SchlossAltranstädt

Schloss Altranstädt

Schloss Altranstädt

Kulturzentrum
Museum


Altranstädt wurde vermutlich gegen Ende des 11. Jahrhundert gegründet. Im Jahre 1206 ist von einer Kirche die Rede, der später drei Filialkirchen in Großlehna, Oetzsch und Treben unterstehen. 1213 wird Altranstädt als Gutshof (Grangie) des Zisterzienserklosters Altzelle bei Nossen erwähnt. Der Status des Klosterguts mit zugehörigem Dorf bestand bis zur Säkularisation des Klosters Altzelle im Jahre 1540 durch den sächsischen Herzog Heinrich den Frommen infolge der Reformation.

Das Gut wurde nunmehr zum weltlichen Rittergut. Die Besitzer des Rittergutes Altranstädt waren:

  • Wiedemann (bis 1588)
  • Schütz (1588–1594)
  • Dr. Johann Badehorn (1595–1610), Sohn von Leonhard Badehorn
  • von Weißenbach (1646–1689) (Vorfahren der russischen Zarin Katharina der Großen - ihre Ururgroßmutter ist gebürtig zu Altranstädt)
  • Frau von Brandenstein geb. Weißenbach (1676/81 Anteil)
  • Frau von Helldorf geb. von Weißenbach (1679–88 Anteil)
  • von Meusebach (1689–1696)
  • von Friesen (1696–1715)
  • Cammann (1715–1771)
  • von Hohenthal (ab 1771)

Im Jahre 1620 wurde zum Rittergut ein Schloss als Dreiflügelanlage mit Anschluss an die Kirche errichtet, die im Jahre 1745 neu erbaut wurde.

Im Großen Nordischen Krieg hatte der junge schwedische König Karl XII. vom September 1706 bis zum September 1707 sein Hauptquartier im Schloss Altranstädt.

Am 24. September 1706 wurde im Schloss der Frieden zu Altranstädt zwischen Karl XII. und August dem Starken geschlossen, durch den August der Starke (zumindest für einige Jahre) die polnische Königskrone verlor. Am 1. September 1707 wurde die Altranstädter Konvention zwischen Karl XII. und dem österreichischen Kaiser Joseph I. unterzeichnet, die den Protestanten im damals österreichisch regierten Schlesien Glaubensfreiheit garantierte.

Damit war das Schloss für diese Zeit das politische Zentrum Nordeuropas. Vor seinem Abzug soll der Schwedenkönig eigenhändig in eine runde Fensterscheibe den Spruch „Adieu Altranstätt, je vais à Suede, ton Séjour nome plait pas.“ hinterlassen haben.

Mitte des 18. Jahrhunderts war das Schloss im Besitz der Grafen von Hohenthal. Im Hof des Schlosses wurde 1907 anlässlich der Zweihundertjahrfeier der Altranstädter Konvention in Anwesenheit des schwedischen Kronprinzen ein Obelisk errichtet, der sich sowohl auf die Altranstädter Konvention als auch den Friedensschluss bezieht.

1945 wurden die Besitzer durch die Kommunisten enteignet und vertrieben. Hiernach diente das Schloss bis 2000 zu Wohnzwecken und in bescheidenem Maße als Museum. 2002 wurde zur Erhaltung und Sanierung des Schlosses sowie seiner Nutzung der Förderverein Schloss Altranstädt e.V. gegründet. Das sanierte Schloss beherbergt als Museum das Friedenszimmer zum Altranstädter Frieden und eine Ausstellung zum Großen Nordischen Krieg. In weiteren Räumen finden Wechselausstellungen zu moderner Kunst und Ähnliches statt. Sehenswert ist auch die renovierte Kirche.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Roland Neubert, Halle (Saale)

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 51.3159, 12.1747