaue Hof, das neue Schloss sowie die Franzensburg.

Bis zum Ende der österreich-ungarischen Monarchie war Laxenburg ein wesentlicher Aufenthaltsort der Habsburger. Diese Tradition begann schon mit Kaiser Karl VI.. So wurde von Maria Theresia auch eine lange durchgehende Allee von Schönbrunn, nämlich auf der Trasse der heutigen Schönbrunner Allee nach Laxenburg errichtet. Die heute nicht mehr existierende Laxenburger Bahn wurde ebenfalls extra für den Kaiser zwischen der Südbahn in Mödling und Laxenburg errichtet. Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth verbrachten 1854 ihre Flitterwochen in Laxenburg. Auch zwei ihrer vier Kinder - Gisela (1856-1932) und Kronprinz Rudolf (1858-1889) - wurden auf Schloss Laxenburg geboren.

Um in der Nähe des Kaisers zu sein, bauten auch andere Adelige und hohe Beamte wie die Esterházy, Daun, Auersperg oder Chotek sich hier kleine Schlösser oder Villen, die aber durch laufende Erweiterungen der kaiserlichen Güter kaum noch vorhanden sind. Eines davon ist das Grüne Haus.

Blauer Hof+

Erwähnt wurde der Blaue Hof das erste Mal im Jahr 1544 als Freihof. Besitzer war Melchior Arguello. Bis es von seinem Besitzer, den Reichsvizekanzler Friedrich Karl von Schönborn zwischen 1710 und 1720 ausgebaut wurde, wechselte das Gebäude mehrmals die Besitzer. So erhielt der Freihof seinen Namen nach einem dieser Besitzer, nämlich Sebastian von Ploenstein (Blauenstein). Der Ausbau erfolgte durch den Architekten Lucas von Hildebrandt. Spätere Besitzer waren Graf Adolf Metsch, Mitglieder des Geschlechts der Grafen Daun. 1762 kam es in Besitz Maria Theresias und der Plauensteiner-Hof wurde weiter großzügig ausgebaut durch den Hofarchitekten Nikoló Pacassi. Außerdem wurde von Pacassi noch der Speisesaaltrakt und das Schlosstheater erbaut. In der Säulenhalle und der großen Treppe wurde harter Kaiserstein verwendet.

In der Besatzungszeit war der Blaue Hof eine Kommandostelle der Roten Armee.

Heute ist weder der Speisesaaltrakt noch das Schlosstheater öffentlich zugänglich, sie werden von der IIASA verwaltet und als Konferenzzentrum genutzt.

Schlosspark+

Nach 1780 wurde der ungefähr 250 ha große Schlosspark, anders als der im französischen Stil beibehaltene Schönbrunner Schlosspark, in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet.

Das markanteste Kennzeichen des Schlossparks, ist der 25 ha große Schlossteich. Im Schlossteich befindet sich eine Insel, auf der die nach Kaiser Franz I. benannte Franzensburg errichtet wurde. Zudem befinden sich im Schlossteich weitere bewaldete Inseln.

Obwohl der Schlosspark nahe der Schwechat liegt, wird er von Münchendorf von der Triesting bewässert. Von dort führt ein 1801 errichteter Kanal über eine Brücke über der Schwechat zum Teich. Der Abfluss des Teiches führt jedoch in die Schwechat.

Unter den zahlreichen Eichen befindet sich auch die 200-300 Jahre alte liegende Eiche, die auch als Naturdenkmal ausgewiesen ist.

Neben den bereits erwähnten Schlössern befinden sich noch zahlreiche historische Bauten, wie:

  • das Grüne Lusthaus
  • der Concordiatempel
  • der Turnierplatz
  • das Haus der Laune, das von dem Architekten Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg erbaut wurde, heute aber nur als Ruine besteht
  • die Felsengrotte, wo eigentlich ein Modell der Habsburg gebaut werden sollte, aber nie verwirklicht wurde.
  • die Rittergruft mit der Rittersäule
  • die Hofeiskeller, sie dürften zur Eisgewinnung aus dem Teich gedient haben.

Bis vor einigen Jahren war am Rand des Parks ein Erholungszentrum sowie ein Campingplatz eingerichtet. Heute gehört der Park zu sehr beliebten Ausflugszielen der Wiener Stadtbevölkerung. Außer dem Wandern werden am Teich auch Bootsfahrten angeboten.

Sonstiges+

Nicht direkt im Gesamtkomplex, aber doch in direkter Verbindung mit dem Kaiserschloss, steht der Kaiserbahnhof der Kopfbahnhof der ehemaligen Laxenburgerbahn, der heute - rekonstruiert nach seinem Aussehen von 1847 - als Veranstaltungszentrum und Restaurant genutzt wird.

In frühen Zeiten des Wiener Neustädter Kanals konnte man auch per Ausflugsschiff von Wien nach Laxenburg fahren. Diese Wasserluftfahrten verloren aber um 1930 aufgrund der langen Fahrzeit die ursprünglich starke Beliebtheit.

Das Palais Kaunitz, das später in den Besitz der Familie Wittgenstein gelangte, dient seit 1912 den Ingenbohler Kreuzschwestern als Kloster und als Provinzhaus für Wien und Niederösterreich. Auch eine Kindergärtnerinnen-Schule und eine Hauptschule wurde von den Schwestern betrieben. Beide Schulen sind bereits geschlossen.

Die Internationale Anti-Korruptionsakademie (IACA) hat heute ihren Sitz in einem Teil des Gebäudes. Es handelt sich hierbei um die erste Ausbildungsstätte dieser Art weltweit.

In Teilen des Parks fand im August 2010 ein internationales Pfadfinderlager mit über 7600 Teilnehmern statt.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Maciek Wegrzyn

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 48.0683, 16.3583