Museum
Schallaburg

Die Schallaburg ist ein Schloss aus der Zeit der Renaissance in der Gemeinde Schollach im Zentrum von Niederösterreich, rund sechs Kilometer südlich von Melk.
Funde beweisen eine Besiedelung des Burgberges schon um die Römerzeit. Als erster Besitzer ist Sieghard von Schala bekannt, der 1104 in Regensburg ermordet wurde. Schon kurze Zeit später starben die Grafen von Schala aus.
Im Jahr 1242 scheint die Burg in einer Urkunde erstmals als Feste Schala auf. Von 13. bis in das 15. Jahrhundert war sie im Besitz der Herren von Zelking.
Von 1450 bis 1614 war die Schallaburg im Besitz der Herren von Losenstein. In diese Zeit fällt auch der wesentliche Ausbau der Burg zu einem Renaissanceschloss. Im nahen Losenstein gründete Hans Wilhelm von Losenstein eine „Hohe Schule“ für die protestantische Jugend, dadurch wurde die Schallaburg im 16. Jahrhundert zum Zentrum der Protestanten in Niederösterreich. Nach dem Tod von Hans Wilhelm von Losenstein mussten die Erben wegen Überschuldung die Burg an die Herren von Stubenberg verkaufen, die ihrerseits 1660 aus religiösen Gründen gezwungen waren, die Herrschaft an die Familie der Kletzl von Altenach zu verkaufen. 1762 erwarb Bartholomäus III. von Tinti die Burg.
In einem Wanderführer aus dem Biedermeier, dem Werk „Wien's Umgebungen auf zwanzig Stunden im Umkreise“ von Adolf Schmidl aus dem Jahre 1835, wird ein Ausflug zur Schallaburg beschrieben:
- Durch einen zweiten Thorweg gelangt man in den großen Burghof, und welch' ein Anblick! An drei Seiten des Hofes läuft ein Bogengang herum, der eine offene Gallerie trägt, zu welcher zwei Stiegen, mit zierlichen Eisengittern versehen, hinauf führen. Die Zwischenpfeiler dieser Gallerie, so wie das Bogengesimse derselben, sind rund herum mit Basreliefs und Bildwerken aus rothem gebrannten Thone bedeckt, welche beim ersten Eintritte wie Marmor erscheinen, und den überraschendsten, imposantesten Anblick gewähren!
Karl Gustav Freiherr Tinti ließ 1906–1908 den großen Arkadenhof renovieren. Der verarmte Hugo Freiherr von Tinti verkaufte schließlich im Jahr 1940 das Schloss an den einer alten westfälischen Familie entstammenden Josef Freiherr von Nagel-Doornik.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Burg als deutsches Eigentum den USIA-Betrieben einverleibt und nach dem Staatsvertrag von der Republik Österreich übernommen, die sie ihrerseits an das Land Niederösterreich weiterverkaufte.
Veranstaltungen und Ausstellungen+
Seit 1967 ist die Schallaburg im Besitz des Landes Niederösterreich und beherbergt ein Ausstellungszentrum, in dem jährlich große Ausstellungen stattfinden. Die Eröffnungsausstellung 1974 zum Thema Renaissance in Österreich und die Ausstellung 1983 Peru durch die Jahrtausende fanden als Niederösterreichische Landesausstellungen statt. Von 1976 bis 1999 produzierte und moderierte Willy Kralik das wöchentliche Hörfunkquiz „Turnier auf der Schallaburg“. Ab 1999 wurde die Sendung in „Schlossturnier von Radio Niederösterreich“ umbenannt und tourt seitdem durch Österreich. Am 11. Juni 1995 wurde die Dauerausstellung Spielzeug – die Welt im Kleinen für Jung und Alt. Sammlung Dr. Mayr eröffnet. Seit 1997 finden jährlich ein „Spielefest“ und der „Advent auf Schloss Schallaburg“ statt, seit 2003 auch ein „Naturgartenfest“. Im Jahr 2005 fand anlässlich des Jubiläums von 50 Jahren Österreichischer Staatsvertrag eine Sonderausstellung über die Besatzungszeit von 1945–1955 statt. Auch die Originalurkunde aus Russland, die normalerweise das Land nicht verlassen darf, lag als Schaustück aus. 2014 präsentiert die Schallaburg Europas größte Ausstellung über den Ersten Weltkrieg.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Bild: http://www.wehrbauten.at/noe/niederoesterreich.html
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 48.1891, 15.3557