SchlossBad Freienwalde (Oder) - Altranft

Schloss Alt Ranft

Schloss Alt Ranft

Museum

Das erste Herrenhaus entstand um 1600. 1652 verkaufte Jacob von Pfuhl das Gut an Wolf Friedrich von Bomsdorf. Unter seiner Herrschaft fanden erste Meliorationsarbeiten statt und wurde 1678 das Herrenhaus zum barocken Schloss umgebaut.

1739 wurde das Besitzrecht des Gutes an den Geheimen Finanzrat Samuel von Marschall übertragen. Er setzte sich bei Friedrich II. für die Trockenlegung des Oderbruchs ein, die dann von 1747 bis 1762 unter Leitung von Marschall erfolgte. Mit der Trockenlegung verschwand die Fischerei als Erwerbsgrundlage für die Bewohner Altranfts. An ihre Stelle trat die jetzt ertragreiche Landwirtschaft.

1820 verkaufte Heinrich August von Marschall das Gut an den Grafen Wilhelm Werner Georg von Hacke. Das Gut blieb dann bis 1916 im Besitz der Grafen von Hacke. Mit der Übernahme des Gutes begann Graf Hacke, den 3,5 ha großen Schlosspark unter dem Einfluss von Peter Joseph Lenné zu gestalten. 1878 wird unter Edwin Graf von Hacke der 1724 entstandene einstöckige Anbau des Schlosses wieder abgerissen und dafür ein Neubau mit zwei Seitenflügeln errichtet. Damit erhielt das Schloss eine heutige Gestalt.

1916 wurde das Gut von Heinrich Wertheimer gekauft, der es aber noch im selben Jahr an Carl Eschenbach verkaufte. Die Familie Eschenbach, bestehend aus dem Kaufmann Carl Eschenbach (* 3. März 1879 Elberfeld; † Februar 1945), seiner Frau Else (* 2. April 1900 Berlin; † Februar 1945) und den Kindern Carla (* 1. März 1928; † 21. Januar 1943) und Carl-Adolf (* 1929) führte das Gut und den Ort zu neuer Blüte. Durch die Wiederbewirtschaftung des Gutes und der zugehörigen Ländereien standen zeitweise über 100 Angestellte in den Diensten der Familie Eschenbach. Nach dem Freitod des Ehepaares Eschenbach im Februar 1945 wurde das Gut im Zuge des Übertritts der russischen Armee über die Oder von dieser beschlagnahmt und ging nach Gründung der DDR in Volkseigentum über.

Nach 1945 lag Altranft auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone. In das Schloss zogen zunächst Umsiedler ein. Die landwirtschaftlichen Flächen des Gutes wurden im Rahmen der Bodenreform an 18 Landarbeiter, 73 Kleinpächter und 50 Umsiedler und eine Bauernfamilie verteilt. 1949 ging das Schloss in den Besitz des Landes Brandenburg über. Nach dem Auszug der Umsiedler beherbergte es dann teilweise gleichzeitig, teilweise nacheinander eine Schule, den Schulhort, eine Kinderkrippe, eine Gaststätte, eine Bibliothek bzw. wurde es als Kulturhaus genutzt.

Brandenburgisches Freilichtmuseum Altranft+

In den 1970er Jahren begann man mit dem Aufbau eines Museums zur Agrargeschichte des Dorfes, das heute als Brandenburgisches Freilichtmuseum Altranft überregionale Bedeutung besitzt. Zu den Gebäuden dieses Museums gehören neben dem Schloss zahlreiche weitere restaurierte Bauten des Ortes, wie zum Beispiel ein Mittelbauernhaus, in dem eine alte Schule eingerichtet wurde, ein Fischerhaus aus dem Jahr 1700, ein Wasch- und Backhaus von 1880 sowie die Schmiede von 1910.

Im Schloss befinden sich neben einer gründerzeitlichen Interieurausstellung auch Dauerausstellungen zur Bau- und Siedlungsgeschichte sowie der Trockenlegung des Oderbruchs. Daneben gibt es auch regelmäßige Sonderausstellungen.

Das Museum bietet im Sommerhalbjahr an mehreren Aktionstagen ein aktives Kennenlernen alter handwerklicher Tätigkeiten wie Schmieden, Brot backen, Töpfern oder Spinnen an. Im Rahmen eines museumspädagogischen Programms können Schulklassen aus der Umgebung diese Aktivitäten auch in der Woche durchführen.

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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: Jörg Heldt

Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.

Lage: 52.7696, 14.0852