Die Ruine kann besichtigt werden
Ruine Santa Maria di Castello
Die Ruine Santa Maria di Castello thront auf einem markanten Felshügel oberhalb von Giornico im Schweizer Kanton Tessin. Diese mittelalterliche Burganlage, die eine romanische Kirche umschließt, zeugt von einer bewegten Geschichte und bietet heute einen faszinierenden Einblick in vergangene Zeiten.
Geschichte+
Die Ursprünge der Burganlage sind nicht genau datiert, doch eine erste Bebauung mit Wohntrakt, Kapelle und Umfassungsmauer könnte bereits im 11. Jahrhundert entstanden sein. Bedeutende Erweiterungen folgten im 12. und 13. Jahrhundert. Die äußeren Ringmauern und Annäherungshindernisse wurden möglicherweise erst im 14. Jahrhundert hinzugefügt. Als Gründer der Anlage werden die Herren von Giornico vermutet, ein edelfreies Geschlecht, das unter Kaiser Barbarossa eine Landesherrschaft in der Leventina etablieren wollte. Nach Barbarossas Niederlage im Jahr 1176 unterwarf sich Bernardo von Giornico den Domherren von Mailand, wodurch die Burg in deren Besitz überging. Mitte des 14. Jahrhunderts übernahmen die Visconti die Hoheitsrechte, und die Burg verlor an Bedeutung, da sich die neuen Herrscher auf die Befestigungen in Bellinzona konzentrierten. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg wahrscheinlich verlassen und spielte in späteren Konflikten keine Rolle mehr. Der Chronist Giovanni Rigolo berichtet, dass die vernachlässigte Festung 1518 auf Befehl der Urner von den Eidgenossen geschleift wurde. Zwischen 1954 und 1955 wurden bei Restaurierungsarbeiten zahlreiche Mauerzüge freigelegt und teilweise rekonstruiert, jedoch ohne wissenschaftliche Dokumentation.
Lage+
Die Ruine Santa Maria di Castello befindet sich auf einer Höhe von etwa 421 m über dem Meeresspiegel, westlich oberhalb der Gemeinde Giornico im Bezirk Leventina, im Kanton Tessin, Schweiz.
Vor Ort+
Besucher können die Ruine heute besichtigen. Die Anlage umfasst die zweischiffige romanische Kirche Santa Maria, die im 13. Jahrhundert erweitert wurde und Fresken von Christoforo und Nicolao da Seregno aus dem Jahr 1448 sowie eine bemalte Kassettendecke von 1575 beherbergt. Rings um den Burgfelsen ziehen sich Terrassen mit Resten von Umfassungsmauern. Im Norden sind die Fundamente eines mächtigen Viereckturms zu erkennen. Südlich der Kirche führt ein wiederaufgebauter Torbogen in einen kleinen Hof, an dessen Südseite die Mauern eines Wohnhauses und die Ruinen eines vielteiligen Gebäudekomplexes stehen.
In der Nähe+
- Torre di Lorenzanes (Corzoneso) (Burg), ca. 6.7 km entfernt
- Ruine Castello di Serravalle (Semione) (Burg), ca. 7.9 km entfernt
- Ruine Castello Dongio (Burg), ca. 8.0 km entfernt
- Palazzo del Pretorio (Lottigna) (Residenz), ca. 9.4 km entfernt
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Beschreibung stützt sich auf die im verlinkten Wikipedia-Artikel belegten Fakten; Wikipedia-Inhalte stehen unter CC BY-SA 4.0. Formulierung und Bearbeitung: Mobile Geschichte.
Lage: 46.4011, 8.8712