Die Ruine kann besichtigt werden
Ruine Hossingen

Die Burg Hossingen, auch Hossenburg genannt, ist ein Burgrest auf einem Sporn bei im Tal (Kurzform örtlicher Dialekt: Burtel) 750 Meter südwestlich (Schwäbische Albstraße nach Unterdigisheim) der Kirche von Hossingen, einem Stadtteil von Meßstetten im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Das Gelände gehört heute der Gemeinde Meßstetten.
Beschreibung+
Bei der Burganlage handelte es sich um eine Spornburg mit Kernburg und vermutlich einem Wohnturm sowie einer Vorburg mit den Maßen von etwa 9 mal 27 Metern. Hinter den beiden Burgen standen die Scheunen des Wirtschaftshofes. Von der Anlage sind noch wenige Mauerreste und zwei Halsgräben erhalten. Die Sperranlagen auf der rechten Talseite sind mit Ausnahme des Wachturms noch vollständig erhalten. Die Höhenburg wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut.
Inhaber der Burg waren ursprünglich wohl die Hossen, von denen sich ein Albert 1296 und 1306 in Heinstetten nachweisen lässt. Andere Experten sehen in Hosse einen Vornamen des Heinstetter Adels. Die Burg gehörte im 14. Jahrhundert zur Grafschaft Hohenberg, 1345 und 1347 erfolgt ein Verkauf mit Hossingen, Tieringen und Meßstetten an Heinrich von Tierberg. Besitzer war die Haiterbachlinie der Herren von Tierberg. 1418 erfolgt ein Verkauf an Württemberg. Auf mittelalterlichen Baustellen fielen für den Burgherrn keine Transportkosten an. In einem erhaltenen Lagerbuch von 1560 lassen sich die Burgherren von den Untertanen in Hossingen, Oberdigisheim, Meßstetten und weiteren Orten Bretter von der Sägemühle und Baumaterialien kostenlos auf die Schalksburg fahren. Auch die in der Hossinger Burg gehaltenen Hunde müssen nicht von ihren Besitzern gefüttert werden. Meßstetten, Hossingen und Tieringen liefen ersatzweise Futterhaber zur Ablösung der Pflicht die Hunde der Burgherren zu füttern. 1565 wird ein Burgsteig von Meßstetten her erwähnt.
Besatzung durch wehrpflichtige Hossinger Bürger
Laut der Musterungsliste ab dem Jahre 1521 obliegt den Hossinger Milizsoldaten die Sicherung der Burg. Weitere Sperrwerke im Meßstetter Stadtgebiet befinden sich beim Bschorner Weg (Truppenübungsplatz beim Kählesbühl), Tobelsteige (nach Laufen), Rottweiler Weg (Lochenpass beim Wanderparkplatz) und Eschental (Unterdigisheim). Die Namen der berittenen Soldaten sind überliefert: Ulrich Eppler (Bewaffnung langer Spieß), Melchior Wizemann (Bewaffnung Hakenbüchse; Martin Eppler jun. (Bewaffnung Hakenbüchse), Martin Eppler sen. (Bewaffnung Spieß), Conrad Schweitzer (Bewaffnung Spieß), Jakob Schweitzer (Bewaffnung Hakenbüchse). Weitere Namen späterer Listen: Baltes Fraider Vogt (Bewaffnung Hellebarde), Hans Wizemann (Bewaffnung Handrohr), Jakob Fink, der Wachmann Kiefer (Bewaffnung langer Spieß), Balle Müller (Bewaffnung Hakenbüchse), Müller Michael, Martin Gurnern (Bewaffnung Hakenbüchse), Jörg Kiefer (Rüstung, Bewaffnung langer Spieß), Claus Eppler (Rüstung, Bewaffnung: langer Spieß), Conrad Fink, Braisch Johannes (Ersatz für Nikolaus Eppler), Hauser Nikolaus (Ersatz für Martin Kummer). Führungspositionen in der württembergischen Landwehr nahmen vor Ort als Hauptmann Walter Ruckenbrot aus Balingen, Leutnant Hans Tüffel aus Tuttlingen und als Fähnerich Albrecht Kupferschmid aus Tuttlingen war. Hans Butz aus Balingen ist als Feldscher tätig. Nach der Teilnahme am Bauernkrieg von 1525 wird den im Balinger Turm inhaftierten Hans Wizemann und Martin Eppler das Tragen der Wehr verboten. Nur ein Brotmesser mit abgebrochener Spitze war ihnen erlaubt. Die größte Burganlage im Meßstetter Stadtgebiet diente den württembergischen Soldaten der Außenposten sicher als Rückzugsort. In Hossingen, Unterdigisheim und Meßstetten üben die Soldaten Sonntags auf Schießständen. Den Salpeter für das Schießpulver stellten Salpetersieder wie der aus Tailfingen stammende Johannes Ammann und Johannes Schempp (Salzsieders Sohn, Kurzform örtlicher Dialekt Salvaiter in Meßstetten her.
Die Steuerliste von 1525 weist für Hossingen vier Gehöfte aus. Ein weiter Hof gehörte dem Heiligen in Meßstetten. Die Knechte wohnten in der hiesigen Gegend in stadtähnlich aneinandergereihten eingeschossigen Seldnerhäusern mit Ettertor auf kleinen zugeteilten Ödlandparzellen. In Oberdigisheim Armeleuteviertel in Frommern Granitz genannt. Später aufgestockte Seldnerhäuser konnten auf der Eichhalde und in der Talstraße erhalten werden. Somit könnte die in der Sage genannte Stadt Wangen auf die tatsächlich vorhandenen Seldnerhäuser von Saisonarbeitern, Kleinhandwerkern und Knechten vom Wirtschaftshof der Burg zurückgehen.
Wasserversorgung
Die Wasserversorgung der Burganlage erfolgte mittels Fässern aus dem Tal. Eine hölzerne Leitung (Deichel) wurde bisher nicht gefunden. Im Umkreis von 700 Metern befinden sich mehrere Quellen. Das Regenwasser wurde in einer Zisterne gesammelt. In der Burgküche wurde zur Zubereitung von Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen, Linsen) oft schwefelhaltiges Quellwasser genutzt. Aus artesischen Quellen in Oberdigisheim (Weiler Geyerbad) und Nusplingen (Wildbad, Mayenbad) wurde dem heutigen Tuttlinger (Fluor 0,61; Kalzium 222; Magnesium 48,7: Sulfat 577: Hydrogencarbonat 211), Balinger und Haigerlocher Mineralwässern weitgehend identische Wässer in der Burgküche verwendet.
Landwirtschaft
Die Burgherren betrieben Ackerbau und Viehzucht. Die rings um die Schalksburg bezeugte und verbreitete Käseerzeugung hängt mit der dort vermuteten Welschensiedlung des 8. und 9. Jahrhunderts zusammen. Lautlinger Käse erfreute sich einer gewissen Berühmtheit. Von der Ackerfläche lag stets ein Drittel brach und wurde als Weide benutzt. Neben Emmer und Dinkel wurden im folgenden Jahr Hafer, Gerste, Roggen, Hanf, Lein, Linsen und Erbsen angebaut. Als Düngemittel wurde Gesteinsmehl aus ungebranntem Gips benutzt. Neben eher steinigen Ackerflächen gibt es vor Ort auch sehr fruchtbare Böden. Wegen der Höhenlage kann sich nur beim Michelfeld und im Grund Kaltluft auf den Ackerflächen ansammeln. Aus dem Verkauf in Rottweil, Tuttlingen, Schaffhausen und Zürich wurden ordentliche Erlöse erzielt. Die Märkte in Ebingen, Nusplingen und Mühlheim hatten gegenüber Zürich nur lokale Bedeutung und waren für derart große Mengen nicht aufnahmefähig, wie es aus der Abgabenliste des Herzogs Eberhards II. ersichtlich ist.
Burgkapelle
Die Burgkapelle gehörte wie die 1404 erstmals erwähnte Hossinger St.Nikolauskapelle zur Ebinger Martinskirche. Dort befand sich auch der Friedhof, auf dem die Burgbewohner bestattet wurden. 1275 wirkte Heinrich von Tieringen als Pfarrer. Aus dem Jahr 1337 ist eine der umstrittenen religiösen Urkunden, ein Ablassbrief aus Avigion erhalten: Wer am Altarpatronizium in der Wolfgangskapelle auf dem benachbarten Burg Altentierberg teilnimmt, dem soll laut Bischof Paulus Fluginens ein 40-tägiger Ablass der Sünden zuteil werden.
Reformation im Umfeld der Burg
Bereits 1517 predigt Pfarrer Dieter Rieber in Benzingen über den unwirksamen Ablasshandel. Besonders während der österreichischen Fremdherrschaft (1519–1534) wurde die Reformation mit brutalen Strafen unterdrückt. 1524 bekannte sich der württembergische Herzog zur Reformation. Der Freiburger Arzt Johannes Murer predigte vor Ort in bäuerlicher Kleidung als Karsthans das Priestertum aller Gläubigen. Er wurde 1523 in Balingen verhaftet und später hingerichtet. Der Pfarrer von Oberdigisheim reiste von Dorf zu Dorf und forderte die Bevölkerung zur Empörung gegen die Regierung auf. Ein Haufen von 1600 Leuten kam zusammen. 1525 wird der Meßstetter Kaplan German Kopp des Landes verwiesen. Die Grafschaft Hohenberg gilt als ein Hort der Täuferbewegung. 1527 wurden in Rottenburg und 1530 in Tübingen Täufer als Erzketzer zu Pulver verbrannt.
Auch unterhalb der Burg Hossingen soll der Ort Ensisheim wegen der Täufer abgebrannt worden sein. Lediglich die Mühle blieb am Radweg vor Bärenthal erhalten. Die Mennoniten berufen sich auf diese Täuferbewegung, der in Binsdorf inhaftierte und später hingerichtete Michael Sattler gilt als Mitbegründer dieser Freikirche.
Strategische Bedeutung der Burg Hossingen
Im Vorfeld des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Burg und der heute noch vollständig erhaltene Wall auf der rechten Talseite zum Sperrwerk dicht hinter der Südgrenze ausgebaut. Die bereits zu Friedenszeiten seit 1521 vorab eingeteilten Truppen hatten die Aufgabe, die strategisch wichtigen Übergänge der Seestraße vom Bodensee über Fridingen, der Reichsstraße, örtlicher Dialekt in Kolbingen: freie Straße, von Mühlheim und Tuttlingen her zu sichern (Schreibweise damals: verhütten).
Im Spanischen Erbfolgekrieg beschließen Reichsgeneralfeldmarschall Herzog Eberhard Ludwig, Feldmarschall von Thüngen und Fürst Meinrad II. von Hohenzollern-Sigmaringen die Verteidigungsanlagen bei der Hossinger Burg mit Abraum aus dem Bohnerzbergbau nahe gelegener Abbaustellen zu verstärken und in eine moderne, durchgehenden Verteidigungslinie einzubinden.Vom Bodensee über Friedingen, das Bäratal an die Lochen,über das Lautlinger und Tannheimer Tal zur Zollersteig,dann über das Killertal zur Talheimer Steig und weiter nach Osten. Im April 1704 waren die Schanzarbeiten abgeschlossen.
Das Geleit
Zum Schutz gegen räuberische Überfälle und Raubtiere war das Geleit als Regal eingerichtet. 1456 gewährte der Ebinger Vogt im Namen des Grafen von Wirtenberg den Städten Konstanz, Überlingen, Lindau und Pfullendorf Geleit. Nach Rottweil 1475 bis zur steinernen Brücke bei der Mühle in der Rottweiler Altstadt. Aus einem Brief von 1560 geht hervor, dass die jüdischen Handelsleute die Straße „hefftig und vill“ gebrauchen.
Das Testament eines Kölner Erzbischofs
Am 5. November 1632 besetzte Oberst Hans Michael Rau das angrenzende truchsessisch-waldburgische Gebiet mit Nusplingen, um ein Testament mit militärischen Mitteln in Kraft zu setzen. Am 4. Dezember 1577 wurde der Nusplinger Truchsess Gebhard von Waldburg zum Kölner Erzbischof gewählt. 1582 bekannte sich der Kölner Erzbischof zur Reformation und heiratete Agnes von Mansfeld. Nach der Rechtsauffassung Wirtenbergs wurde Nusplingen in einem gültigen Testament an den wirtenbergischen Herzog vererbt.
Der Weiher unterhalb der Burg
Die Verteidigung der Südgrenze Württembergs wurde durch einen mit einem Klauser-Staudamm aufgestauten Weiher erleichtert, im örtlichen Dialekt „Weiherle“ genannt. Die Wasserkraft wurde mündlicher Überlieferung zufolge vom Wasserrad der Sägemühle unterhalb der Burg im Sägental genutzt.
Bergbau bei der Burg
In der Gegend wurde Bergbau betrieben. Neben dem Tagebau bis 15 Meter Tiefe wurden auch bergmännisch Strecken aufgefahren. Manche Stecken folgten Lehmspalten und Höhlen. Andere folgten Erzflözen, die oft in Trockentälern vorkommen. Das gewonnene Eisenerz wurde mit Holzkohle zu Schmiedeeisen und Federstahl verhüttet. Fast alle in Baden-Württemberg geschmiedeten Feuerwaffen wurden auch noch zu Beginn der industriellen Gewehrproduktion in Oberndorf aus hochwertigem Stahl aus den Schmelzwerken Harras. Ludwigsthal und Thiergarten gefertigt. Fidel Eppler war vor Ort als Erzaufseher tätig. Die 108 Liter Bohnerz fassenden Holzkübel wurden mit 14 Kreuzern vergütet. Ein besonderer häufiger Gewerbezweig war das Fuhrgewerbe. Neben den Pferden für den Erztransport wurden in Meßstetten weitere für Schweizerfahrten vorgehalten. Ferdinand von Steinbeis gelang es, den Hochofenprozess in Ludwigsthal zu optimieren. Die unten angespitzten Sprieße wurden zum Beispiel in Tailfingen gekauft und von Lautlinger Knappen am Hörnle verbaut. Das im Mittelalter übliche Anspitzen verhinderte ein Schnellen der Sprieße unter Überlast. Ein bevorstehendes Versagen kündigte sich durch einen wachsenden Bart an der Spitze an. Somit beruht der Geheimgang in der mündlich überlieferte Sage wohl auf tatsächlich vorhandenen Bohnerzstollen.
Kriegsschauplätze bei der Burg
Bauernkrieg 1525: Gleich zu Anfang des Jahres plündern die Aufständischen die Schalksburg aus. Das Abzeichen der Bauern um Balingen war eine schwarz rote Fahne mit weißem Kreuz. Im Bauernkrieg wurde die Burg Hossingen laut mündlicher Überlieferung beschädigt.
Am 15. Februar 1632 kam es um 24 Uhr zu Kämpfen und Plünderungen durch kaiserliche Reiter unter dem Obervogt zu Gutenstein. Mehrere Meßstetter Bürger wurden tödlich verwundet. Auch am 20. Mai 1634 und am 30. April 1635 sind in Meßstetten Tote zu beklagen. 1633 kam es in Mühlheim und Nusplingen zu Kämpfen. Truchsess Wilhelm Heinrich berichtet, wie am 16. Oktober 1633 an der Burg in Hossingen in Richtung Unterdigisheim vorbeiziehende schwedische und württembergische Truppen Nusplingen plünderten, ausraubten und niederbranmten. Alles außer zwei Häuslein in der Stadt und der einen Kirche samt noch drei Gehäusgert in der Vorstadt zu einem erbärmlichen Anblick in die Asche gelegt.. Nach der verlorenen Schlacht von Nördlingen flieht der Herzog nach Mömpelgard, 1635 wird Meßstetten an Graf Heinrich von Schlick verschenkt. Damit hat Meßstetten einen neuen Ortsherrn für 13 Jahre. Am 29. Januar 1641 wurden bei einem Angriff der Hohentwieler auf Balingen 20.000 Taler erbeutet. Im Wirtshaus zum Adler in Tuttlingen kehrte Konrad Widerhold mit der siegreichen Mannschaft ein.
1643 kam der bayrische Oberst Kreuz von Tuttlingen her über die Reichsstraße an der Burg vorbei und wollte in Ebingen übernachten. General Erlach schlug ihn in die Flucht und zerstörte die Ebinger Stadtbefestigung. Nach einem Überraschungsangriff am 24. November 1643 auf Tuttlingen erbeuteten bayerische Truppen zahlreiche Geschütze der Franzosen. Etwa 600 Mann sicherten damit die Gegend rund um Tuttlingen und bauten Palisaden und Wälle. 1645 griff Konrad Widerhold Tuttlingen und die Umgebung an. Die letzten verbliebenen Kampftruppen Württembergs, stationiert auf der Festung Hohentwiel, hatten den Befehl alle Palisaden, Stadttore und Sperrwerke zu zerstören. Württembergische Truppen erreichen über die Hossinger Burg die Ebinger Vorstadt. Im Laufe des Kriegs wurde die Anlage vollständig geschleift.
Bis April 1704 wurden Palisaden und Wälle bei der Burg zur Sicherung der Südgrenze Württembergs im spanischen Erbfolgekrieg verstärkt. Die bayrisch-französische Armee konnte durch die Verteidigungslinie nicht aufgehalten werden und marschierte am 11. Mai 1704 in Tuttlingen ein.
Sagen+
„Stadt Wangen“
Sagenhafte Erinnerungen weiß man von abgegangenen Orten.
Eine Stadt Wangen sei zwischen Hossingen und Meßstetten verschwunden. Abgebaute Tonvorkommeen in diesem Gebiet zeugen von einer handwerklichen Fertigung.
„Schimmelreiter und Burggarten“
Eine alte Sage berichtet von einem zu gewissen Zeiten sichtbaren Schimmelreiter, der auf dem Weg zu seinem Garten am Leuzenfelder Wasen sei. Bekannter ist der Maler Franz Karl Basler-Kopp.
„Der Burggeist“
Kindern, die bei Nacht nicht schlafen wollen, wird neben den Nachtkrähen (örtlicher Dialekt „Nachtkrappen“), die tatsächlich zu ihren Schlafplätzen in der Krappenhalde bei der Schmugglerhöhle ins Lautlinger Tal fliegen, auch mit dem „Burggeist Burteleß“ gedroht. Der Schwarze Verri, ein kurz nach seiner Verurteilung im Biberacher Turm während eines Blitzschlags abberufener Räuberhauptmann, ist ebenfalls als Kinderschreck bekannt. „Der Burteleß kommt und holt dich!“. Seit 2012 gibt es den Burggeist neben dem Wanderweg zur Hauptburg in einem Baumstumpf als geschnitztes Kunstwerk.
„Geheimgang zum Burggarten“
Ein Geheimgang soll zum Leuzenfelder Wasen führen. Dort befindet sich ein Lustgarten.
Wissenschaftliche Ausgrabungen+
1916 fanden Ausgrabungen mit Burgenforscher Konrad Albert Koch statt. Dabei wurden die bis 2 Meter hohen Mauern mit den damals üblichen Abweichungen erfasst. Um die Ruine zu erhalten, wurden die Mauerreste vollständig mit Erde abgedeckt. Konrad Albert Koch gelang eine vollständige zeichnerische Rekonstruktion der Anlage.
Ab 2008 wurden die Messungen mit wesentlich höherer Genauigkeit von einem Team um Burgenforscher Häring wiederholt und digitalisiert. Eine 3D-CAD-Simulation vom linken Teil der mehrteiligen Burganlage ist an einer Infotafel unter der Burganlage einsehbar.
Touristische Informationen eines Wanderweges im Umfeld der Burg+
2011 erbaute der Schwäbische Albverein Ortsgruppe Hossingen eine neue Zugbrücke und einen Wanderweg zur Vorburg. Nachdem im Naturpark Obere Donau alle Holzbrücken am Radweg aus Sicherheitsgründen erneuert werden mussten, wurde eine feuerverzinkte Stahlbrücke mit wetterfestem Geländer aus Lärchenholz erstellt. Die im Mittelalter übliche Ausführung mit glatten Dielen und ohne Geländer ist heute europaweit nicht mehr zulässig. Die Brücke kann problemlos von Rollstuhlfahren und Senioren mit Rollatoren passiert werden. Ein steiler, für sportliche Wanderer ausgelegter Pfad führt durch einen weiteren Graben auf die Fläche des ehemaligen Hauptturms. Neue Texte für eine Infotafel erstellt derzeit Burgenforscher Häring und das Landesdenkmalamt. Alle Wanderwege in Meßstetten werden digitalisiert und können später an den 18 Infotafeln der Stadt Meßstetten aus dem Internet heruntergeladen werden. An den Masten von jedem Wegweiser befinden sich UTM Koordinaten, um verletzte Wanderer zu retten. Vom Bahnhof Albstadt, Haltestelle Lautlingen oder Laufen kann die Burg über die Hossinger Leiter-Heimatmuseum Hossingen erwandert werden. Aktuell wird die Beschilderung der Wanderwege in Meßstetten und Nusplingen komplett erneuert. Mit neuen gelben Wegweisern wird der Premiumwanderweg zur Burg 2013 ausgeschildert und zertifiziert. Baumstämme aus wetterfestem Douglasienholz oder entsprechend dem Mauerverlauf gepflanzte Hainbuchen sollen zukünftig die Umrisse der Burg und des Wirtschaftshofes darstellen. Höfe entstanden nach dem Aufkommen der Höhenburgen als zugehörige Wirtschaftshöfe. Geplant ist einen Teil der Burg als Schutzhütte wieder aufzubauen.
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Quelle: Wikipedia · Lizenz: CC BY-SA 4.0
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