SchlossBartenstein

Schloss Bartenstein

Schloss Bartenstein

Privat

Die Herren von Bartenstein hatten auf der Burg im 13. Jahrhundert ihr Herrschaftszentrum, nach verschiedenen Besitzerwechseln wurde die Burg Mitte des 15. Jahrhunderts Sitz eines hohenlohischen Amtmannes. Während des Bauernkrieges und im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört. Auf einem Bergsporn über der Ette wurden ab 1710 die baufälligen Gebäude zum Schloss für die Grafen von Hohenlohe-Bartenstein umgebaut. Eine der ersten bedeutenden Baumaßnahmen von Graf Philipp Carl zu Hohenlohe-Bartenstein war die Errichtung der katholischen Hofkirche ab 1712. Sein Sohn, Fürst Carl Philipp zu Hohenlohe-Bartenstein, Reichskammerrichter in Wetzlar, verpflichtete 1760 den 80-jährigen fürstbischöflich-fuldaischen Hofbaumeister Gallasini als Baudirektor nach Bartenstein. Beim barocken Umbau integrierte Gallasini gekonnt ältere Bauelemente und schuf bis 1765 eine eindrucksvolle Dreiflügelanlage. Heute zählt das Bauwerk zu den Paradebeispielen hohenlohischer Barockresidenzen. Der vierstöckige Mittelbau überragt in seiner stärker gegliederten Ausgestaltung die schlichteren Schlossflügel. Das geschnitzte Allianzwappen von Hohenlohe-Limburg über dem Mittelrisalit trug früher Wappenfarben. Vom Eingangsbereich aus schwingt sich eine symmetrisch angeordnete doppelläufige Treppenkonstruktion elegant über zwei Stockwerke zu den Repräsentationsräumen. Im ehemaligen Marstall des Südflügels standen während der Glanzzeit fürstlicher Hofhaltung bis zu 80 Pferde. Die langen Gänge darüber sind mit eindrucksvollen Ahnengalerien ausgestattet. Gegenüber im Nordflügel ist die Hofbibliothek untergebracht. Sie verbindet den Hauptbau mit der Schlosskirche. Einst teilte ein gewaltiges schmiedeeisernes Gitterwerk den inneren und äußeren Schlosshof. Dort standen Soldaten Wache. Nach französischem Vorbild im Sinne eines Place Royale bilden Schloss und Schlossplatz eine Einheit. Die westliche Schlossstrasse wurde nach Plänen von Gallasini zwischen 1762 und 1767 ab dem Hofbaumeisterhaus linear zum Schloss hingeführt und endet am Schlossplatz. Auf diese Weise erhielt das barocke Schlossareal eine zusätzliche optische Erweiterung. Auf der Skizze der Bartensteiner Haustafeln ist diese Anordnung gut erkennbar.

Das Schloss ist bewohnt und noch im Besitz der Familie Hohenlohe-Bartenstein. Schloss und Schlosshof sind nicht zu besichtigen.

Schlosskirche

Die Schlosskirche St. Philippus wurde im Auftrag des ersten Grafen von Hohenlohe-Bartenstein, Philipp Karl, erbaut und 1716 geweiht. Mit der Vollendung des mächtigen Kirchturmes war 1728 der Kirchenbau abgeschlossen. Als Sinnbild der katholischen Konfession repräsentiert das Gotteshaus seither den katholischen Glauben inmitten eines protestantischen Umfelds. Der verantwortliche Baumeister Bernhard Schießer war ein Schüler Georg Dientzenhofers und wirkte zuvor am barocken Umbau von Kloster Schöntal. Die Außenansicht der Kirche hebt sich durch Rundbogenfenster und Lisenengliederung von der Fassade des Schlosses ab. Die harmonische Saalkirche wirkt nach 300 Jahren als stilles barockes Gesamtkunstwerk.

Den Hochaltar und die gewaltige Fürstenloge mit Orgelprospekt fertigte Schreinermeister Matthias Deichelmann aus Kitzingen. In seinen Einbauten wiederholen sich architektonische Stilelemente wie Kreissegmente, Säulen und Schnitzwerke in Nussbaumholz und verstärken so den Eindruck von stilistischer Einheit. Meisterlich band er Haupt-, Seitenaltäre, Beichtstühle und Kanzel in sein Gesamtwerk ein. Der Würzburger Orgelbauer Karl Hiltenbrand konstruierte die Orgel mit zehn Registern. Sie wird heute noch bespielt. Die Inschrift der Orgel „Sophia me fecit“ weist auf die Stifterin Fürstin Sophia hin. Aufmerksame Betrachter erkennen an den Orgelpfeifen aufgemalte Gesichter. Stuckarbeiten gehen auf Daniel Schenk zurück, der zuvor auf Schloss Pommersfelden tätig war. Pilaster mit korinthischem Kapitell, mit Bandelwerk verbunden, strecken die Höhe des Kirchenraumes. Die Deckenfresken schuf Maria Lazaro Sanguinetti. Sie stellen die Heilige Dreieinigkeit dar. Maria, Propheten und weitere Bibelgestalten bilden einen sogenannten „Heiligenhimmel“. Türkenarme als Wandleuchter erinnern an die erfolgreich beendeten Türkenkriege der damaligen Zeit. Schlichte Kreuzwegstationen schmücken die Wände. Die Holzstatuen gehen wohl auf den Hofbildhauer Philipp Hochstein zurück. Originale Kirchenbänke mit geschnitzten Rocaillen runden den harmonischen Gesamteindruck ab. Seit der Fertigstellung wurde nichts mehr verändert. In der Hofkirche fanden jährlich Konzerte des Hohenloher Kultursommers statt.

Fürstlich Bartensteinische Garten- und Parkanlagen

Zur Zeit der Hochblüte der Residenz verfügte Bartenstein über zwei Garten- und Parkanlagen: In unmittelbarer Schlossnähe ist der Hofgarten angelegt und zwischen Bartenstein und Riedbach befand sich der Lustpark.

Hofgarten

Der Hofgarten wird bereits 1686 in Dokumenten erwähnt, denn der ursprüngliche Sommergarten des Schlosses sollte in eine Gartenanlage umgewandelt werden. In der Nord-Süd-Ausrichtung hat er eine ursprüngliche Ausdehnung von etwa 350 × 200 m. Im Verlauf des weiteren Ausbaus der neu angelegten westlichen Schlossstraße wurde er um 1760 im Süden verkürzt und mit einer Stützmauer und Terrassen versehen. Zur Barockzeit war der Garten mit zahlreichen Einbauten und Skulpturen ausgestattet, die Wege mit Rabatten und Bosketten gesäumt. Von den ehemaligen Gebäuden sind nur der Pavillon und die Orangerie erhalten.

Den Pavillon, die sogenannte Pagod, ließ Fürst Ludwig Leopold als das mittlere von drei Lusthäusern errichten. Sie diente der Hofgesellschaft für Feste in intimer Runde. Dahinter im englischen Garten befand sich ein kleiner ovaler See, der heute zugeschüttet ist. Die Orangerie an der Westseite wurde 1914 an Stelle des barocken Vorgängerbaus von 1768 errichtet. Im Park befand sich außer unterschiedlichen Architekturstücken auch eine Kegelbahn mit schiefergedecktem Kegelhäuschen.

Das Theatergebäude, in alten Dokumenten Komödienhaus genannt, wurde nach Auflösung der Hofhaltung nicht mehr genutzt und zwanzig Jahre nach den letzten glanzvollen Darbietungen im Jahr 1817 auf Abbruch versteigert. Die genaue Lage lässt sich heute nicht mehr feststellen, denn auf der Urkarte aus dem Jahr 1834 ist der Standort des Theaters nicht mehr eingetragen.

Der Hofgarten war Schauplatz zahlreicher Feste und Theatervorstellungen, unter anderem auch im Winter 1796 Die Zauberflöte von Mozart. Am Fürstenhof waren namhafte Hofkapellmeister angestellt. Bekannt sind Ignaz von Beeke, um 1785 Franz Christoph Neubauer. In der Zeit von 1786 bis 1798 stand mit Johann Evangelist Brandl ein weiterer renommierter Hofkapellmeister der damaligen Zeit in Bartensteiner Diensten. Anschließend wechselte Johann Evangelist Brandl als Hofmusikdirektor nach Bruchsal an den Hof des Fürstbischofs von August von Limburg-Stirum. Bemerkenswert am qualitätvollen Bartensteiner Musikleben war, dass die Veranstaltungen neben Berufsmusikern von Mitgliedern des Fürstenhauses, von Hofangestellten und von Bürgern der Residenz verstärkt wurden. Der Hofgarten ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Der Lustgarten

Bereits 1420 wurde im Gültbuch der Seldeneck das Jungholz als Wäldchen aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde eine zusammenhängende Anlage aus neu eingerichtetem Tiergarten und Jagd- und Lustpark geschaffen. Eine Zugbrücke versperrte den Zugang zum Jungholz. Dort lagen zwei Seelein mit Inseln in der Mitte. Auf der nördlichen Insel befand sich ein Pavillon mit Kegelbahn. Er wurde 1832 abgerissen. Auf der südlichen Insel stand ein runder Holzpavillon, von dem sternförmig Wege und Schneisen abzweigten. Sie dienten als Jagdschneisen. Einige dieser Wege sind heute noch zu erkennen. Gegenüber vom Jungholz befindet das Schlössleinsfeld. Im Jahr 1756 ließ Fürst Carl Philipp hier einen trapezförmigen See graben und das gesamte Areal einzäunen. Etwas später entstand oberhalb des Seeleins ein Lustschlösslein mit Schaukeln und verschiedenen Spielgeräten. Im umzäunten Bereich wurden Hirschrudel gehalten. Das Schlösslein und die Pavillons wurde um 1835 abgebrochen. Bis auf die Inseln, die beiden Jagdhügel im Tiergarten und den verlandeten Tiergartensee sind heute von der gesamten Anlage nur noch wenige Hinweise auf eine landschaftsgärtnerische Gestaltung zu erahnen.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

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