Privatbesitz
Schloss Berg

Das Schloss Berg stammt erst aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die hohe Gerichtsbarkeit kam 1452 mit der Grafschaft Kyburg an Zürich. Nachdem Anna Dorothea von Meiss 1642 die Gerichtsherrschaft über Berg durch Heirat an Hans Heinrich Escher vom Luchs gebracht hatte, erbaute sich Junker Escher das heutige Schloss Berg. Über dem modern kopierten rundbogigen Hausteinportal prangen die farbig gefassten Wappenschilde der Erbauer: Hans Heinrich Escher vom Luchs und seiner Frau Anna Dorothea von Meiss.
Die Escher bewohnten den Landsitz mehr als zwei Jahrhunderte. Nach dem Umsturz von 1798 blieben ihnen noch die beiden Schlösser Berg und Eigental sowie die Ländereien. Doch Junker Hans Georg (1756-1837) konnte sich mit den neuen Zeiten nicht abfinden und widersetzte sich der Regierung, worauf er mit vierzehn anderen Revolutionsgegnern vom Direktorium verhaftet und sechs Monate lang in Basel festgehalten wurde. Nach dem Sturze Napoleons glaubte er erneut, die Zeit zur Wiederherstellung der alten Zustände sei gekommen. Seine Denkschrift, die er zusammen mit 300 anderen Gesinnungsgenossen an die Regierung sandte verfehlte aber ihr Ziel. Von da an zog sich Escher, der als ein Mann «von Geist und Mut» als «helldenkend» und «weltklug» galt, vom politischen Leben zurück und widmete sich fortan der Pflege seiner Landgüter.
Die letzte Angehörige des Gerichtsherrengeschlechtes Albertine Cäcilie, verkaufte die Anlage 1875 an Hermann Sieber aus Zürich. Über Jakob Zwingli kam das Schloss 1911 an Major Karl Richard Ziegler in Schaffhausen. Mit dem Aufenthalt des Dichters Rainer Maria Rilke im Winter 1920/21 betrat Schloss Berg für kurze Zeit die Bühne der Weltliteratur. Rilke erhielt das Erdgeschoss mit dem behaglich grossen Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und die Küche zur Verfügung gestellt. Hier reifte in ihm auch der Entschluss, der Schweiz treu zu bleiben. Weil damals in Berg gerade eine Viehseuche grassierte, war seine Bewegungsfreiheit eingeengt und er schrieb darüber an Rudolf Junghans: «... Mein Gehen ist jetzt durch die strengen Einschränkungen der Viehseuche auf den Park beschränkt, in dem ich mir einen Weg von hunderternundzwanzig Schritten Länge als Bahn vorgesetzt habe, die ich viele Male hin und wieder durchmesse: diese Unveränderlichkeit bringt mir kaum etwas anderes hinzu, als die geatmete Weite und den empfundenen Raum, aber alles andere, was anfinge, Eindruck zu sein, träte auch schon in Rivalität zu meiner streng genommenen Koncentration.» Mit dem Abflauen der Seuche begann Rilke, kleinere Ausflüge ins Flaachtal zu unternehmen und es gab noch lange Zeit Bauern, die sich des freundlichen Mannes mit dem runden schwarzen Filzhütchen erinnerten.
1922 verkaufte Major Karl Richard Ziegler sein Gut an den Obersten Hans Bühler-Volkart (gest. 1967) aus Winterthur.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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