Die Ruine kann besichtigt werden
Rune Hohen Rätien (Sils)

Die Ruine Hohen Rätien, eine der bedeutendsten Burganlagen Graubündens, thront majestätisch auf einem Felssporn in Sils. Ihre strategische Lage oberhalb des Zusammenflusses von Hinterrhein und Albula sowie am Eingang zur Viamala-Schlucht machte sie über Jahrhunderte zu einem wichtigen Knotenpunkt und zeugt von einer reichen Geschichte, die bis in die Bronzezeit zurückreicht.
Geschichte+
Die Geschichte von Hohen Rätien ist geprägt von kontinuierlicher Besiedlung und Nutzung. Schon in prähistorischer Zeit war das Plateau bewohnt, und römische Funde belegen die strategische Bedeutung des Ortes. Im Hochmittelalter vereinte die Anlage kirchliche und weltliche Macht, eine Entwicklung, die durch ein schweres Erdbeben im Jahr 1295 unterbrochen wurde. Dies führte zur Verlegung der bischöflichen Verwaltung ins Tal. Der dreistöckige Wohnturm Hoch Rialt, ursprünglich aus dem 12./13. Jahrhundert, wurde um 1250 aufgestockt, aber nach dem Erdbeben aufgegeben und verfiel. Die Kirche St. Johann Baptista, deren Ursprünge bis in die spätrömische Zeit reichen, wurde im 15. Jahrhundert erweitert, aber im frühen 16. Jahrhundert ebenfalls verlassen. Der Pfaffenturm, vermutlich von Pfarrherren bewohnt, und der Wehrturm, datiert auf 1209, sind weitere wichtige Bestandteile. Ausgrabungen enthüllten zudem ein Baptisterium aus dem 5. Jahrhundert, das die lange sakrale Nutzung des Ortes unterstreicht. Im Jahr 1359 ging die Kirche an das Kloster Cazis über, und um 1480 erwarb die Familie von Jecklin die gesamte Burganlage, die sich fortan „von Jecklin von und zu Hohen Rätien“ nannte und bis heute im Besitz ihrer Familienstiftung ist. Seit 1972 engagiert sich die Stiftung zusammen mit einem Förderverein für die Sicherung und Restaurierung der historischen Bausubstanz.
Lage+
Die Ruine Hohen Rätien befindet sich in Sils im Bezirk Hinterrhein, Kanton Graubünden, Schweiz, auf einer Höhe von etwa 928 m über dem Meeresspiegel.
Vor Ort+
Die Ruine Hohen Rätien ist für Besucher zugänglich und kann besichtigt werden. Der Hoch Rialt wurde in den 1990er Jahren gesichert und restauriert, während die Kirche St. Johann 1980 wieder überdacht wurde und heute für kulturelle und kirchliche Anlässe dient. Der Pfaffenturm wurde 1975 wieder eingedeckt und dient heute als Unterkunft für Mitglieder der Familienstiftung und des Fördervereins.
In der Nähe+
- Burg Ehrenfels (Sils im Domleschg), ca. 0.8 km entfernt
- Ruine Obertagstein (Thusis), ca. 1.5 km entfernt
- Schloss Baldenstein (Sils im Domleschg), ca. 2.1 km entfernt
- Ruine Campell (Sils im Domleschg), ca. 2.3 km entfernt
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 46.6916, 9.4442