Privatbesitz
Ruine Wilbringen

Das Haus Wilbring, auch Haus Wilbringen genannt, befindet sich in Waltrop im Kreis Recklinghausen. Die Gebäude auf der Vorburg sind bewohnt, das Haupthaus ist seit dem Ersten Weltkrieg eine Ruine.
Besitzer+
Wilbring (1321 Wilbrachtink, 1469 Wilbrenynck) war zeitweilig eine kurkölnische Landesburg. Das Anwesen hat ursprünglich den Herren von "Kunsberg resp. Königsberg" - gehört. Von diesen kam es in den Besitz der Familie von Goye. Im Jahr 1469 verkaufte Diederich von der Goye sein Gut Wilbring an die beiden Dortmunder Bürgermeister Hengstenberg und Clepping. Diese haben das Gut wohl verpachtet.
Von etwa 1535 bis 1608 war Wilbring im Besitz der Familie von Westrem. Am 29. Oktober 1608 verkauften die Eheleute Winold von Westrem und Elisabeth von Overlacker das Gut an die Eheleute Vincenz Rensing zu Horneburg, Chur- und Fürstlicher Cöllnischer Rath und Amtsverwalter zu Horneburg und Elisabeth Knippings für 10400 Reichsthaler. Die Rensing waren ein Dortmunder Patriziergeschlecht, das durch Ämter und umfangreichen Landbesitz zum Landadel gehörte. Später wurde Vincenz Rensing Statthalter des Vests Recklinghausen. 1609 wurde Wilbring von Rensing neu erbaut. 1624 ging das Gut auf die älteste Tochter aus zweiter Ehe, Christina Agatha Rensing über, die Bernhard von Westerholt heiratete. Im Besitz derer von Westerholt war Wilbring von 1626 bis 1695.
1695 kam Wilbring durch Kauf an die Familie von Horst. Franz Gaudenz von Horst, Herr auf Wilbring, † 1751 kinderlos, heiratete am 23. Januar 1748 Maria Christina von Papen (* 27. Oktober 1710, † 2. Februar 1773). Sie war die Tochter des Curkölln. Hauptmann Kaspar von Papen und der Antonie von Dücker und vermachte Haus Wilbring ihrem Bruder Josef Gaudenz von Papen (* Andernach 27. Dezember 1712, † vor 1780), einem königlich sardinisch-piemontesichem Major. Da dieser ebenfalls kinderlos blieb und in Italien lebte, überschrieb er das Gut seinem Bruder Ernst Adolf von Papen, Kaiserlicher Rittmeister (* Andernach 21. März 1715, † 21. Februar 1780), verheitatet vor 1766 mit Antonie von Kückelsheim (* Rhynern 5. Januar 1738, † Waltrop 25. August 1814).
Die Familie von Papen war von 1773 bis 1856 in Besitz von Haus Wilbring. Der letzte Besitzer aus dieser Familie, Ferdinand von Papen (* 30. August 1805, † Werne 25. Januar 1881, verh. in Werl 26. August 1834 mit Antonie von Papen-Köningen) verkaufte die umfangreichen Eichenwälder an die überall entstehenden Kohlengruben. Die Eichenstämme wurden für die Abstützung unter Tage dringend benötigt. Die Folge war der Anstieg des Grundwasserpegels. Die Mauern des Hauses saugten Wasser und zeigten Alterserscheinungen, wie feuchte Wände, die das Leben sehr erschwerten. Da er zehn Kinder hatte, entschloss er sich Haus Wilbring zu verkaufen und erwarb ein Haus in Dülmen/Münsterland.
Wilbring blieb bis 1902 im Besitz der Familie von Frydag zu Buddenburg und ging im Erbgang an die Familie von Rüxleben über, die es vor dem Ersten Weltkrieg wegen des Baus des Datteln-Hamm-Kanals an die preußische Kanalbauverwaltung verkaufte.
Bauten+
Vorburg und Haupthaus stehen auf zwei durch Brücken verbundenen Inseln.
Das Haupthaus wurde ab 1609 von Vincenz Rensing neu errichtet, 1718 soll ein Umbau erfolgt sein. Ein weiterer Umbau begann 1866. Dabei erhielt das Haupthaus seine letzte äußere Form, mit der "pseudo Tudorfassade". Es blieb aber seitdem unbewohnt. Nach dem Erwerb durch die preußische Kanalbauverwaltung begann der Abriss, der im März 1918 eingestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch bereits das Dach abgetragen, und 1916 war der Südgiebel eingestürzt. Im Mai 1940 brach die Nordwestecke des Gebäudes zusammen, das Mauerwerk stürzte in die Gräfte. In den 1980er und 1990er Jahren wurden die Reste des Haupthauses von Efeu überwuchert.
Die Gebäude der Vorburg stammen im Kern aus dem 18. Jahrhundert.
Nördlich des Schlosses befand sich bis zum Anfang der 1970er Jahre ein Gartenhaus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Neben dem Gartenhaus stand bis etwa 1980 eine mächtige Edelkastanie.
Besichtigung+
Die Vorburg befindet sich in Privatbesitz und wird landwirtschaftlich genutzt. Ebenso ist dort heute ein Reiterhof untergebracht. Der Zugang zur Ruine des Haupthauses ist wegen des fortgeschrittenen Verfalls der Bausubstanz weder empfehlenswert noch gestattet, jedoch werden beim Tag des offenen Denkmals regelmäßig Außenführungen angeboten.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 51.6154, 7.4521